Politik

Verhandlung über Fluchtkorridore Ukraine: Mehr als 50 Tote bei Angriffen auf Tschernihiw

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In Tschernihiw wurden viele Gebäude zerstört.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Seit Kriegsbeginn ist Tschernihiw Ziel russischer Angriffe. Auch vor der zivilen Infrastruktur sollen Putins Truppen nicht haltmachen, so heißt es von ukrainischer Seite. Dutzende Menschen sterben. Die humanitäre Lage in der Stadt nahe der belarussischen Grenze sei zudem katastrophal.

Bei Angriffen auf die nordukrainische Stadt Tschernihiw sind nach Angaben örtlicher Behörden mehr als 50 Menschen an einem Tag ums Leben gekommen. "Allein in den letzten 24 Stunden sind 53 Leichen unserer Bürger, die vom russischen Aggressor ermordet wurden, in den Leichenhallen der Stadt eingetroffen", teilte der Chef der Militärverwaltung des Gebiets, Wjatscheslaw Tschaus über Telegram mit. Er machte Russland für Angriffe auf die zivile Infrastruktur verantwortlich. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Die nahe der Grenzen zu Russland und Belarus gelegene Stadt Tschernihiw ist seit Kriegsbeginn Ziel russischer Angriffe. Die humanitäre Lage gilt als katastrophal, viele Gebäude sind zerstört. Für den heutigen Donnerstag seien weitere Verhandlungen über einen möglichen Fluchtkorridor geplant, durch den Zivilisten die Stadt verlassen sollen. "Ich möchte die Kinder der Stadt nicht in den sicheren Tod schicken. Der Korridor findet nur dann statt, wenn wir uns geeinigt haben", erklärte Tschaus.

In der Stadt gebe es Probleme mit der Versorgung mit Strom, Wasser und Gas. Notfallteams würden stündlich versuchen, Löcher in den Energienetzen zu reparieren.

Tschaus widersprach derweil Meldungen, russische Soldaten seien in der Stadt. "Hier gibt es keine Russen mit Sturmgewehren. Verbreiten Sie bitte keine Panik." Die Menschen sollten trotz der schwierigen Lage Ruhe bewahren. "Entschuldigung, die Stimmung ist ein wenig gereizt und ich verstehe, dass alle müde sind, es ist sehr schwer für alle, aber ich betone - mit einem kühlen Kopf muss jeder seine Arbeit machen."

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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