Rudi Völler soll Sportdirektor beim DFB bleiben. Das wünscht sich einem Bericht der "Bild"-Zeitung offenbar der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp. Der Wunschkandidat für die Nachfolge von Julian Nagelsmann und Völler sollen demnach telefoniert und Klopp seinen Wunsch hinterlegt haben. Wie Völler darauf reagiert hat, wurde nicht bekannt. Der Weltmeister von 1990 und ehemalige Teamchef galt als "Bodyguard" des nach dem WM-Aus zurückgetretenen Bundestrainers Julian Nagelsmann. Ob er weitermacht, ist eine große Frage.
Schon vor Klopp hatte DFB-Vize Hans-Joachim Watzke für eine Weiterbeschäftigung von Völler geworben. "Ich spreche nur für mich und glaube, da das Gefühl von vielen anderen beim DFB zu treffen: Ich würde gerne mit Rudi weitermachen. Rudi mit seiner Erfahrung und seiner Art und Weise - ich glaube, dass er und Jürgen wunderbar zusammenarbeiten würden. Die müssten sich da irgendwann mal kurzschließen. Und es wäre mal an der Zeit, dass Rudi sagt: 'Okay, grundsätzlich würde ich gerne weitermachen.'" Das ist bislang nicht geschehen.
Für den Posten des Sportchefs hatten sich auch schon Weltmeister von 2014 wie Per Mertesacker oder Bastian Schweinsteiger in Position gebracht. "Über Per Mertesacker wird schon mal gesprochen worden sein", bekannte Watzke, fügte aber süffisant an: "Wer sich die letzten Tage da alles für eine Position beworben hat, das ist schon eine stattliche Liste, da hättest du vor 20, 30 Jahren noch eine Top-Mannschaft draus bilden können ..."
"Ihr seid mehr für die Komik zuständig"
Bei der WM waren Klopp und Völler einmal kurz aneinandergeraten, als der Trainer in seiner Rolle als Magenta-Experte einen flapsigen "Noch"-Spruch über Nagelsmann hatte fallen lassen. An der Seite von Thomas Müller kicherten die beiden über den Witz, der in diesen Tagen ganz schlecht gealtert ist. Der Spruch sorgte für reichlich Wirbel. Völler redete Klartext: "Ihr seid ja mehr für die Komik zuständig", sagte er in Richtung Klopp und Müller. Und bot an: Man könne sich "mal zusammensetzen und ein paar grundsätzliche Dinge besprechen".
Zu seiner langfristigen Zukunft hatte Völler vor der WM eine klare Ansage gemacht: Seinen 2028 auslaufenden Vertrag werde er nicht noch einmal verlängern, sagte der 66-Jährige im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Irgendwann ist es auch gut. Ich bin jetzt zweimal schwach geworden. Nach der WM haben wir noch die EM 2028. Die werde ich noch mitnehmen. Dann bin 68. Dann müssen die Jüngeren ran." Völler war am 1. Februar 2023 zum neuen Sportdirektor des DFB ernannt worden.

