Formel1

Brasilien verspricht Formel-1-Drama Rosberg flirtet mit Triumph und Tragödie

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Bereit für den Showdown: Nico Rosberg hat in Brasilien seinen ersten WM-Matchball.

(Foto: dpa)

Eigentlich ist es ganz einfach: Gewinnt Nico Rosberg zum dritten Mal in Folge in Brasilien, ist er erstmals Formel-1-Weltmeister. Nur: Formel 1 in Brasilien ist selten einfach, sondern meist ein großes Drama. Rivale Lewis Hamilton plagt allerdings eine Brasilien-Phobie.

Wilde Attacken, Safety-Car-Phasen, taktische Manöver der Konkurrenz - alles ist wieder möglich beim Großen Preis von Brasilien in  São Paulo. Dort funktioniert die Formel 1 seit jeher nach eigenen Gesetzen. Für Nico Rosberg soll dieser perfekte Schauplatz für große Formel-1-Dramen nun zur glorreichen Bühne für seinen so lang ersehnten WM-Triumph werden. Und vieles spricht vor dem vorletzten Rennen der Weltmeisterschaft 2016 für den 31 Jahre alten Deutschen im Dauerduell mit dem britischen Dreifach-Champion Lewis Hamilton.

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Im Duell mit Titelrivale Lewis Hamilton hält Rosberg alle Trümpfe in der Hand.

(Foto: dpa)

"Ich muss weiter das machen, was mir dabei hilft, meine Bestleistung zu bringen - und das bedeutet, jedes Mal auf Sieg zu fahren", betonte Rosberg. 2014 siegte er in Brasilien von der Pole aus, 2015 auch – da allerdings stand er auch schon als erneut geschlagener WM-Zweiter hinter Hamilton fest. Käme es in diesem Jahr wieder dazu, dürfte das nach diesem Saisonverlauf allerschwerste Narben hinterlassen. (zur Grafik des Saisonverlaufs für Mobiluser)

Aber: Hamilton gewann in Brasilien noch nie. 2007 verzockte er in seinem berauschenden ersten Formel-1-Jahr dort stattdessen den Titel. Ein Jahr später gewann er sie, die WM - in Brasilien. Dank eines Überholmanövers auf den letzten Metern gegen den Deutschen Timo Glock. Und mit der Attitüde will der Brite nun das vermeintlich Unmögliche doch noch schaffen: "Seit dem Beginn meiner Formel-1-Karriere habe ich gesehen, dass sich das Blatt selbst im allerletzten Moment noch wenden kann. Deshalb musst du bis zum bitteren Ende kämpfen."

Hamilton in "ungewöhnlicher Position"

Die vergangenen beiden Rennen gewann Hamilton. 19 Punkte beträgt der Vorsprung des Deutschen. Er muss nicht mal vor Rosberg ins Ziel kommen, um seine WM-Chancen aufrecht zu erhalten, solange Rosberg nicht Erster wird. Dennoch räumt Hamilton ein: "In der Weltmeisterschaft befinde ich mich in einer ungewöhnlichen Position." Er kämpfe, wisse aber nicht genau, ob es ausreichen werde. "Der eine Ausgang wäre schmerzhaft, der andere eine großartige Leistung."

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Rosberg kennt seinen einstigen Kart-Kumpel nur zu gut. Er weiß, dass von dem Briten, der mit 51 Rennsiegen die drittmeisten in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse geholt hat, so lange Gefahr droht, bis er selbst diese WM zu seinen Gunsten entschieden hat. Bis sich Rosberg wie sein Vater Keke 1982 - mit nur einem Sieg allerdings - endlich Formel-1-Weltmeister nennen darf. Im elften Jahr seiner Karriere, die mit dem Wechsel zur Saison 2010 von Williams zu Mercedes die entscheidende Beschleunigungsphase nahm.

Jetzt, nach 23 Siegen in 204 Rennen, wo er kurz vor der großen Wunscherfüllung steht, will Rosberg weiterhin keinen Millimeter von seinem bewährten und von bisher neun Saisonerfolgen gekrönten Kurs abweichen. "Noch stehen zwei Rennen aus und in der Formel 1 kann alles passieren. Deshalb muss ich mich auf die Dinge konzentrieren, die ich beeinflussen kann", sagte er.

Formel-1-Gesetzmäßigkeiten ausgehebelt

Rosberg ist gewarnt, in São Paulo werden die Gesetzmäßigkeiten der Formel 1 manchmal neu definiert - erst recht, wenn ein Rennen von derart vielen Vorzeichen geprägt wird, wie der Große Preis von Brasilien am Sonntag (17 Uhr/RTL und n-tv.de Liveticker). Da wäre das Wetter. 2010 fuhr Nico Hülkenberg in einer Regen-Qualifikation sensationell auf die Pole.  Für Freitag und Samstag sind in São Paulo Gewitter vorhergesagt, auch am Sonntag soll es nicht trocken bleiben. Und Regen in São Paulo nimmt gern auch unwetterartige Ausmaße an.

Da wäre das Wiedersehen von Sebastian Vettel, Sieger zu glorreicheren Zeiten als gefeierter Red-Bull-Champion, mit dem jetzigen Red-Bull-Shootingstar Max Verstappen: höchste Crash-Gefahr! Zumal alle - beide Ferraris und beide Red Bulls – vermutlich wieder direkt hinter den beiden oder gar zwischen den Silberpfeilen mitmischen werden.

Da wäre ein Felipe Massa, der 2008 bei Hamiltons Triumph der tragische Leidtragende und gefühlte Sekunden-Weltmeister war, und nun sein letztes Rennen in seiner Heimatstadt fahren wird. Es wird ein tränenreiches Adeus - womöglich noch mal mit einer großen Leistung?

In den vergangenen beiden Jahren ließ sich Rosberg von nichts beirren. Nie war er so nah am WM-Titel wie jetzt. Nie wirkte er aber auch gefestigter. Ein perfektes Szenario für ein weiteres Formel-1-Drama auf dem Autódromo José Carlos Pace zwischen Triumph und Tragödie.

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(zum WM-Stand für Mobiluser)

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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