"Ihm geht's gut", aber ...Für Manuel Neuer gibt es keine WM-Generalprobe

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss weiter auf Manuel Neuer verzichten. Damit verzögert sich das Comeback des Torhüters, vor dem ersten Spiel bei der Weltmeisterschaft wird er nicht mehr zum Einsatz kommen.
Draußen vor dem Soldier Field suchten zahlreiche Menschen beim Pokemon-Go-Festival in Chicago mit ihrem Handy nach virtuellen Monstern. Und auch drinnen hielten die anwesenden Journalistinnen und Journalisten Ausschau nach einer Person - jedoch ohne Erfolg: Manuel Neuer fehlt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auch beim Abschlusstraining vor dem letzten WM-Test gegen die USA (20.30 Uhr deutscher Zeit/RTL und ntv.de-Liveticker).
Damit fällt das Nationalmannschaftscomeback des 40-Jährigen vor dem ersten WM-Spiel gegen Curacao am 14. Juni in Houston flach. Und so wird weiter derjenige im Tor stehen, der den Rasen im schwülen Chicago auch als Erster beim Abschlusstraining betrat: Oliver Baumann, der noch kurz vor dem Turnier zur "Weltklasse-1B-Lösung" degradiert worden war.
Bundestrainer Julian Nagelsmann, der die erste Viertelstunde des Abschlusstrainings die Torhüter genau im Visier hatte, bestätigte den Ausfall Neuers auf der abschließenden Pressekonferenz. Man wolle kein Risiko eingehen. Die Wade hatte ein "ein paar Vorverletzungen", deshalb gebe man ihr noch etwas Zeit. Neuer "geht es gut, er ist auf dem Weg zu bester Fitness", sagte Nagelsmann. Erst nächste Woche steigt er ins Teamtraining ein und wird "Richtung erstes Gruppenspiel topfit sein".
Hängepartie dauert an
Für das DFB-Team verlängert sich damit auch eine Hängepartie, die es seit der Kaderbekanntgabe Ende Mai begleitet. Dort hatte Nagelsmann das verkündet, was schon lange gemunkelt wurde: Neuer soll seine fünfte Weltmeisterschaft im Tor der Nationalelf stehen. Nagelsmann erklärte das mit der Aura, die den 40-Jährigen ehemaligen Welttorhüter nach wie vor umgebe.
Gleichwohl fehlt Neuer seit dem Bundesliga-Finale seiner Bayern gegen den 1. FC Köln. Der Torwart hatte sich eine Verhärtung an der Wade zugezogen, und die Nationalelf vermisst ihre Nummer seither im Teamtraining. Zuletzt befand er sich im sogenannten Belastungsaufbau, der nach Plan verlaufe, hieß es vom DFB.
Neuer ist zwar der erfahrenste Nationalspieler im Kader, mit seiner WM-Abwehr hat er bisher immer noch kein Spiel absolviert. Schon beim letzten WM-Test auf deutschem Boden, dem 4:0-Erfolg über Finnland in Mainz, stand Baumann im Tor.
Neuer hatte nach der Heim-Europameisterschaft 2014 seinen Rücktritt aus der Nationalelf verkündet. Nach starken Leistungen in der Champions League gegen Paris St. Germain und Real Madrid war die Debatte erneut aufgeflammt, ob der 40-Jährige nun doch wieder zurück ins DFB-Team kehren sollte. Nagelsmann erklärte, er habe im März mit Neuer erstmals über die Möglichkeit gesprochen - die damalige Nummer eins Baumann sei über das Gespräch informiert gewesen.