Fußball

TV-Rechte unter Wert verkauft Blatter machte Warner "Freundschaftspreis"

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Jack Warner und Joseph Blatter beim U17-WM-Finale in Korea.

Die Anschuldigungen gegen Joseph Blatter und Jack Warner wiegen schwer: Der amtierende Fifa-Präsident soll dem Chef des karibischen Verbandes TV-Rechte für die Fußball-Weltmeisterschaften weit unter Marktwert verkauft haben.

Joseph Blatter könnte neuer Ärger drohen. Der 79 Jahre alte Noch-Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa soll einem Bericht des Schweizer Rundfunk und Fernsehens (SRF) zufolge vor zehn Jahren TV-Übertragungsrechte unter dem Marktwert verkauft haben. Der im Februar 2016 aus dem Amt scheidende Blatter hat den Vertrag mit dem damaligen Chef der karibischen Fußball-Union (CFU), Jack Warner, abgeschlossen und laut des Berichts des SRF auch unterzeichnet.

Demzufolge verkaufte Blatter die Übertragungsrechte für die WM in Südafrika für 250.000 Dollar, die für die WM in Brasilien für 350.000 Dollar. Warner soll die TV-Übertragungsrechte zwei Jahre später nach Schätzungen in Medien dann für 15 bis 20 Millionen Dollar wieder weiterverkauft haben.

Der Deal werfe die Frage auf, ob das ein Freundschaftspreis gewesen sei oder ein kaufmännisch korrekt berechneter Preis, sagte die Rechtsprofessorin und Korruptions-Expertin Monika Roth in dem Bericht. Sie meinte, die Bundesanwaltschaft müsse nun ermitteln. Laut dem TV-Beitrag wollte die Bundesanwaltschaft aber keine Stellung nehmen.

Blatter beteuert Unschuld

Der Weltverband habe erklärt: "Die Fifa gibt keine Stellungnahme zu in der Presse erhobenen Anschuldigungen ab. Ferner sind wir nicht befugt, Angelegenheiten zu erörtern, die Herrn Warner betreffen, da dieser in den Vereinigten Staaten unter Anklage steht." Der 72-Jährige steht unter Korruptionsverdacht. Die USA hatte Trinidad und Tobago offiziell um die Auslieferung von Warner ersucht. Er gehörte von 1983 bis 2011 der Exekutive des Weltverbandes an und war auch Präsident des Verbandes von Nord- und Mittelamerika (CONCACAF). Warner hat alle Anschuldigungen gegen sich zurückgewiesen.

Blatter hatte nach dem schwersten Korruptionsskandal in der Fifa-Geschichte seinen Rückzug angekündigt. Er war vorher für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt worden. Immer wieder beteuerte Blatter seine persönliche Unschuld in dem Skandal. "Ich weiß, was ich getan habe, was ich nicht getan habe. Ich habe mein Gewissen, und ich weiß, dass ich ein ehrenwerter Mann bin. Ich bin sauber", hatte er in einem Ende August veröffentlichten Interview des britischen Senders BBC gesagt. Es gebe keine Korruption im Fußball, es gebe Korruption bei Einzelpersonen. Blatters Nachfolger wird am 26. Februar 2016 gewählt. Favorit auf den Fifa-Chefposten ist bislang der Franzose Michel Platini, derzeit Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa).

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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