Politik

Um "Verwirrung" zu vermeiden Weil hofft auf koordinierte Lockerung

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Der Lehrerverband glaubt nicht an eine schnelle Rückkehr zum Schulalltag wie vor der Krise.

(Foto: dpa)

Wann und in welcher Form Schulen wiedereröffnet werden, ist noch offen. Doch angesichts der Fortschritte im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird bereits über mögliche Szenarien diskutiert. Niedersachsens Landeschef Weil hofft jedoch darauf, dass Lockerungen in allen Ländern einheitlich erfolgen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hofft auf ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer bei der Lockerung der wegen der Corona-Krise verfügten Beschränkungen. "Ich will da nicht mutmaßen, aber es kann mindestens nicht unser Ziel sein", sagte der SPD-Politiker im ZDF auf die Frage, ob unterschiedliche Lösungen - etwa bei Schulöffnungen - denkbar seien.

Zwar habe man in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedliche Situationen - zum Beispiel, was die Zahl der Infektionen angehe, sagte der SPD-Politiker. Dennoch wäre es sehr hilfreich, wenn die Länder "im gleichen Schritt in die gleiche Richtung gehen, dass da keine Verwirrung entsteht".

Die bislang geltenden Maßnahmen zeigten Wirkung, doch man sei noch lange nicht am Ziel, betonte Weil. Nun müsse geschaut werden, wie sich die Situation über Ostern entwickele. "Und niemand soll glauben, dass ab dem 20. April gewissermaßen unser altes Leben wieder schlagartig beginnen kann - mit Sicherheit nicht", sagte er. "Ob es überhaupt Lockerungen geben kann - ich weiß es nicht."

Lehrerverband: Kein baldiger "Unterrichts-Vollstart"

Auch nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes wird es nach den Osterferien keine schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb an Schulen geben. "Ich bin mir aber sicher, dass es nach den Osterferien keinen Unterrichts-Vollstart an den Schulen geben wird", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger. Alles hänge von der medizinisch-virologischen Lageeinschätzung und den Maßnahmen ab, die am kommenden Mittwoch von den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel beschlossen und verkündet würden.

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"Wird aber der Lockdown gelockert, kann man auch eine stufenweise Rückkehr zum Schulbetrieb wieder andenken", so Meidinger. Unter stufenweiser Rückkehr stellt sich der Lehrerverbandspräsident, der selbst ein Gymnasium im niederbayerischen Deggendorf führt, beispielsweise eine gestaffelte Rückkehr der Schüler vor, beginnend mit den Abschlussklassen für Abitur, Mittlere Reife und Hauptschulabschluss - vor allem wegen der Prüfungen. Nach Meidingers Ansicht wären bei einer Rückkehr in den Schulbetrieb auch Gruppen- und Klassenteilungen vorstellbar, um einen höheren Sicherheitsabstand einhalten zu können.

Dreyer: Entscheidung hoffentlich kommende Woche

Eine Tendenz, wie die Entscheidung von Bund und Ländern über die Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach dem 19. April ausfallen könnte, ist kurz vor Ostern noch nicht zu erkennen. Neben Weil hatten sich bereits mehrere andere Ministerpräsidenten in den vergangenen Tagen zu ihren Erwartungen an die Schalte in der kommenden Woche mit Merkel geäußert. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer von der SPD etwa sagte am Mittwoch, sie hoffe, dass danach eine Entscheidung zum Vorgehen an den Schulen stehe.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet von der CDU forderte wie Weil einen Konsens aller 16 Bundesländer beim Zeitplan für die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas. NRW werde bei den Beratungen mit Kanzlerin Merkel darauf dringen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU hatte am Dienstag explizit auf Österreich verwiesen, das in der Entwicklung drei Wochen voraus sei: Dort würden viele Maßnahmen verlängert, Ausgangsbeschränkungen blieben, und auch die Schulen würden geschlossen bleiben.

Quelle: ntv.de, kst/dpa