Fußball

DFB spricht Coach Vertrauen aus Joachim Löw bleibt Bundestrainer

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Joachim Löw bekommt vom DFB das Vertrauen ausgesprochen und bleibt Bundestrainer.

(Foto: AP)

Joachim Löw bleibt Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der 60-Jährige habe "weiterhin das Vertrauen des DFB-Präsidiums" und dürfe seinen Weg sogar "uneingeschränkt fortsetzen", teilt der DFB nach Gesprächen in Frankfurt mit. Gemeinsam sei der Blick nun auf die EM 2021 gerichtet.

Es ging dann alles viel schneller als erwartet: Joachim Löw hatte heute den Kampf um seinen Job früher aufgenommen und war mit der Verbandsspitze um Präsident Fritz Keller zu den entscheidenden Gesprächen über seine Zukunft zusammengekommen. Sein klares Ziel: Löw wollte den engsten Führungszirkel in der Frankfurter DFB-Zentrale von sich und seinem Weg überzeugen - und beweisen: Ich bin (noch immer) der Richtige! Dieser Plan ging auf, der DFB teil nun mit, Löw habe "weiterhin das Vertrauen des DFB-Präsidiums".

Löw darf also weitermachen. Der Rekord-Bundestrainer soll auch nach der geschichtsträchtigen 0:6-Niederlage in Spanien die Nationalmannschaft bei der EM 2021 zum Erfolg führen. "Gemeinsam geht der Blick zielgerichtet und fokussiert auf die weitere EM-Vorbereitung im nächsten Jahr", teilte der DFB nach mehreren Konferenzen mit. Das DFB-Präsidium habe "einvernehmlich festgehalten, den seit März 2019 eingeschlagenen Weg der Erneuerung der Nationalmannschaft mit Bundestrainer Joachim Löw uneingeschränkt fortzusetzen".

Löw ist seit mehr als 14 Jahren DFB-Chefcoach und krönte sich nach mehreren starken Turnieren 2014 mit dem WM-Titel in Brasilien. Ab dem WM-Vorrundenaus als Titelverteidiger in Russland 2018 wuchs die Kritik an dem Trainer. Löw vollzog während der EM-Qualifikation für das im Sommer 2021 bevorstehende Turnier einen Umbruch und sortierte unter anderem das Trio Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller aus.

"Alle nötigen Maßnahmen ergreifen"

Nach der Klatsche von Sevilla geriet Löw unter Druck wie nie zuvor. Experten und Medien forderten einen sofortigen Rücktritt, das von seinem Vorgesetzten Bierhoff ausgesprochene Vertrauen stoppte nicht die folgenden hitzigen Debatten über eine sofortige Trennung. Löw hat beim DFB einen Kontrakt bis 2022, er ist vertraglich also nicht nur bis zur paneuropäischen EM, sondern darüber hinaus bis zur WM in Katar an den größten Sportfachverband der Welt gebunden.

"Der Bundestrainer wird alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um mit der Mannschaft eine begeisternde EM 2021 zu spielen", teilte der DFB mit. "Zustimmung erhält auch die Einschätzung des Bundestrainers, dass nachfolgende Turniere - konkret die WM 2022 in Katar und die EM 2024, die im eigenen Land stattfindet - als Perspektiven und sportliche Ziele bereits zum jetzigen Zeitpunkt in den weiteren sportlichen und personellen Überlegungen eine Rolle spielen müssen."

Sieben Monate vor der EM geht der DFB damit den eingeschlagenen Weg des Bundestrainers weiter mit. Löw hatte noch in Sevilla eine Aufarbeitung der höchsten Niederlage seiner Amtszeit angekündigt. Das 0:6 hat heftige Nachwirkungen, schließlich bleibt bis zum Start in die Vorbereitung für das Endturnier mit drei Heimspielen gegen Frankreich, Portugal und Ungarn nur noch eine Länderspiel-Phase im März. Die Kontrahenten werden bei der Auslosung am 7. Dezember in Zürich ermittelt.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa