"Ich vermisse Michael"

Schumachers Geist dringt bei Ferrari-Showfahrt tief in Vettels Herz

imago1082472510h
Sebastian Vettel war nach den Ehrenrunden in Michael Schumachers altem Ferrari sichtlich angefasst. (Foto: IMAGO/PsnewZ)
00:00 / 03:09
06.09.2026 | 15:05 Uhr
Vor dem Großen Preis von Italien zelebriert Ferrari das Andenken Michael Schumachers. Sebastian Vettel fährt zu Ehren der Formel-1-Ikone einigen Runden in Schumachers alter Roter Göttin - und kämpft mit den Tränen.

Der Boden bebte in Monza, Michael Schumachers Ferrari raste über die Strecke, und am Ende hatte Sebastian Vettel Tränen in den Augen. Die Ausfahrt mit dem F2002 zu Ehren des deutschen Rekordweltmeisters war ein emotionaler Höhepunkt schon Stunden vor dem Großen Preis von Italien. "Unglaublich", sagte Vettel, als er aus dem Ferrari geklettert war, "mein Herz pocht, ich bin sehr stolz, und ich vermisse Michael."

Das Rennwochenende stand im Zeichen des siebenmaligen Weltmeisters, der vor 30 Jahren seine erste Saison für Ferrari fuhr - am Dienstag (8. September) jährt sich zudem der erste Heimsieg als Pilot der Scuderia in Monza zum 30. Mal. "Das ist Michaels Moment, wir senden ihm all unsere Liebe und unsere Emotionen", sagte Vettel. Seit dem folgenschweren Skiunfall im Dezember 2013 schützt Schumachers Familie dessen Privatsphäre sorgfältig, offizielle Informationen über den Gesundheitszustand werden nicht geteilt.

Video poster
3:23

Michael Schumachers Managerin spricht über besondere Ära

Vettel drehte seine Demonstrationsrunden unter dem Jubel der Fans vor vollbesetzten Tribünen, der V10-Motor führte zu einer mittlerweile ungewohnten Geräuschkulisse in der Formel 1. Der viermalige Weltmeister, selbst sechs Jahre lang im Ferrari aktiv, wirkte anschließend glücklich und bewegt. Die Reaktion der Fans zeige, "wie lebendig Michaels Geist und Ferraris Geist hier sind", sagte Vettel: "Michael ist ein zeitloser Gewinner für dieses Team und für die Menschen hier. Die Väter und Mütter tragen das in die nächste Generation, und die macht dann das gleiche."

Schumacher war Vettels großes Idol

Schumacher sei "heute nicht hier, aber ich habe ihn sehr gespürt. Es ist ein besonderer Moment, der mich meinen Freund noch mehr vermissen lässt." Schumacher war für Vettel früh ein Idol, "heute kommt alles wieder, die Kindheit, die Erinnerungen, die Poster an der Wand", sagte er bei Sky. Mit sieben Jahren habe er Schumacher erstmals aus der Nähe gesehen, "er kam an die Kartbahn, das war ein Riesenhighlight. 1997, mit zehn Jahren, durfte ich ihn dann persönlich kennenlernen."

Und Vettel haderte später mit sich, "'wie trainierst du?', habe ich ihn gefragt", erinnerte er sich lachend, "und ich hätte doch so viel bessere Fragen stellen können". Später, "als ich selbst fast erwachsen war, haben wir uns dann auf einer anderen Ebene kennengelernt", die beiden erfolgreichsten deutschen Formel-1-Piloten wurden Freunde.

Schumacher war 1996 als zweimaliger Weltmeister zu einem Team gekommen, das weit weg war vom WM-Titel in der Königsklasse. Dennoch gelangen gleich im ersten Jahr drei Rennsiege, darunter der Heimsieg in Monza. Der Aufbau des Weltmeisterteams dauerte Jahre, ab 2000 prägten Schumacher und Ferrari dann gemeinsam eine Ära: Fünfmal in Folge wurde Schumacher Weltmeister.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid