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Philippe Coutinho ist bislang der teuerste Winter-Transfer mit einer Ablöse von 160 Millionen Euro.
Philippe Coutinho ist bislang der teuerste Winter-Transfer mit einer Ablöse von 160 Millionen Euro.(Foto: imago/Action Plus)
Freitag, 12. Januar 2018

Millionenwahn mit Bauchschmerzen: Topklubs liefern sich Winter-Wettbieten

Bislang wurden vor allem chinesische Millionen aus dem Wintertransfer-Fenster geworfen, jetzt zieht Europa nach. Allein der FC Barcelona und der FC Liverpool investieren 250 Millionen Euro. Die Bundesliga verweigert sich - könnte aber profitieren.

Die größte Investition in der Vereinsgeschichte des FC Barcelona saß grinsend auf der Tribüne. Philippe Coutinho, der für bis zu 160 Millionen Euro in der vergangenen Woche vom FC Liverpool zu den Katalanen gewechselt war, fehlte beim 5:0-Pokalsieg gegen Celta Vigo gleich verletzungsbedingt. Auch wenn der Brasilianer Lionel Messi und Co. bei der Mission Champions-League-Sieg nicht helfen kann, ist der Multi-Millionen-Wechsel erneut ein Zeichen für den entfesselten internationalen Transfermarkt, während sich Vereine in der Bundesliga oft zurückhalten.

Virgil van Dijk ist seit diesem Winter der teuerste Abwehrspieler der Fußballgeschichte. Aber das heißt ja nichts.
Virgil van Dijk ist seit diesem Winter der teuerste Abwehrspieler der Fußballgeschichte. Aber das heißt ja nichts.(Foto: dpa)

"Wenn jeder weiß, dass du viel Geld hast, dann musst du auch viel bezahlen - mehr, als der Spieler vielleicht wert ist", sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler über den Wechsel von Virgil van Dijk, der im Winter für über 80 Millionen Euro von Southampton zu den "Reds" gewechselt war.

Während Bundesliga-Clubs die Nationalstürmer Sandro Wagner (zwölf Millionen Euro) oder Mario Gomez (drei Millionen Euro) für adäquate Marktpreise verpflichteten, zahlten englische Vereine Rekordgelder für zuvor quasi unbeschriebene Blätter wie den 26-jährigen van Dijk. "Es ist eine abenteuerliche Summe", sagte Völler zum Wechsel des Niederländers in der "Süddeutschen Zeitung". Der ehemalige DFB-Teamchef mutmaßt: "Sie werden in Liverpool ein paar Bauchschmerzen gehabt haben, aber Jürgen Klopp hat in solchen Dingen immer ein gutes Näschen."

95 Millionen Euro für Leipzigs Keita?

Knapp drei Wochen vor Schließung des Transferfensters ist das Team von Coach Klopp aber noch nicht fertig gebastelt. Den für Sommer feststehenden Transfer des Leipzigers Naby Keita will der Traditionsclub nun offenbar schon auf das Winter-Fenster vorziehen. Bis zu 95 Millionen Euro könnte Klopps Verein dieses Vergnügen kosten, obwohl der hochtalentierte RB-Profi in der Champions-League-Rückrunde gar nicht auflaufen dürfte. "Der aktuelle Stand ist der, der sich eigentlich unverändert darstellt in der gesamten Saison: Dass es keinen Grund für uns gibt, Naby Keita vorher abzugeben", kommentierte Trainer Ralph Hasenhüttl die erneut aufflackernden Spekulationen um den Nationalspieler aus Guinea.

Um Arsenals Topstürmer Alexis Sanchez sollen sich derweil die Stadtrivalen Manchester City und Manchester United ein Wettbieten liefern. Über die Summen und mögliche Gegenwerte kann auf dem Transfermarkt, der manchmal wie eine große Auktions- und Tauschbörse wirkt, nur gemutmaßt werden. Bei Sanchez sind derzeit bis zu 25 Millionen Euro im Gespräch - und ein Wochengehalt von mindestens 280.000 Euro.

Auch Atlético legt nach

In Spanien hat neben Barca, das außer Coutinho auch den kolumbianischen Abwehrspieler Yerry Mina für 11,8 Millionen Euro verpflichtet hat, auch Atlético Madrid noch einmal Geld in die Hand genommen. Der Madrider Arbeiterclub verstärkt sich im Sturm mit Rückkehrer Diego Costa und Vitolo. Die Wechsel der beiden Profis, die laut Medien für 55 und 37,5 Millionen verpflichtet wurden, stand aber schon zu Saisonanfang fest. Costa musste bisher pausieren, weil die "Rojiblancos" mit einer Transfersperre belegt waren.

Wie die Bundesliga-Klubs waren auch die Italiener im Winter noch nicht richtig in Shoppinglaune. Die Wunschlisten sind bei den meisten Klubs länger als die der bereits verpflichteten Spieler - etwa bei Rekordmeister Juventus, der bislang noch keinen Neuzugang ins Team geholt hatte. In Turin scheint man aber unter anderen auf den deutschen Nationalspieler Emre Can zu hoffen, den Vereinspräsident Andrea Agnelli schon länger im Blick hat. Der 23-Jährige wäre neben Sami Khedira und Benedikt Höwedes der dritte DFB-Nationalspieler bei Juve. Auf Neuzugänge aus Deutschland ist derweil der AC Mailand aus, der angeblich gern vier Bundesliga-Profis holen möchte. Verpflichtet hat Milan noch keinen.

Quelle: n-tv.de