Wiederholter Versuch

Ex-Profi will Infantino bei FIFA-Wahl herausfordern

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Ramon Vega wollte schon 2019 als FIFA-Präsident kandidieren. (Foto: imago images/Shutterstock)
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08.10.2026 | 06:12 Uhr
Bislang ist der in Verruf geratene Gianni Infantino der einzige Kandidat zur Wahl als FIFA-Präsident. Europas Verbände treffen sich in Berlin, um eine Lösung zu finden. Derweil bringt sich ein früherer Profi selbst ins Spiel.

Der frühere Fußballprofi Ramon Vega hat sich zum wiederholten Mal für die Wahl des FIFA-Präsidenten ins Spiel gebracht und will Gianni Infantino herausfordern. Der 55 Jahre alte Schweizer erklärte via Medien als erster möglicher Gegenkandidat des umstrittenen Chefs des Weltverbands öffentlich seine Ambitionen. Er verspreche "fundamentale Reformen", sagte Vega dem Schweizer Mediendienst Klein Report.

Der frühere Nationalspieler hatte unter anderem bereits bei der Wiederwahl von Infantino im Jahr 2019 eine Kandidatur in Erwägung gezogen, hatte aber keine offizielle Nominierung geschafft. Dafür hätte er Unterstützerschreiben von mindestens fünf FIFA-Mitgliedsverbänden vorlegen müssen. Dieses Kriterium muss Vega nun auch erfüllen und ebenso eine Tätigkeit im Fußball in mindestens zwei der vergangenen fünf Jahre nachweisen.

Ob Vega ein geeigneter Kandidat ist, um Infantino zu verdrängen, ist fraglich. Der frühere Nationalspieler und Verteidiger von Tottenham Hotspur war zuletzt als Finanzberater tätig. "Ich trete an, weil mein Leben mich darauf vorbereitet hat, dem Sport zu dienen", schrieb Vega in einem elfseitigen Dossier. Er sehe es als seine "Pflicht und gesellschaftliche Verantwortung an, den Fußball zu schützen und zu verteidigen - seine Integrität, die Menschen darin und seine Zukunft". Vega fügte hinzu: "Der Fußball liegt auf der Intensivstation und wird künstlich am Leben erhalten. Wir können nicht länger warten. Die FIFA braucht eine neue Ausrichtung und grundlegende Reformen."

Berlin-Treffen der UEFA-Spitze

Die Spitze der Europäischen Fußball-Union UEFA sowie die Präsidenten und Generalsekretäre der 55 UEFA-Mitgliedsverbände wollen am heutigen Donnerstag bei einem Treffen in Berlin das weitere Vorgehen im Machtkampf im Weltfußball besprechen. Zahlreiche Verbände Europas haben Infantino das Vertrauen entzogen, auch der Deutsche Fußball-Bund hat sich deutlich gegen den FIFA-Präsidenten gestellt.

Infantino war nach einem letztlich gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck geraten. Auch sein Führungsstil wird von Teilen der Fußball-Welt scharf kritisiert. Er hatte darauf zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der FIFA angeboten.

Wahl steht im März an

Der 56-Jährige führt den Weltverband seit 2016 an, beim nächsten FIFA-Kongress im März 2027 im marokkanischen Rabat strebt er die Wiederwahl für eine vierte Amtszeit an. Bis zum Ende des 18. Novembers hat die Opposition, zu der auch zahlreiche Verbände aus Nord- und Mittelamerika sowie Teile Asiens zählen, Zeit, offiziell einen Gegenkandidaten zu benennen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die europäischen Verbände bereits am Donnerstag öffentlich einen Anwärter präsentieren.

Als möglicher Kandidat gilt der Kanadier Victor Montagliani, Präsident des Kontinentalverbands aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik. Öffentlich gehandelt wurden ebenfalls Aleksander Ceferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union UEFA, und Nasser al-Khelaifi, katarischer Chef von Paris Saint-Germain - beide haben jedoch mehrfach alle Ambitionen von sich gewiesen.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa/sid