Fußball

Eberl als möglicher Kandidat BVB sucht den perfekten Zorc-Nachfolger

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Was passiert, wenn die Verträge von Zorc und Watzke auslaufen? Der Herr links - Sebastian Kehl - könnte übernehmen.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Die Ära von Michael Zorc und auch von Hans-Joachim Watzke bei Borussia Dortmund könnte bald zu Ende gehen. Wer beim Fußball-Bundesligisten auf das langjährige Führungsduo folgt, ist offen. Gut möglich, dass Max Eberl in den Überlegungen der Dortmunder eine Rolle spielt.

Eineinhalb Jahre seien eine "lange Zeit", sagte Michael Zorc in dieser Woche dem "Kicker". Eineinhalb Jahre dauert es noch, bis sein Vertrag als Sportdirektor mit dem Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund am 30. Juni 2021 ausläuft. Ein Abschied zu diesem Zeitpunkt sei das "wahrscheinlichste Szenario", heißt es. Seine 23. Saison als starker Mann in der sportlichen Führung des BVB  hätte Zorc, 57 Jahre alt, dann hinter sich gebracht. Im Verein ist er noch viel länger. Seit 1978, als der gebürtige Dortmunder vom kleinen TuS Eving-Lindenhorst zur damals noch nicht ganz so großen Borussia wechselte.

"Im Herbst 2020" werde es Gespräche mit Zorc über seine Zukunft geben, kündigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke an - eine Zukunft, die der BVB absehbar wohl auch ohne Watzke an der Spitze gestalten muss. Auch der Vertrag des Unternehmers, dessen Name wie kein anderer mit dem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung des Klubs seit der Fast-Pleite 2005 verknüpft ist, läuft Ende 2022 aus. Watzke soll mit dem Gedanken spielen, sein Engagement nach dann mehr als 17 Jahren nicht zu verlängern. Dem zweitwichtigsten deutschen Fußballklub droht ein Radikalumbruch binnen achtzehn Monaten.

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Könnte aus dem Schatten der Chefs treten: Sebastian Kehl.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Logisch scheint also, dass es in den von Watzke angekündigten Gesprächen nicht nur um Zorc, sondern auch um das große Ganze gehen wird. Wie kann der BVB in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben? Und welches Personal soll den achtfachen deutschen Meister in den kommenden Jahrzehnten führen? Insbesondere Zorc wird für den BVB nicht leicht zu ersetzen sein. Beim früheren Mittelfeldspieler laufen im sportlichen Bereich alle Fäden zusammen.

Kehls Bilanz bislang durchwachsen

Unter seiner Regie installierte die Borussia eine der modernsten und erfolgreichsten Scouting-Abteilungen Europas. Zudem erwarb sich Zorc einen Ruf als geschickter Käufer und vor allem Verkäufer auf dem Transfermarkt. Natürlicher Nachfolger für den Erfolgsmanager wäre Sebastian Kehl. Der 39 Jahre alte Ex-Kapitän des BVB fungiert seit Sommer 2018 als Leiter der Lizenzspielerabteilung. Kehl sollte in dieser Rolle nach einigen schwierigen Jahren mit vielen Disziplinlosigkeiten eine Leistungskultur etablieren und zudem die Einhaltung von Regeln für eine bessere Teamchemie überwachen.

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Bereits bei seinem Amtsantritt hieß es im Umfeld des BVB, Kehl solle im Hintergrund auch langsam an die Aufgaben Zorcs herangeführt werden, um diesen eines Tages zu beerben. Für den Vize-Weltmeister von 2002 spricht ganz klar sein Stallgeruch. Kehl kennt den BVB aus dem Effeff, genießt zudem bei Watzke große Wertschätzung. Nicht von ungefähr nannte der Klub-Boss im vergangenen Jahr beim Branchenkongress SpoBis in Düsseldorf neben Nachwuchschef Lars Ricken und Berater Matthias Sammer explizit auch Kehls Namen, als es um die mögliche zukünftige Führungsriege des BVB ging.

Allein, ein scharfes Profil konnte sich Kehl zumindest nach außen hin in seinen eineinhalb Jahren als Lizenzspielerchef nicht erarbeiten. Zu aalglatt und oftmals nichtssagend sind seine Statements, zu wenig klar umrissen ist sein tatsächliches Arbeitsfeld. Zumal der BVB trotz Kehls Arbeitsauftrag die disziplinarischen Verfehlungen von Shooting-Star Jadon Sancho seit Monaten nicht in den Griff bekommt. Ganz frisch ist, dass der 19-Jährige nun deutlich enger von Integrations-Manager Joel Kunz betreut werden soll.

Ein naheliegender Kandidat: Max Eberl

Es wäre fahrlässig, wenn die Dortmunder Bosse bei ihren Überlegungen in Sachen Zorc-Nachfolge nicht rund 80 Kilometer weiter nach Westen schielen würden. Dort leistet Max Eberl seit Jahren als Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach herausragende Arbeit, Eberl habe Gladbach "an die Spitze geshoppt", titelte unlängst die "Rheinische Post".

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Vielleicht ist auch Max Eberl der Glückliche.

(Foto: imago images/Joachim Sielski)

In der Vergangenheit wurde der 46-Jährige bereits mehrfach mit einem Wechsel zu seinem Ex-Klub FC Bayern in Verbindung gebracht. Eberl soll sogar eine Bayern-Ausstiegsklausel in seinem bis 2022 datierten Gladbacher Vertrag haben. Doch beim Rekordmeister scheint der Posten des sportlichen Verantwortlichen durch die Beförderung von Hasan Salihamidzic zum Vorstandsmitglied vorerst vergeben zu sein.

Eine Chance für den BVB, sich nach den Transfers der Profis Marco Reus, Mo Dahoud und zuletzt Thorgan Hazard auch auf Funktionärsebene in Gladbach zu bedienen? Kann sich Eberl einen Wechsel nach Dortmund überhaupt vorstellen? Klar ist: Will der BVB einen externen Nachfolger für Zorc und/oder Watzke verpflichten, muss er seine Fühler zeitnah ausstrecken. Denn so lang, wie Michael Zorc meint, sind eineinhalb Jahre gar nicht.

Quelle: ntv.de