Hamilton vs. Antonelli

Historisches Alt gegen Jung zündet die Formel 1 an

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Macht Lewis Hamilton (r.) WM-Leader Kimi Antonelli bald Feuer unterm Hintern? (Foto: REUTERS)
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25.06.2026 | 19:22 Uhr
Lewis Hamilton ist wieder da und beschert der Formel 1 vor dem Österreich-GP ein historisches Duell. Noch ist Teenager Kimi Antonelli im Mercedes deutlich vorne, aber Ferrari ist im Kommen. Die Formel 1 gibt eine Hitzewarnung heraus.

Es ist heiß. Auch in der Steiermark, in Spielberg, in Zeltweg, um ganz genau zu sein. Vor der malerischen Alpenkulisse findet am Wochenende der Große Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring statt. Weit über 30 Grad soll es haben - bis zu 36, prognostizieren die Meteorologen. Für die Königsklasse Grund genug, eine Hitzewarnung auszugeben. Für die Teams heißt das: Ab einem Grenzwert von 31 Grad müssen sie ein zusätzliches Kühlsystem an den Autos anbringen.

Die Fahrer tragen daher Kühlwesten. Diese werden von Kühlflüssigkeit durchlaufen und schaffen damit Abhilfe im Cockpit, wo die Temperaturen noch einmal deutlich höher sind als außerhalb des Autos. Bislang funktionierte die Vorrichtung aber noch nicht über eine komplette Renndistanz. Die Fahrer dürfen allerdings selbst entscheiden, ob sie die Weste tragen möchten. Wer sich, etwa aufgrund des Tragekomforts, gegen einen Einsatz entscheidet, muss die Gewichtsdifferenz ausgleichen. Seit dem Großen Preis von Katar 2023 ist die FIA für das Thema sensibilisiert. Damals sorgte die extreme Hitze in der Wüste für dramatische Szenen: Einige Fahrer wurden kurzzeitig im Cockpit bewusstlos, manche mussten sich übergeben. 

Heißer geworden ist zuletzt auch der Kampf um die Weltmeisterschaft. Nach fünf Siegen in Serie fiel Spitzenreiter Kimi Antonelli in Barcelona zuletzt aus. Lewis Hamilton triumphierte erstmals im Ferrari und ist mit 41 Punkten Rückstand vor dem Österreich-GP erster Verfolger des jungen Italieners. Ein historisches Duell winkt. 22 Jahre trennen die Kontrahenten, Antonelli ist 19, Hamilton 41 Jahre alt. Ein solcher Altersunterschied im Titelkampf ist historisch einmalig in der Königsklasse.

Hamilton kämpfte sich aus tiefem Loch

Dass Hamilton im Ferrari noch einmal vorne mitmischt, schien vor einem Jahr noch undenkbar. "Es gab dunkle Zeiten, in denen die Negativität die Oberhand gewann, ich mich nutzlos fühlte und Hoffnung unmöglich schien", schrieb er auf Instagram. Aber seine Fans hätten ihn gestärkt, "mich daran erinnert zu kämpfen, weiterzumachen und zu wissen, wer ich bin". Im Sommer 2025 hatte sich Hamilton nach einer enttäuschend verlaufenden Premierensaison mit der Scuderia selbst in Grund und Boden geredet. "Ich bin absolut nutzlos. Sie müssen wahrscheinlich den Fahrer tauschen", ätzte er beim Ungarn-GP. Der Ferrari funktionierte nicht, wie der Engländer wollte. Hamilton tuckerte hinterher - eine Demütigung für den Rekordchampion, der doch gekommen war, um mit Ferrari Titel Nummer acht zu holen.

"Das war die schlimmste Saison, die ich jemals hatte", sagte er kurz vor Jahresende. Doch anstatt aufzugeben, weckte das nur seinen Ehrgeiz. Hamilton trainierte härter denn je, sein Alter ist ihm im Kampf mit den teilweise mehr als 20 Jahre jüngeren Konkurrenten nicht anzumerken. "Ich habe keinerlei Anteil daran", sagte Teamchef Fred Vasseur zur Wiederauferstehung seines Piloten: "Er konnte sich komplett neu fokussieren."

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Nach der Winterpause wieder hochgefahren half Hamilton auch dabei, Veränderungsprozesse bei Ferrari anzustoßen. Der Finne Kimi Räikkönen war 2007 der bislang letzte Champion des Rennstalls. Danach scheiterten Stars wie Fernando Alonso und Sebastian Vettel am Mythos Ferrari. Zeitweise konnten sie zwar gewinnen, aber für den großen Triumph reichte es nie. Auch der mit großen Hoffnungen gestartete Charles Leclerc schaffte es nur zum Vizeweltmeister. Der Monegasse sitzt nun schon das achte Jahr im Cockpit - und hat plötzlich das Nachsehen gegen Hamilton.

Mercedes und Ferrari im Upgrade-Wettlauf

Der Superstar der Formel 1 kommt mit der neuen Autogeneration, dem steten Wechsel zwischen Vollgas und Energiemanagement, gut klar. Und er hat das Momentum auf seiner Seite. "Wir haben im Kern ein großartiges Auto", sagte Hamilton. Die Schwächen des SF-26 sollen schrittweise verschwinden, in Spielberg geht es schon mit einem verbesserten Antrieb an den Start. Sowohl Ferrari als auch Mercedes kommen mit Upgrade-Paketen in die Steiermark. Bisher stach der Silberpfeil mit seinem überlegenen Aggregat das starke Kurvenverhalten der Roten Göttin. Die drei langen Geraden in Spielberg sollten Mercedes und Antonelli in die Karten spielen. Allerdings hat Mercedes ein Manko bei der Standfestigkeit. Das Update soll die Probleme insbesondere mit der Batterie ausmerzen.

"Bisher war unsere Achillesferse die Zuverlässigkeit", sagte Teamchef Toto Wolff. Nach den ersten sechs gewonnenen Rennen und dem "Realitätscheck" in Barcelona habe die Konkurrenz schnell aufgeholt. Schon längst warnte er vor Hamilton: "Wenn er Blut riecht, dann legt er los. Ich habe selbst viele Jahre gesehen, wie der Lewis-Zug Fahrt aufnimmt. Er ist dann schwer zu stoppen."

Kimi Antonelli hat noch immer ein dickes Polster von 41 Punkten Vorsprung. Aber wie schrieb Lewis Hamilton an seine Fan-Gemeinde: "Träume vom Unmöglichen".

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid/dpa