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IOC hält an Olympia 2020 fest Boykottieren deutsche Athleten die Spiele?

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Olympia 2020 trotz Corona? Max Hartung hat darauf keine Lust.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Max Hartung hat vorgelegt: Der Sprecher der Vereinigung Athleten Deutschland fährt nicht zu den Olympischen Spielen, wenn sie wie geplant stattfinden. Folgen weitere Sportler seinem Vorbild? Darüber wird nun gemeinschaftlich beraten. Und der DOSB hört offenbar genau zu.

Das unrühmliche Spiel auf Zeit von Thomas Bach spaltet die Sportwelt, doch Max Hartung stoppt die Uhr: Der Fechter hat seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio abgesagt und damit den Druck auf das zögerliche Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Präsident Bach erhöht. Ein historischer Boykott des gesamten deutschen Teams könnte folgen.

"Ich mache mir Gedanken, wie ich als Sportler dazu beitragen kann, dass wir möglichst alle gut durch die Krise kommen. Für mich war schnell klar, dass das bedeutet, zu Hause zu bleiben", sagte Hartung, Präsident der Vereinigung Athleten Deutschland. Die Reaktionen seien "durch die Bank positiv". Die Kollegen "haben großen Respekt davor". Daher könnte Hartungs "wahnsinnig traurige" Entscheidung Signalwirkung besitzen. Alle potenziellen deutschen Olympia-Fahrer sollen in den kommenden Tagen darüber abstimmen, ob sie angesichts der Corona-Pandemie an den Sommerspielen (24. Juli bis 9. August) teilnehmen wollen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dürfte das Votum seiner Athleten übernehmen und sich entsprechend positionieren.

"Der DOSB macht das bisher sehr gut. Wir hatten eine Telefonschalte mit 200 Athleten. Da wurde ganz klar gesagt, dass die Stimme der Athleten bei der Positionierung des DOSB ganz viel Gewicht bekommt", sagte Hartung. Am Sonntagmittag tagte das DOSB-Präsidium, danach gab es eine Telefonkonferenz der Athletenvertreter der Sportarten.

"Für Viren gibt es kein tolleres Fest"

Geht es nach dem Virologen Alexander Kekule, könnte man sich die Diskussionen sparen. "Ich halte es für ausgeschlossen, dass wir in Tokio dieses Jahr die Olympischen Spiele austragen können", sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale im ARD-Interview. Doch Bach hofft weiterhin auf eine Austragung der Olympischen und auch Paralympischen Spiele (25. August bis 6. September) - im Sinne der Sportler. "Die Absage würde den olympischen Traum von 11.000 Athleten aus 206 Nationalen Olympischen Komitees und dem IOC-Flüchtlingsteam zerstören. Eine solche Absage wäre die am wenigsten faire Lösung", sagte der IOC-Präsident dem SWR und erntet dafür Unverständnis von Kekule: "Es gibt für Viren quasi kein tolleres Fest als so eine Veranstaltung."

Auch die Politik drängt auf eine Verschiebung. "Wie das IOC nach allem, was wir mittlerweile über diese Pandemie wissen, überhaupt noch auf den Gedanken kommen kann, in Kürze Menschen aus aller Herren Länder nach Tokio einfliegen zu lassen, ist mir unbegreiflich", sagte Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, und forderte: "Das IOC, allen voran natürlich Präsident Bach, muss sich seiner Verantwortung stellen."

Es gibt aber auch weiterhin Gründe und Unterstützung für die Haltung des IOC. "Stellen Sie sich vor, was das für ein positives Zeichen für die Welt wäre, wenn es uns gelingt, die Olympischen Spiele als erste Veranstaltung nach dieser weltweiten Krise stattfinden zu lassen", sagte Kanu-Präsident Thomas Konietzko der Zeitung "Neues Deutschland".

Quelle: ntv.de, tsi/sid