Nächster Fünf-Satz-Krimi Djokovic ringt Sinner nieder und steht zum 38. Mal in einem Grand-Slam-Finale

Auch das zweite Halbfinale der Australian Open geht über die volle Distanz. Und wie sein Finalgegner Carlos Alcaraz durchlebt Novak Djokovic eine erstaunliche Schwächephase. Danach rappelt sich der Grand-Slam-Rekordsieger auf und zieht gegen Jannik Sinner wieder ins Finale seines Lieblingsturniers ein.
Der Altmeister will es noch einmal wissen: Novak Djokovic hat einen spektakulären Sieg gegen Jannik Sinner gefeiert und ist Carlos Alcaraz ins Endspiel der Australian Open gefolgt. Der serbische Grand-Slam-Rekordsieger schlug den italienischen Titelverteidiger in einem dramatischen Halbfinale überraschend mit 3:6, 6:3, 4:6, 6:4, 6:4.
Djokovic verwandelte um 1:31 Uhr Ortszeit nach mehr als vier Stunden seinen dritten Matchball und entschied die Partie - auch weil Sinner zuvor zu viele Breakchancen liegen gelassen hatte. Dem 38-Jährigen fehlt damit nur noch ein Schritt, um nach Jahren des Wartens doch noch seinen ersehnten 25. Major-Titel zu feiern und sich auch geschlechterübergreifend zum alleinigen Rekordhalter aufzuschwingen.
Djokovic ist zudem nun der älteste Finalteilnehmer in Melbourne in der Open Era und könnte seinen insgesamt elften Turniersieg Down Under erringen. Sinner hingegen verpasste seinen dritten Finaleinzug in Melbourne nacheinander und die Chance auf Grand-Slam-Titel Nummer fünf.
Becker staunt über Djokovic
Der Serbe hatte die vergangenen fünf Duelle mit Sinner allesamt verloren - drei davon in Grand-Slam-Halbfinals - und dabei nur zwei Sätze für sich entschieden. Doch nach einem souveränen Start des Weltranglistenzweiten aus Südtirol zeigte Djokovic, dass er seine verbissene Jagd auf weitere große Titel noch nicht aufgegeben hat. Er zog die Zuschauer im zweiten Satz auf seine Seite und begegnete dem Italiener auf Augenhöhe.
Auch im vierten Satz gelang es Djokovic, Sinner den Aufschlag abzunehmen. Der 38-Jährige, der im Turnierverlauf viel Kraft hatte sparen können, spielte teilweise so stark wie in jüngeren Jahren. "Der ist fit wie ein Turnschuh", staunte sein früherer Trainer Boris Becker bei Eurosport. Sinner hatte im Entscheidungssatz zahlreiche Breakchancen, doch Djokovic blieb extrem nervenstark.
Gegen Alcaraz hat Djokovic eine positive Bilanz von 5:4 in den direkten Duellen. Beim bislang letzten Mal, im Halbfinale der US Open, behielt der Spanier aber die Oberhand. Alcaraz hatte im ersten Halbfinale von Melbourne zuvor den Weltranglistendritten Alexander Zverev ebenfalls in einem spektakulären Fünfsatz-Krimi besiegt.