Fußball

Staatsanwalt ermitteltBetrugsverdacht gegen Schiri-Koordinator erschüttert Italiens Fußball

26.04.2026, 13:50 Uhr
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Gianluca Rocchi pfiff früher selbst, jetzt koordiniert er Italiens Schiedsrichter in den Profiligen. (Foto: REUTERS)

Italiens Fußball geht es nicht gut. Die Nationalmannschaft fliegt nicht zur WM, der legendäre Tempel San Siro wird abgerissen. Und jetzt bahnt sich auch noch ein neuer Schiedsrichter-Skandal an.

Der italienische Fußball steht vor einem neuerlichen Schiedsrichter-Skandal. Am Wochenende hat Gianluca Rocchi, Koordinator der Unparteiischen in der Serie A und B, sein Amt niedergelegt. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Mailand Ermittlungen gegen ihn aufgenommen. Rocchi wird des Sportbetrugs verdächtigt.

Auch der VAR-Supervisor Andrea Gervasoni zog sich zurück, wie der Schiedsrichterverband AIA in einer Mitteilung am Samstagabend mitteilte. Über weitere personelle Konsequenzen werde nun in Kürze beraten.

Rocchi soll den Ermittlungen zufolge Druck auf Schiedsrichter ausgeübt und Einfluss auf VAR-Entscheidungen genommen haben. Zudem geht es um den Vorwurf, bei Ansetzungen Schiedsrichter ausgewählt zu haben, die Inter Mailand zugeneigt gewesen seien, wie "La Gazzetta dello Sport" berichtet. Im Fokus stehen mehrere Spiele der laufenden Saison 2025/26. 

Erinnerungen an Juventus-Skandal werden wach

Der 52 Jahre alte Rocchi weist die Vorwürfe zurück und ließ verlautbaren, er habe stets korrekt gehandelt. Die Selbst-Suspendierung sei erfolgt, um den Ablauf der Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen. Er ist seit 2021 Schiedsrichterkoordinator für die Serie A und B. Auch die italienische Sportjustiz befasst sich mit dem Fall: Die Staatsanwaltschaft des Fußballverbands FIGC forderte die Ermittlungsakten aus Mailand an. Sportminister Andrea Abodi kündigte Konsequenzen an, sollten sich die Vorwürfe bestätigen.

Der Skandal erinnert an die Affäre "Calciopoli", die 2006 mit dem Abstieg des Rekordmeisters Juventus Turin in die Serie B endete. Der Klub war in einen Manipulationsskandal verwickelt, in dem Schiedsrichter-Ansetzungen beeinflusst wurden. Nach dem Urteil am 14. Juli 2006 wurde Juventus nicht nur in die zweite Liga versetzt, dem Klub wurden auch die Meistertitel der Saison 2004/05 und 2005/06 aberkannt. Juventus spielte somit in der Saison 2006/07 in der Serie B. Nach nur einer Saison in der zweiten Liga gelang dem Verein der direkte Wiederaufstieg in die Serie A.

Quelle: ntv.de, mar/sid

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