Politik

Gespräch über Flughafensicherung Taliban bitten Türkei um Hilfe in Kabul

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Türkisches Militär und Polizei arbeiten am Flughafen von Kabul derzeit Hand in Hand.

(Foto: picture alliance / AA)

Für viele Ortskräfte der NATO sind zivile Flüge aus Afghanistan nach dem Abzug aller Truppen ein Hoffnungsschimmer. Die Türkei verhandelt offenbar mit den Taliban darüber, beim Betrieb des Flughafens in Kabul auch nach dem 31. August zu unterstützen. Angeblich bitten die Islamisten Ankara sogar direkt um Hilfe.

Trotz des Abzugs der türkischen Streitkräfte aus Afghanistan ist die Sicherung des Flughafens in Kabul durch die Türkei noch nicht vom Tisch. "Nachdem unsere Soldaten abgezogen sind, können wir den Betrieb des Flughafens fortsetzen. Die Gespräche laufen weiter", sagte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin dem Sender NTV. Der Abzug türkischer Soldaten, der am Mittwoch begonnen hatte, werde 36 Stunden dauern. Die ersten Soldaten kamen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittag in Ankara an.

Der Flughafen in Kabul wurde bisher unter anderem von türkischen Soldaten gesichert, teils wurde auch der Service für den Flugbetrieb bereitgestellt. Bereits vor der Machtübernahme der Taliban waren unter anderem mit den USA Gespräche darüber geführt worden, ob die Türkei den Flughafen weiter sichern und betreiben könnte. Die Türkei hatte sich mehrmals dazu bereit erklärt, die Taliban hatten das jedoch abgelehnt.

Am Mittwoch hatte die Taliban die Türkei nach deren Angaben erstmals um technische Unterstützung beim Betrieb des Flughafens nach dem Abzug aller NATO-Truppen gebeten. Die Taliban bestünden aber darauf, dass auch die Regierung in Ankara bis zum Ende der Frist am 31. August ihr Militär komplett abziehe, sagen zwei Vertreter der Türkei. Die Türkei war Teil der Nato-Mission in Afghanistan und hat immer noch Hunderte von Soldaten am Flughafen in Kabul stationiert. Es war zunächst unklar, ob die Türkei dem Ersuchen der Taliban stattgeben werde, wenn ihre Truppen nicht zur Gewährleistung der Sicherheit vor Ort bleiben können.

Mauer gegen Flüchtlinge: Erdogan schottet Grenze ab

Angesichts einer möglichen Zunahme von Migration aus Afghanistan betonte Kalin, dass die Türkei nicht bereit sei, weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Man sei "niemandes Flüchtlings-Lagerhalle", sagte er. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bereits vergangene Woche gesagt, die Türkei sei nicht das Flüchtlingslager Europas.

Das Land schottet sich ab und baut zurzeit eine Mauer an der Grenze zum Iran. Über das Nachbarland kommen immer wieder Migranten aus Afghanistan illegal ins Land. Die Türkei hat so viele Flüchtlinge aufgenommen wie kein anderes Land der Welt. Neben rund 3,6 Millionen Menschen aus Syrien leben dort Hunderttausende weiterer Migranten, darunter auch Menschen aus Afghanistan.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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