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Ausgleich in letzter Sekunde DHB-Auswahl rettet Punkt gegen Slowenien

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Des einen Freud ist des anderen Leid: Mit der letzten Aktion des Spiels erzielte Tobias Reichmann den Ausgleich.

(Foto: dpa)

Die deutschen Handballer stehen bei der EM in Kroatien in der Hauptrunde. In einer turbulenten Schlussphase gleichen sie nach einer minutenlangen Unterbrechung in letzter Sekunde aus. Der slowenische Verband legt Protest ein.

Die deutschen Handballer stürmen nach dem Happy End in letzter Sekunde auf Tobias Reichmann zu und feiern den späten Helden eines spektakulären Spiels. Mit einem Siebenmeter in letzter Sekunde erzielt der Rechtsaußen von der MT Melsungen in Zagreb den Ausgleich zum 25:25 (10:15) gegen den WM-Dritten Slowenien und wirft Deutschland damit vorzeitig in die EM-Hauptrunde. Mit 3:1-Punkten nach zwei Spielen ist die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop nicht mehr von einem der ersten drei Plätze der Gruppe C zu verdrängen und kann für die nächste Turnierphase planen. Der slowenische Verband legte nach Abpfiff Protest ein.

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Uwe Gensheimer war mit sieben Toren bester Werfer auf deutscher Seite.

(Foto: dpa)

Titelreif war die Leistung der DHB-Auswahl aber ganz und gar nicht. In der turbulenten Schlussphase traf Paul Drux zunächst zum 24:24, sechs Sekunden vor Ende gingen die Slowenen erneut in Führung und jubelten schon über den Sieg. Allerdings behinderten sie danach am Mittelkreis den deutschen Anwurf. Die beiden Schiedsrichter aus Litauen schauten sich minutenlang eine Wiederholung an und gaben Siebenmeter sowie Rot für den Slowenen Blaz Blagotinsek. Reichmann behielt die Nerven und schaffte noch den Ausgleich in hitziger Atmosphäre. Bester Werfer des deutschen Teams war erneut Kapitän Uwe Gensheimer mit sieben Treffern.

Pfiffe bei jeder Aktion

Zwar war die Arena in Zagreb auch diesmal nicht ansatzweise voll, die Stimmung aber eine ganz andere. Im Gegensatz zum lockeren Auftaktsieg gegen Montenegro (32:19) pfiffen die slowenischen Fans das DHB-Team bei jeder Aktion lautstark aus, was den Titelverteidiger überraschend stark verunsicherte. Selbst dem erfahrenen Kapitän Gensheimer versagten in der Anfangsphase die Nerven, als er mit gleich zwei Siebenmetern innerhalb kurzer Zeit an Slowenen-Keeper Urban Lesjak scheiterte. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde lag Prokops Team bereits mit vier Toren zurück (3:7).

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Nach Spielende feiern die deutschen Handballer den Schützen des Ausgleichtreffers.

(Foto: dpa)

Probleme bereitete Deutschland nicht nur die aggressive Abwehr der Slowenen, sondern auch deren flinker Spielmacher Miha Zarabec vom THW Kiel. Mit einfachsten Körpertäuschungen hebelte der 1,77 Meter kleine Zarabec die gegen Montenegro noch überzeugende DHB-Abwehr immer wieder aus. Zudem erwischte Torhüter Andreas Wolff einen alles andere als guten Tag. Lediglich acht Prozent der Würfe parierte er im ersten Durchgang. Schon in der 21. Minute brachte Prokop Silvio Heinevetter für den enttäuschenden Wolff, der fluchend das Feld verließ.

Erste Führung nach 51 Minuten

Besserung brachte aber auch dieser Wechsel nicht, zur Pause lagen die Slowenen sogar mit fünf Treffern in Front. Erstaunlich war nicht nur, wie sehr sich die DHB-Auswahl von der hitzigen Stimmung, sondern auch von der Aggressivität des WM-Dritten verunsichern ließ. Der von Prokop bevorzugte Mittelblock aus Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek bekam keinerlei Zugriff auf die Angriffsbemühungen der Slowenen. Auch Julius Kühn oder Bastian Roscheck überzeugten nicht.

Im Abschluss scheiterten Gensheimer und Co. ebenso etliche Male an ihren Nerven. "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, zwei Siebenmeter und einige andere freie Würfe verballert", sagte der Linksaußen in der Pause der ARD.

Viel besser wurde es aber auch im Anschluss nicht. Zwar verwarfen die DHB-Spieler nicht mehr so viele einfache Bälle und schafften in Überzahl eine Aufholjagd und den Ausgleich. Doch die Slowenen hielten den Druck auf Prokops Team permanent aufrecht. Erst spät kam der Europameister ran und ging nach 51 Minuten erstmals in Führung.

Nach dem dramatischen Spiel legte Slowenien Protest gegen die Wertung ein. "Die Schiedsrichter haben die Möglichkeit des Videobeweises genutzt und die letzten Sekunden intensiv begutachtet. Ihre finale Entscheidung ist regelkonform", teilte der DHB mit. "Die sportliche Enttäuschung unseres Gegners ob des dramatischen Spielendes verstehen wir, aber einem Protest der slowenischen Delegation sehen wir gelassen entgegen."

Den dramatischen Liveticker zum Spiel finden Sie hier. Letzter Vorrundengegner des deutschen Teams ist am Mittwoch (18.15 Uhr) Mazedonien.

Quelle: n-tv.de, Nils Bastek und Eric Dobias, dpa

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