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Draxler wollte sich reinhauen - durfte es aber erst ab Minute 76.
Draxler wollte sich reinhauen - durfte es aber erst ab Minute 76.(Foto: imago/ZUMA Press)
Mittwoch, 07. März 2018

CL-Aus "schwer zu akzeptieren": Genervter Draxler attackiert Team und Trainer

Julian Draxler muss seinen Traum vom Gewinn der Champions League vorerst begraben. Sein Klub Paris Saint-Germain scheitert deutlich an Titelverteidiger Real Madrid. Der deutsche Fußball-Weltmeister ist darüber tief enttäuscht und sauer.

Für Paris Saint-Germain endet die Saison in der Königsklasse schon wieder mit Frust im März statt mit Jubel im Mai. Fast genau ein Jahr nach dem 1:6-Desaster in Barcelona ergibt sich die Millionentruppe diesmal gegen Real Madrid (1:2). Einen deutschen Star nervt das kolossal. "Da war ich überrascht und auch ein bisschen sauer", sagte Julian Draxler im ZDF: "Das 1:1 ist zwar gefallen, aber ein 1:1 hätte uns gar nichts gebracht. Deswegen habe ich gedacht, dass wir weiter auf die Tube drücken und offensiv spielen sollten."

Mit säuerlicher Miene stand Julian Draxler nach dem Abpfiff vor dem Fanblock im Prinzenpark und klatschte nur zögernd in die Hände. Im TV-Studio brach der Frust über das klägliche Champions-League-Scheitern der Pariser Multi-Millionen-Truppe und seine Kritik an Trainer Unai Emery aus dem deutschen Fußball-Nationalspieler dann heraus. "Es ist schwer zu akzeptieren, dass wir so sang- und klanglos ausgeschieden sind", moserte der 24 Jahre alte Profi.

Bundestrainer Joachim Löw wunderte sich schon in der Halbzeitpause über die taktische Ausrichtung der Pariser. "Ihre drei Mittelfeldspieler agieren relativ weit hinten, keiner geht mit in die Spitze." Die Offensivabteilung, ohne den verletzten Neymar, aber mit Edinson Cavani, Angel de Maria und Kylian Mbappé immer noch sehr prominent besetzt, bekam wenige Zuspiele - "die hängen ein bisschen in der Luft", meinte Löw.

"Dafür kannst du dir nichts kaufen"

Draxler habe auf der Bank "sehr gelitten" und gestand: "Jeder hat gespürt, dass das Spiel nicht mehr kippen wird." Auch nicht nach dem Ausgleich von Cavani (72.). Er konnte nicht verstehen, dass seine schon avisierte Einwechslung kurz nach dem Treffer so lange auf sich warten ließ. Seinen Kollegen sprach er den großen Willen zur Wende ab. "Alle haben das Spiel gesehen. Wir haben uns den Ball ordentlich hin und her geschoben. Aber dafür kannst du dir nichts kaufen."

Die logische Frage nach einem bevorstehenden Umbruch des aus Katar finanzierten Spitzenkaders nervte Draxler. "Umbruch ist immer so ein Wort. Wir haben im Sommer schon 400 Millionen in die Hand genommen", erinnerte er an die Mega-Investitionen der Franzosen, die zumindest in dieser Saison nicht den gewünschten internationalen Erfolg gebracht haben. Für Trainer Emery Unai - im Vorjahr im Achtelfinale beim legendären 1:6 in Barcelona schon gescheitert - brechen auf jeden Fall schwere Zeiten in Paris an.

Titelverteidiger Real musste nach dem 3:1 im Bernabeu diesmal im Rückspiel gar nicht an seine Grenzen gehen. Die Tore von Superstar Cristiano Ronaldo (52.) und Casemiro (80.) waren logische Konsequenz eines souveränen Auftritts der Königlichen. "Wir sind sehr zufrieden. Das war eine große Partie von uns" sagte Real-Kapitän Sergio Ramos. "Wir hatten eine gute Ausgangsposition, aber wir haben auch gut gespielt. Ich würde sagen: Madrid ist zurück. Aber gewonnen haben wir noch nichts", blickte der Verteidiger dann doch schon ein wenig Richtung Finale am 26. Mai in Kiew.

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Quelle: n-tv.de