Fußball

Brisanter "Bild"-Bericht DFB-Boss wollte Löws Rücktritt nach der EM

Joachim Löw soll empört gewesen sein: Ein Rücktritt nach der EM im kommenden Jahr, der kommt für den Bundestrainer offenbar (noch) nicht in Frage. Genau das aber soll sich DFB-Präsident Fritz Keller gewünscht haben. Eine Mehrheit für sein Anliegen bekam der Boss indes nicht.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte bereits am Montag verkündet, dass Joachim Löw trotz aller Kritik und dem historischen 0:6 in Spanien seinen Vertrag bis zur WM 2022 erfüllen werde. Zuvor aber soll DFB-Präsident Fritz Keller mehrfach versucht haben, den Bundestrainer zu einer vorzeitigen Vertragsauflösung nach der EM 2021 zu überreden. Dies berichtet die "Bild"-Zeitung nun und bezieht sich dabei auf Informationen aus dem Präsidium um Keller.

Demnach soll der Chef drei Anläufe genommen haben, Löw schon vor Vertragsende 2022 loszuwerden: In einem Telefonat mit Löw, im Gespräch mit den Präsidiumskollegen Rainer Koch und Peter Peters sowie nochmals in Löws Beisein. Dieser habe den Vorschlag brüsk von sich gewiesen - und Keller fehlte es angeblich im Präsidium an Unterstützung.

Stattdessen war das Gremium am Montag angeblich "einvernehmlich" einer Empfehlung des Präsidialausschusses (mit Keller) und von DFB-Direktor Oliver Bierhoff gefolgt, an Löw festzuhalten, wie der DFB mitgeteilt hatte. Löw dürfe "den seit März 2019 eingeschlagenen Weg der Erneuerung uneingeschränkt fortsetzen", hieß es in einer Verbandsmitteilung. Der 60-Jährige habe "weiterhin das Vertrauen".

Die Zukunft des seit 2006 amtierenden Bundestrainers stand seit der krachenden 0:6-Schmach in Sevilla gegen Spanien in der Nations League vor zwei Wochen auf der Kippe. Das Präsidium hatte ihn danach zur intensiven Analyse und inneren Einkehr aufgefordert. Mit welchen Argumenten Löw seine Vorgesetzten nun überzeugt hat, das wurde öffentlich nicht bekannt.

Quelle: ntv.de, tno/sid