Der FIFA-Beauftragte des Weißen Hauses, Andrew Giuliani, hat Argentiniens Fußball-Nationalmannschaft nach deren Provokation mit einem Kriegsplakat im WM-Halbfinale in Schutz genommen. "Was die Möglichkeit betrifft, öffentliche Aussagen zu machen, haben sie das Recht, dies in den Vereinigten Staaten zu tun", sagte der von Präsident Donald Trump eingesetzte Giuliani und berief sich auf die Meinungs- und Redefreiheit in den USA.
Argentinien bestreitet am Sonntag (21 Uhr/ZDF, MagentaTV und im Liveticker auf ntv.de) in East Rutherford das WM-Endspiel gegen Spanien. Nach ihrem 2:1-Sieg im Halbfinale gegen England in Atlanta hatten die Südamerikaner ein Banner hochgehalten. "Las Malvinas son Argentinas" ("Die Falklandinseln sind argentinisch") war darauf zu lesen. Die Aktion führte zu reichlich Wirbel und Diskussionen.
FIFA verbietet politische Botschaften
Die Regierung der Falklandinseln rief den Fußball-Weltverband FIFA zum Handeln auf. Zuvor hatte auch schon die britische Regierung erklärt, dass sie von der FIFA eine Untersuchung verlange. Der Weltverband verbietet Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Deshalb droht dem argentinischen Team nun Ärger.
"Wie üblich prüft die unabhängige Disziplinarkommission der FIFA derzeit die Spielberichte und wägt die relevanten Umstände ab, bevor sie auf der Grundlage der FIFA-Disziplinarordnung über mögliche weitere Schritte entscheidet", teilte ein FIFA-Sprecher mit.
Großbritannien und Argentinien hatten im Falkland-Krieg 1982 einen bewaffneten Konflikt mit Hunderten Toten über die Kontrolle der Inselgruppe ausgetragen. Dem britischen Militär gelang es damals, die argentinischen Angreifer von dem dünn besiedelten Überseegebiet zu vertreiben.
Die Niederlage beschleunigte den Fall der Militärregierung in dem Land. Doch bis heute hat Buenos Aires seine Ansprüche auf die in Argentinien als Las Malvinas bezeichnete Inselgruppe nicht aufgegeben.


