Fußball

Lage dramatisch, Ton wird rauer Ein erschreckendes Spiel von Werder Bremen

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"Die gesamten 90 Minuten waren schlecht. Das war Sicherheitsfußball und damit kommen wir da unten nicht raus", sagt Florian Kohfeldt.

(Foto: dpa)

Maximale Enttäuschung bei Werder Bremen. Nach der Überraschung im DFB-Pokal zeigen die Norddeutschen gegen Union Berlin wieder ihr altes Bundesliga-Gesicht. Und das ist schrecklich. Mehr denn je droht dem Klub der Abstieg. Nun soll es ungemütlicher an der Weser werden.

Der Coup gegen Dortmund als Wende? Pustekuchen. Nur vier Tage nach dem 3:2 gegen den BVB im DFB-Pokal ist bei Werder Bremen wieder die Bundesliga-Tristesse eingekehrt. Und die gestaltet sich nach dem verdienten 0:2 (0:0) gegen Union Berlin dramatischer denn je. Alle Hoffnungen, das Weiterkommen im Cup-Wettbewerb habe neue Kräfte freigesetzt und Selbstvertrauen gegeben, verpufften auf erschreckende Art und Weise. "Ich habe relativ wenig Verständnis für die heutige Leistung", sagte Geschäftsführer Frank Baumann.

Baumann ist für seine ruhige und sachliche Art bekannt. Doch nach der bereits siebten Heimniederlage der Saison merkte man dem Ex-Profi an, wie sehr es in ihm brodelte. "Die Spieler sind jetzt in der Pflicht", sagte Baumann. Trainer Florian Kohfeldt steht dagegen nach wie vor nicht zur Disposition. "Das brauchen wir jetzt nicht nach jedem Spiel zu wiederholen. Das steht", sagte Baumann. Stattdessen wollen er und der Chefcoach gemeinsam in den kommenden Tagen erörtern, wie sie der Mannschaft die eigentlich schon seit Wochen dramatische Situation der Lage veranschaulichen können.

"Auch eine Frage von Haltung"

Werder - Union 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Bülter (52.), 0:2 Bülter (72.)
Bremen:
Pavlenka - Toprak, Vogt, Moisander - Maximilian Eggestein, Klaassen - Bittencourt, Friedl - Osako, Selke, Rashica; Trainer: Kohfeldt.
Union: Gikiewicz - Florian Hübner, Schlotterbeck, Subotic - Trimmel, Gentner, Andrich, Lenz - Malli, Bülter - Andersson; Trainer: Fischer.
Schiedsrichter: Schlager (Hügelsheim) 
Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)

"Das ist auch eine Frage von Haltung", sagte der enttäuschte Kohfeldt. "Die gesamten 90 Minuten waren schlecht. Das war Sicherheitsfußball und damit kommen wir da unten nicht raus." Mehr wollte sich der Trainer nach dem Spiel nicht entlocken lassen. Doch es ist klar, dass auf die Profis nun ungemütlichere Zeiten zukommen. Dabei war die Zuversicht vor der Partie groß. Hunderte Werder-Fans empfingen die Mannschaft am Weserstadion und machten den Spielern Mut für die Partie. Doch als dann die 90 Minuten angepfiffen wurden, stand plötzlich ein erstaunlich lethargisches und emotionsloses Bremer Team auf dem Platz. "Das war einfach zu wenig", kritisierte Kohfeldt.

Nachdem Werder in der ersten Halbzeit noch ein Übergewicht und ein paar kleinere Chancen hatte, war die Partie nach dem 0:1 durch Marius Bülter in der zweiten Halbzeit (52. Minute) quasi entschieden. Ein Bremer Aufbäumen war nicht mehr zu erkennen, Werder spielte einfach im gleichen, überschaubaren Tempo weiter. Hoffnungsträger Davie Selke hatte sich zwar rechtzeitig fit gemeldet, musste nach rund 70 Minuten aber doch ausgewechselt werden, ohne zuvor große Impulse gesetzt zu haben.

Vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion machte Bülter in der 72. Minute mit seinem zweiten Treffer dann alles klar, am Ende hätte der Aufsteiger sogar noch höher gewinnen können. "Da haben wir den Kopf verloren", kritisierte Kohfeldt. Union-Coach Urs Fischer war dagegen sehr zufrieden. "Das war heute eine sehr reife Leistung", sagte der Trainer des Aufsteigers, der sich weiter ins gesicherte Mittelfeld der Tabelle absetzte. Der Vorsprung auf Bremen beträgt nun schon neun Punkte.

Quelle: ntv.de, tno/dpa