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"So verdient"Tennis-Idole feiern Alexander Zverev

07.06.2026, 22:08 Uhr
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Rafael Nadal ist einer der ersten Gratulanten, nachdem Alexander Zverev endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinnt. Auch andere Tennis-Idol wissen um die Größe des Augenblicks.

Alexander Zverev ist nach mehr als einem Jahrzehnt am Ziel seiner Träume angekommen: Der beste deutsche Tennisprofi ist Olympiasieger, zweifacher Weltmeister, war schon die Nummer zwei der Weltrangliste und spielte in seiner Karriere mehr als 60 Millionen Dollar an Preisgeldern ein - nun ist er endlich auch Grand-Slam-Sieger.

Durch das 6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1 im Finale der French Open krönte sich Zverev zum König von Roland Garros und die Größten seines Sports feiern den Hamburger, der nach dem Matchball sofort Tränen der Erleichterung und der Freude weinte.

"Ein Lebenstraum geht in Erfüllung. Er hat das mehr als verdient. Nach all den Jahren, der Arbeit, der Verzweiflung, der Enttäuschung", jubelte Boris Becker. "Unglaublich, ich bin sehr stolz auf ihn. Er ist Grand-Slam-Champion, er ist jetzt in einem ganz besonderen Klub. Das fühlt sich sehr gut an." Becker war der bis zu Zverevs großem Nachmittag auf dem Court Philippe-Chatrier der bislang letzte deutsche Grand-Slam-Champion: Das deutsche Tennis-Idol hatte 1996 in Australien seinen sechsten und letzten Major-Triumph gefeiert.

Zverev reihte sich bei Becker (6 Grand Slams) und Michael Stich (1) als erst dritter Deutscher ein, der seit Beginn des Profitennis 1968 bei einem Major jubelt. Bei den Frauen hatte zuletzt 2018 Angelique Kerber in Wimbledon eine Slam-Trophäe gewonnen.

Noch auf dem Court hatte Finalgegner Flavio Cobolli seinen Freund Zverev mit großen Worten geadelt: "Hätte mich jemand gefragt, wer diesen Titel am meisten verdient, hätte ich gesagt, dass du es bist", sagte der Italiener - und schob schmunzelnd hinterher. "Es war mir eine Ehre, mit dir auf dem Platz zu stehen. Ich freue mich für dich, bin aber auch ein bisschen traurig für mich, denn ich war nicht weit davon entfernt. Jetzt, wo du dir deinen Traum erfüllt hast, lässt du mich das nächste Mal gewinnen."

"Du verdienst es absolut"

Auch der 22-malige Grand-Slam-Sieger Rafael Nadal weiß, was der Sieg für Zverev bedeutet: "Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn von Roland Garros! So verdient nach all der harten Arbeit und Ausdauer. Du hast lange auf deinen ersten Grand Slam hingearbeitet, und du verdienst es absolut!"

Gegen Nadal erlebte der Deutsche auf eben jenem Court Philippe-Chatrier die schlimmsten Momente seiner Karriere: Ende Mai 2022, erlebte Zverev ein Drama: Beinahe drei Stunden hatten sich die Konkurrenten im Halbfinale schon auf höchstem Niveau bekämpft, als Zverev tief in einer Ecke des Courts umknickte.

Kein Tennisfan hat die Schreie des Deutschen vergessen, der nach mehreren Minuten im Rollstuhl in die Kabine gefahren wurde und schließlich auf Krücken auf den Platz zurückkehrte, um sich vom Schiedsrichter, den Fans und seinem sichtbar mitgenommenen Gegner zu verabschieden. Mehrere Bänder hatte sich Zverev gerissen, dazu zwei Knochen im rechten Knöchel gebrochen.

Schicksalscourt Philippe-Chatrier

Zwei Jahre später kam es in der ersten Runde erneut zu einem schicksalshaften Duell an gleicher Stelle: 6:3, 7:6, 6:3 schlug Zverev den Sandplatz-König in dessen letztem Match auf dem Court, auf dem er 14 Mal (!) die French Open gewann. "Für mich ist es so besonders, die Liebe der Menschen an dem Ort zu spüren, den ich am meisten liebe", sagte Nadal damals unter dem Jubel der Menschen. "Ich muss Sascha zu diesem großartigen Match gratulieren." Es war ein weiterer tränenreicher Tag auf Philippe-Chatrier. Wenige Tage später verlor Zverev das Finale trotz 2:1- Satzführung gegen Nadals Nachfolger Carlos Alcaraz.

Billie Jean King, die zwölfmalige Grand-Slam-Gewinnerin und Koryphäe des Frauen-Tennis, würdigte einen oft unterschlagenen Aspekt in der Karriere des Alexander Zverev: "Herzlichen Glückwunsch an Alexander Zverev zu seinem allerersten Grand-Slam-Einzeltitel", schrieb die US-Amerikanerin. "Er ist zudem der erste Mann mit Typ-1-Diabetes, der ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat. Was für ein Sieg für alle, die mit dieser Krankheit leben."

"Ich möchte Vorbild sein"

Zverev hatte 2022 seine Diabetes-Erkrankung, an der er seit seinem vierten Lebensjahr leidet, öffentlich gemacht. Er wolle zeigen, "dass man es mit dieser Krankheit ganz weit schaffen kann. Ich möchte ein Vorbild sein für bereits erkrankte Menschen, aber auch eine Stütze sein für die Kinder, die mit einem aktiven Leben und der richtigen Vorbeugung noch vermeiden können, Diabetes zu bekommen", erkärte Zverev damals bei der Vorstellung seiner Stiftung. Der Typ 1, wie bei Zverev, ist bisher nicht heilbar, so dass die Betroffenen ihr Leben lang Insulin spritzen müssen.

Der entthronte French-Open-Champion Carlos Alcaraz, der das Turnier verletzungsbedingt verpasst hatte, stimmte in den Chor ein: "Du hast es verdient", schrieb der Spanier, der sich mit dem italienischen Dominator Jannik Sinner die letzten neun Grand-Slam-Titel untereinander aufgeteilt hatte.

"Du hast es geschafft"

"Ich will meine Karriere sicher nicht als der beste Spieler beenden, der nie einen Grand-Slam gewonnen hat", hatte Zverev im Januar 2025 auf dem Center Court von Melbourne verkündet, nachdem er zuvor von Jannik Sinner im Finale der Australian Open schwer geschlagen worden war.

"Ein Grand-Slam-Finale zu verlieren, ist das beschissenste Gefühl, das es auf der Welt gibt", sagte er dann im Januar 2025 den Tränen nahe nach der Endspiel-Niederlage von Melbourne gegen Sinner verkündet. Nun brachte die dreimalige Grand-Slam-Gewinnerin Angelique Kerber die Bedeutung des Moments auf den Punkt: "Herzlichen Glückwunsch, Sascha! Du hast es geschafft!"

Quelle: ntv.de, ter

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