Fußball-EM

Der Regenbogen bleibt UEFA verzichtet auf Strafe für DFB-Kapitänsbinde

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Die Regenbogen-Kapitänsbinde darf bleiben.

(Foto: imago images/Schüler)

Manuel Neuer darf auch im Spiel gegen Ungarn die Regenbogen-Kapitänsbinde tragen. Die UEFA hat die Ermittlungen gegen den DFB eingestellt. Eine RTL/ntv.de-Recherche hatte am Nachmittag die Ermittlungen öffentlich gemacht.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird für die Regenbogen-Kapitänsbinde von Nationalmannschaftstorhüter Manuel Neuer nicht bestraft. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat ihre Überprüfung laut DFB-Mitteilung eingestellt. In einem UEFA-Schreiben an den Verband werde "die Regenbogenbinde als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für 'good cause' bewertet", teilte der DFB via Twitter mit. Zuvor hatte der Verband die Überprüfung bestätigt. Üblicherweise sind die EM-Kapitäne zum Tragen des UEFA-Modells verpflichtet.

Die Ermittlungen waren durch eine RTL/ntv.de-Recherche öffentlich geworden. Sie hatten national und international für großen Wirbel gesorgt. "Come on, UEFA – das kann doch nicht euer Ernst sein?!", schrieb VFB-Stuttgart-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger. Der ehemalige Nationalspieler hatte 2014 nach seiner aktiven Laufbahn erklärt, homosexuell zu sein. Er vollzog diesen Schritt als erster prominenter deutscher Profifußballer.

"Das ist nicht hinnehmbar", hatte Christian Rudolph, der Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD), gegenüber ntv.de über die Ermittlungen der UEFA gesagt: "Es ist ein fatales Zeichen. Wir sind gerade im "Pride Month" und beim wichtigsten Sportereignis des Monats soll das Tragen einer Regenbogen-Kapitänsbinde unterbunden werden? Die UEFA muss auch daran denken, wen sie vertritt. Wie sollen die Sportler nun darüber denken?"

Der Regenbogen bleibt Thema

DFB-Pressesprecher Jens Grittner hatte vor dem Einlenken des Kontinentalverbandes bereits signalisiert, sich nicht beirren zu lassen. "Der Juni steht auch im Sport im Zeichen von 'Pride', um sich für mehr Vielfalt stark zu machen. Auch in diesem Jahr beteiligt sich der DFB mit verschiedenen Aktionen", sagte er. "Manuel Neuer trägt bereits seit dem Testspiel am 7. Juni gegen Lettland die Regenbogenbinde. Als Zeichen und klares Bekenntnis der gesamten Mannschaft für Diversität, Offenheit, Toleranz und gegen Hass und Ausgrenzung. Die Botschaft lautet: wir sind bunt!"

Der Regenbogen wird in den kommenden Tagen ohnehin zum Politikum werden. Die Stadt München will am Montag beschließen, die Allianz Arena zum dritten deutschen Gruppenspiel gegen Ungarn am Mittwoch (21 Uhr/ZDF und MagentaTV und im Liveticker auf ntv.de) in Regenbogenfarben leuchten zu lassen - als "sichtbares Zeichen der Solidarität mit der LGBT-Community in Ungarn".

Am vergangenen Dienstag hatte das ungarische Parlament ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Die UEFA startete zwar vor der EM eine Kampagne gegen Diskriminierung im Fußball, gilt aber als eng verbunden mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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