Die XXL-Weltmeisterschaft 2026 rast in die entscheidende Phase. Von den ehemals 48 Teams sind noch 8 übrig. Am Donnerstagabend beginnen die Viertelfinalspiele. Es gibt eindeutige Favoriten, Überraschungen und Außenseiter. Welche Teams am stärksten sind, zeigt unser Power Ranking.
8. Schweiz

Allein der Einzug ins Viertelfinale ist für die Schweiz ein riesiger Erfolg. Ein historischer allemal. Zum ersten Mal seit 1954 steht das deutsche Nachbarland wieder in der Runde der besten Acht. Nach dem schwachen Start (1:1 gegen Katar) und der Wutrede von Kapitän Granit Xhaka legte das Team einen U-Turn hin, ackerte sich zurück ins Turnier. Die Elf von Trainer Murat Yakin steht vor allem in der Defensive sehr stabil. Gegen Argentinien und Lionel Messi sind die Schweizer aber klarer Außenseiter. Sensation aber nicht ausgeschlossen (dazu gleich mehr).
7. Belgien
Belgier verhöhnen Trump mit seinem Markenzeichen-Tanz

Einen ähnlichen Turnierverlauf erlebte auch Belgien. Mit zwei Unentschieden startete die Elf von Trainer Rudi Garcia, hinzu kam eine wilde - allerdings vor allem außerhalb des Teams geführte - Debatte um Jeremy Doku und seine zwischenzeitliche Heimreise für die Geburt seines Kindes. Gegen Senegal lagen die Roten Teufel in der zweiten Halbzeit 0:2 zurück, hatten das Aus vor Augen. Dann starteten sie ein furioses Comeback. Passend zur Crunchtime drehte Belgien auf. Auch die Aufregung um die Rot-Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun beantwortete das Team eindrucksvoll auf dem Platz. Das 4:1 gegen die USA wirkt wie ein Brustlöser. Dafür brauchten sie nicht einmal Star-Stürmer Kevin de Bruyne, der keine Sekunde spielte. Dafür ein anderer der goldenen Generation: Super-Joker Romelu Lukaku (vier Treffer) knüpft an alte Zeiten an. Gegen Spanien dürfte allerdings im Viertelfinale Schluss sein.
6. Argentinien
Fulminanter Messi führt episches Argentinien-Comeback an

Überraschend früh taucht hier schon der Titelverteidiger auf. Gegen Ägypten schwankte der letzte verbliebene Teilnehmer aus Südamerika heftig. Es benötigte späte Geistesblitze von Lionel Messi und Enzo Fernández. Zudem wurde jede strittige Entscheidung zu ihren Gunsten gepfiffen, wie Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich bei MagentaTV analysierte. Sagen wir es diplomatisch: Arg benachteiligt wurde Argentinien bei dieser WM bisher nicht. Was im Achtelfinale deutlich wurde: Über weite Strecken lahmt das Offensivspiel der Albiceleste. Schon gegen Kap Verde musste Argentinien lange zittern und schaffte erst in der Verlängerung die Entscheidung. Wohl dem, der einen Vintage-Messi hat, der frech die Zeit zurückdreht. Was ebenfalls für Argentinien spricht: Das Team ist erfahren und abgezockt, ein bisschen das Real Madrid unter den Nationalmannschaften. Aber: Auch gegen die Schweiz besteht akute Stolpergefahr.
5. Norwegen

Ru! Die Bilder der jubelnden beziehungsweise rudernden Norweger gehen seit Wochen um die Welt. Es ist eine der großen Wohlfühlgeschichten dieses Turniers. Erstmals seit 1998 dabei - und dann gleich mal ein Geheimfavorit und zum ersten Mal überhaupt ins WM-Viertelfinale gestürmt. Tor-Monster Erling Haaland ist in beängstigender Form, traf schon sieben Mal. Der Stürmer fraß im Sechzehntelfinale Brasilien quasi im Alleingang auf. Wer dann noch einen Dirigenten wie Martin Ödegaard und einen überperformenden Keeper wie Örjan Nyland hat, dem ist einiges zuzutrauen. Gegen England sind die Skandinavier aber in der Underdog-Rolle.
4. Marokko

Als letzter Vertreter des afrikanischen Kontinents mischt Marokko neben Argentinien die europäische Viertelfinal-Übermacht auf. Die Auftritte der "Löwen des Atlas" sind beeindruckend. Eine der Entdeckungen des Turniers ist Ayyoub Bouaddi. Mit gerade einmal 18 Jahren leitet er das marokkanische Spiel, ist der Chef im Mittelfeld. Auch der Stuttgarter Bilal El Khannouss spielte sich in der Offensive in den Fokus. Im Tor ist Bono, WM-Held von 2022, wieder ein starker Rückhalt. Das größte Problem Marokkos heißt: Frankreich. Schon im Viertelfinale geht es gegen den Top-Favoriten. Wenn sie diesen Brocken aus dem Weg räumen sollten, ist alles möglich. Eine ungeklärte Frage ist noch, wie lange der neue Bayern-Profi Ismael Saibari ausfällt. Muss der Stürmer pausieren, wäre das eine herbe Schwächung fürs Team.
3. England
98 Sekunden: Englands Blitz-Doppelpack im Re-Live

Es muss schon einiges passieren, dass englische Fans einem deutschen Trainer bedingungslos zujubeln. Aber Thomas Tuchel schreibt gerade eine ganz besondere Geschichte mit den Three Lions. In einem "Jahrhundertspiel" überstehen die Engländer den Hexenkessel Aztekenstadion und die Höhenluft von Mexiko-Stadt. Dieser Triumph gibt dem Tuchel-Team neues Selbstvertrauen, neue Euphorie. Denn bislang schwankten die Leistungen im Turnierverlauf. Das Mexiko-Spiel hat das Potenzial, einen Wendepunkt zu markieren, ein Momentum zu kreieren. Stürmer Harry Kane ist in Bayern-Form, Jude Bellingham übernimmt Verantwortung. Die Engländer scheinen bereit, 60 Jahre der Schmerzen seit dem letzten WM-Triumph über Bord zu werfen.
2. Spanien
DFB-Albtraum schockt Cristiano Ronaldo

Was waren die Diskussionen nach dem Auftakt gegen Kap Verde feurig. Ein Remis gegen den Inselstaat? Dios mio! Die spanische Auswahl beantwortete die Debatte auf eigene Weise. Es folgten Siege gegen Saudi-Arabien (4:0), Uruguay (1:0) und Österreich (3:0) sowie Portugal (1:0.). Die Furia Roja spielt souverän ihren Ball, ohne wirklich zu glänzen. Das Team funktioniert im Ballbesitz, irgendeiner aus der Offensivreihe ist immer für einen Treffer gut, meistens Mikel Oyarzabal (4 Treffer), zuletzt Deutschland-Schreck Mikel Merino, der als Joker gegen Portugal traf. Und ganz wichtig: Die Null steht. Als einziges Team hat Spanien bisher keinen Gegentreffer kassiert. Wenn der Lauf der Dinge den erwarteten Gang nimmt, gibt es im Halbfinale den vorentscheidenden Kracher gegen Frankreich. Der Sieger ist der große Favorit auf den Titel. Ein Manko: Youngster Lamine Yamal ist nach seiner längeren Verletzungspause noch auf der Suche nach seiner Form.
1. Frankreich
Frankreich beendet böses Foul-Festival per Elfmeter

Die gute Nachricht: Die wüste "Kneipenschlägerei" gegen Paraguay hat das Team heil überstanden. Gegen den sehr defensiv stehenden Gegner tat sich die Mannschaft von Didier Deschamps lange schwer. Dennoch ist die mit Offensivstars gespickte Mannschaft um Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé, Michael Olise oder Désiré Doué weiter der Top-Favorit. Das Team, das es zu schlagen gilt. Und die kommenden Gegner werden nicht so tief stehen wie Paraguay. Mbappé ist in Topform, jagt neben Messi die Torjägerkrone und steht schon bei acht Treffern. Fünf Siege, 14:2 Tore - das spricht eine deutliche Sprache. Die Equipe Tricolore glänzte zwar nicht nur, dominierte aber oft. Der erste richtige Stresstest kommt gegen Marokko. Nur die Defensive löst ein kleines Fragezeichen aus. Es wird der wohl entscheidende Knackpunkt in der Titelfrage.
