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Pflichtfach zuerst an Gymnasien Umstrittenes Fach Wirtschaft startet in NRW

Ein Schüler an einem Gymnasium meldet sich im Unterricht. Foto: Armin Weigel/Archiv

Ein Schüler an einem Gymnasium meldet sich im Unterricht. Foto: Armin Weigel/Archiv

(Foto: Armin Weigel/dpa)

In nordrhein-westfälischen Klassenzimmern soll es künftig mehr um Wirtschaft gehen. Zunächst starten Gymnasien mit dem neuen Schulfach "Wirtschaft-Politik". Das freut Wirtschaftsverbände - und besorgt Gewerkschaften und die Opposition.

In Nordrhein-Westfalen beginnt heute das neue Schuljahr - und damit auch ein neues Unterrichtsfach. Im Fach "Wirtschaft-Politik" sollen Schülerinnen und Schüler "ökonomische und politische Mündigkeit" sowie Verbraucherkompetenzen lernen. Zunächst startet das Pflichtfach an den landesweit rund 600 Gymnasien. Die anderen Schulformen sollen ein Jahr später folgen.

Bisher hatten Schülerinnen und Schüler in NRW "Politik/Wirtschaft" auf ihrem Stundenplan, künftig heißt das Fach "Wirtschaft-Politik". Und so wenig sich der Name ändert, so gering sind laut WDR die Unterschiede zwischen den Kernlehrplänen des alten und neuen Fachs. Der größte Teil der alten Lerninhalte bliebe demnach erhalten, doch der wirtschaftliche Teil solle mehr Zeit in Anspruch nehmen. Weiterhin sollen Sozialwissenschafts-Lehrer die Stunden unterrichten. Die Regierung aus CDU und FDP hatte das Fach im Koalitionsvertrag beschlossen. Bisher gibt es noch keine spezielle Lehrerausbildung für das neue Schulfach.

Viele Wirtschaftsverbände befürworten den neuen Unterrichtsschwerpunkt. Sie hatten seit Längerem gefordert, Wirtschaft als Unterrichtsfach einzuführen. Auch FDP-Bildungsministerin Yvonne Gebauer lobt den Schritt in der "Welt" und plädiert für eine ideologiefreie Schulpolitik. Das Bild vom Unternehmertum sei mittlerweile zu kritisch und einseitig. Sie verweist außerdem auf einen dreijährigen Modellversuch mit 70 Realschulen in NRW: "Schüler, Eltern und Lehrer fanden mehr ökonomische Kompetenzen im Unterricht gut."

Kritisch sieht dagegen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW das neue Fach. Gegenüber dem WDR sagte die Vorsitzende Maike Finnern: "Wir brauchen mehr Politik in der Schule statt einer Ausweitung der Wirtschaft." Die GEW hatte ihre Ablehnung außerdem bereits damit begründet, dass wirtschaftliche Themen im Zusammenhang vermittelt werden müssen - und nicht in einem extra Fach. Auch SPD und Grüne lehnen "Wirtschaft-Politik" ab.

Quelle: n-tv.de

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