Politik

Widerstandskämpfer widersprechen Taliban melden: Pandschirtal eingekreist

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Die Widerstandskämpfer im Pandschirtal stellen sich auf einen "langfristigen Konflikt ein.

(Foto: Aamaj News Agency via REUTERS)

Das schwer zugängliche Pandschirtal leistet Widerstand gegen die Machtübernahme in Afghanistan. Die Taliban verkünden, sie hätten die Kämpfer bereits umzingelt. Der Widerspruch kommt prompt: Eine Vorhut der Islamisten sei in den Bergen in einen Hinterhalt geraten. Beide Seiten behaupten, sie setzten auf Verhandlungen.

Die Taliban haben nach eigenen Angaben die Gruppe Nationale Widerstandsfront (NRF) im afghanischen Pandschirtal umstellt, suchen aber nach Angaben eines Sprechers das Gespräch und weniger die militärische Konfrontation. "Das Islamische Emirat versucht, diese Angelegenheit friedlich zu lösen", twitterte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. Taliban-Kämpfer seien "nahe Pandschir stationiert", erklärte Mudschahid. Das Gebiet sei von drei Seiten eingekreist. In der Nacht hatte es vereinzelt Bericht über Kämpfe in der Region nordöstlich der Hauptstadt Kabul gegeben.

Unterstützer der NRF widersprachen in Online-Plattformen Berichten, dass die Taliban ihre Kämpfer zurückdrängen würden und erklärten, Taliban-Kämpfer seien in einen Hinterhalt geraten und aufgerieben worden. Die Angaben beider Seiten sind derzeit kaum unabhängig zu überprüfen, da die abgelegene Region schwer zugänglich ist.

NRF-Sprecher Ali Maisam Nasari hatte am Wochenende gesagt, dass die Kämpfer sich auf "einen langfristigen Konflikt" einstellen würden. Die Gruppe suche aber auch Verhandlungen mit den Taliban über eine Beteiligung an der Regierung. "Die Bedingung für einen Friedensschluss mit den Taliban ist Dezentralisierung, ein System, das soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, Rechte und Freiheit für alle sichert", sagte Nasari.

Historische Hochburg des Widerstands

Das Pandschirtal ist eine der wenigen Regionen in Afghanistan, die sich nach dem jüngsten Eroberungsfeldzug der Taliban noch der Kontrolle der Islamisten entziehen. Das Tal gilt als Hochburg des Widerstandes, weil es in der Vergangenheit weder von sowjetischen Soldaten noch von den Taliban eingenommen wurde.

Ahmed Massud, dem Sohn eines berühmten Taliban-Gegners und Kriegsherrn, haben sich offenbar auch ehemalige Angehörige der afghanischen Streitkräfte angeschlossen, die wegen des Vormarschs der Taliban nach Pandschir geflohen waren. Es solle eine Truppe von 9000 Kämpfern entstehen, sagte Nasari. Massud warnte die Taliban am Sonntag vor einer Offensive im Pandschirtal. "Die Taliban werden nicht lange überleben, wenn sie diesen Weg weiter beschreiten", sagte er im Fernsehsender Al-Arabija. "Wir sind bereit, Afghanistan zu verteidigen, und wir warnen vor einem Blutvergießen."

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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