Fußball

"Erfolgreiche Ära mitgeprägt" DFB weist Özils Rassismusvorwurf zurück

Der Deutsche Fußball-Bund bestreitet den von Mesut Özil erhobenen Rassismus-Vorwurf. Zugleich bedauere der Verband den Abschied des Mittelfeldspielers aus der Nationalmannschaft, teilt der DFB nach einer Telefonkonferenz mit.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft bedauert und sich gegen dessen Anschuldigungen vor allem gegen Präsident Reinhard Grindel zur Wehr gesetzt. "Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir (...) in aller Deutlichkeit zurück", hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes. Auch Vize-Präsident Rainer Koch bekräftigte dies: "Mit Nachdruck sind Angriffe gegen die DFB-Spitze zurückzuweisen, die die umfassende, seit vielen Jahren geleistete Integrationsarbeit des DFB und seiner über 25.000 Fußballvereine in Frage stellen und den DFB mit Rassismus in Verbindung bringen", schrieb er bei Facebook.

Der DFB hätte sich "gefreut, wenn Özil (...) weiter Teil des Teams hätte sein wollen", hieß es weiter. Er "bedauert den Abschied" Özils und wolle seine "erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung" fortsetzen. Vorausgegangen war eine Telefonkonferenz des Präsidiums mit dem im Urlaub weilenden Grindel an der Spitze.

Der Verband bedankte sich bei Özil für dessen Einsatz. "Er hat eine erfolgreiche Ära mitgeprägt, auf und gerade auch neben dem Platz. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland 2014 in Brasilien Weltmeister geworden ist", hieß es.

Allerdings betonte der DFB: "Es gehört für uns als Verband auch zum respektvollen Umgang mit einem verdienten Nationalspieler, dass wir manche für uns in Ton und Inhalt nicht nachvollziehbare Aussage in der Öffentlichkeit unkommentiert lassen." Anders agiert der Präsident der Deutschen Fußball Liga, Reinhard Rauball: "Die Abrechnung von Mesut Özil schießt aber über jedes nachvollziehbare Maß hinaus und lässt keinerlei Selbstkritik erkennen."

Auch Koch kritisiert Özils monatelanges Schweigen. Es habe "zahlreiche  Missverständnisse ausgelöst", dabei seien "Fehler auf allen Seiten gemacht worden". Koch betonte, dass er "ein klares Bekenntnis zu den Grundwerten unseres Landes von jedem Spieler erwarte, der für Deutschland  spielt". Dann fügte er an: "Persönlich möchte ich noch sagen: Mesut Özil ist Deutscher und deshalb selbstverständlich auch mein Mitbürger. Für Positionen, die Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund wegen ihrer Herkunft ausgrenzen, stehe ich nicht zur Verfügung. Gerade deshalb akzeptiere ich auch keine Rassismusvorwürfe gegen die DFB-Spitze."

Vor allem Grindel war von Özil in dessen Rücktrittserklärung am Sonntag massiv angegangen worden. Der 29-Jährige warf dem Funktionär offen Rassismus vor. Aus der Politik gab es erste Stimmen, die auch Grindel zum Rücktritt aufforderten.

Quelle: n-tv.de, ara/sid

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