Der Deutsche Fußball-Bund teilt die scharfe Kritik der UEFA an den Plänen von Gianni Infantino, 20 bis 30 Prozent der Anteile an den FIFA-Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen. "Viele im europäischen Fußball sehen die Pläne der FIFA als absoluten Angriff auf den Fußball an. Diese Haltung teile ich. Hier wird eine Grenze überschritten", sagte DFB-Vize Hans-Joachim Watzke, der auch Vize-Präsident des UEFA-Exekutivkomitees ist, dem "Kicker": "Die Einigkeit darüber ist unter den Mitgliedsverbänden groß, das haben mir mehrere Gespräche gezeigt, die ich in den vergangenen Tagen mit Aleksander Ceferin und anderen Kollegen geführt habe."
Zuvor hatte die UEFA das Vorhaben der FIFA, die kommerziellen Rechte an Männer-, Frauen- sowie Klub-WM mittels Gründung einer Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise privaten Investoren zu öffnen, scharf verurteilt. "Damit wird eine Grenze überschritten, die die Führungsgremien des Fußballs niemals überschreiten sollten. Die UEFA nimmt dies äußerst ernst. Das sollte auch jeder nationale Fußballverband tun. Das sollte auch jeder Beteiligte tun: Ligen, Vereine, Spieler, Fans, Regierungen und alle, denen die Zukunft des Sports am Herzen liegt", teilte der Dachverband in einem Statement mit.

Infantinos absurder Plan, Anteile an der WM zu verkaufen
Und weiter: "Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsgüter - insbesondere nicht, wenn keinerlei Transparenz darüber besteht, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns ist Eigentümer des Fußballs. Es steht der FIFA nicht zu, ihn zu verkaufen."
Europa hat "sehr viel Gewicht" für eine WM
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge will die UEFA noch in der laufenden Woche eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über ihre weitere Reaktion auf die Pläne zu beraten. Laut Sky, ESPN und Bloomberg soll auch über einen möglichen Boykott der Weltmeisterschaft gesprochen werden.
Auch Watzke betonte die Bedeutung des europäischen Fußballs für das Weltturnier. "Bei der WM (2026 in Amerika, Anm.d.Red.) standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht", sagte der Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL).
