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Türken schlagen deutsches Team Schröder kann Niederlage nicht verhindern

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Seine Leistung allein reichte nicht: Point Guard Dennis Schröder.

(Foto: picture alliance/dpa)

Lange halten die deutschen Basketballer um NBA-Spieler Dennis Schröder mit. Doch im vierten Viertel zieht der überragende Gegner aus der Türkei davon. Das Team von Bundestrainer Henrik Rödl kann dennoch positiv in die Zukunft blicken.

Trotz eines starken Auftritts von NBA-Jungstar Dennis Schröder haben die deutschen Basketballer in der Vorbereitung auf die nächsten Duelle in der WM-Qualifikation einen Dämpfer erhalten. Nach zuletzt sechs Siegen in Folge unterlag die Nationalmannschaft der Türkei im Halbfinale des Supercups in Hamburg 79:100 (41:51).

Durch die Niederlage zum Auftakt verpasste die Auswahl von Bundestrainer Henrik Rödl, bei der Schröder mit 32 Punkten und 14 Assists stärkster Akteur war, beim eigenen Vorbereitungsturnier das Finale am Samstagabend. "Wir haben als Team nicht gut verteidigt, haben es bei den Dreiern sehr offen gelassen. Wir waren auch unter dem Korb nicht aggressiv genug", sagte Schröder. Für ihn und das deutsche Team geht es am späten Samstagnachmittag gegen Italien nur noch um den dritten Platz. Tschechien hatte im zweiten Semifinale 87:80 gegen die Südeuropäer gewonnen.

Der 24-jährige Schröder, der im Sommer von den Atlanta Hawks zu den Oklahoma City Thunder gewechselt war, übernahm schnell die Kontrolle des lange hart umkämpften Spiels. Die Türken mit ihren vier Profis mit NBA-Erfahrung machten es den Gastgebern dabei von Anfang an schwer.

Cedi Osman und Ersan Ilyasova, zuletzt noch Mitspieler von Schröder in Atlanta, waren dabei lange die auffälligsten Akteure. Während Deutschlands zweiter NBA-Spieler Maximilian Kleber lange Probleme hatte, um in die Begegnung zu finden, erzielte Schröder alleine zwölf der ersten 18 Punkte.

Türken machen im letzten Viertel alles klar

Doch der pfeilschnelle Point Guard traf vor 2019 Zuschauern nicht nur, er setzte seine Teamkollegen auch immer wieder clever in Szene. Früh in der ersten Halbzeit war zu sehen, welche Qualitäten der Braunschweiger besitzt und warum Schröder aktuell der dominanteste deutsche Basketballer ist. Doch die Türken ließen sich von einem knappen Rückstand nach dem ersten Viertel (26:29) nicht beeindrucken, drehten anschließend mächtig auf und lagen dank starker Wurfquoten von der Dreipunktelinie zur Halbzeit mit zehn Punkten in Führung.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte glänzte Aufbauspieler Schröder mit Übersicht und seiner Abschlussstärke als Anführer. Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes ging beim Stand von 62:61 nach einer engagierten Aufholjagd erneut in Führung, lag vor dem intensiven Schlussabschnitt allerdings wieder mit zwei Zählern hinten. Im letzten Vierte machten die Türken alles klar - für Bundestrainer Rödl, seit gut einem Jahr im Amt, war es die erste Niederlage.

Der Supercup sei zwar wichtig, hatte Rödl im Vorfeld gesagt, die WM-Qualifikation stehe aber klar "im Vordergrund". Auf dem Weg zur WM 2019 in China geht es am 13. September nach Estland und am 16. September in Leipzig gegen Israel. Dabei besitzt Deutschland mit bislang sechs Siegen aus sechs Erstrundenspielen eine hervorragende Ausgangslage für den Sprung zur Endrunde.

Stärkste Mannschaft, "die wir jemals hatten"

Das Potenzial im deutschen Basketball scheint so groß wie seit Jahren nicht mehr. Etliche Hoffnungsträger fehlen in Hamburg. Daniel Theis (Boston Celtics), Moritz Wagner, Isaac Bonga (beide Los Angeles Lakers), Isaiah Hartenstein (Houston Rockets) sowie Paul Zipser (vereinslos, zuletzt Chicago Bulls) sind ebenso wenig vor Ort wie Kapitän Robin Benzing und Johannes Voigtmann.

"Wenn alle dabei sind, ist das, glaube ich, mit die stärkste Nationalmannschaft, die wir jemals hatten", hatte Schröder am Donnerstag gesagt. Der Spielmacher ließ eine starke Vorstellung folgen. Und war letztlich dennoch enttäuscht.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/sid

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