Fußball

Pleite, Streik, Aufstiegspanik Hamburger SV ist wieder im Chaos-Modus

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Lewis Holtby inkognito?

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Lewis Holtby mag nicht spielen und fliegt raus. Das sorgt für viel Wirbel und passt ins Bild, das der Hamburger SV abgibt. Die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga ist in Gefahr. Ein Kurz-Trainingslager soll dabei helfen, dass die Hanseaten nicht noch eine zweite Saison in der Zweitklassigkeit verbringen müssen.

Lewis Holtby gab gerne den Einpeitscher beim Hamburger SV. Er war der Erste in der Fankurve, wenn es etwas zu feiern gab. Er küsste nach Toren demonstrativ die Raute auf dem Trikot und appellierte nach Niederlagen an den Zusammenhalt im Team. Der gleiche Lewis Holtby hat sich nun bei seinem "Herzensklub" mit einer Spielverweigerung selbst ins Abseits geschossen und die HSV-Krise im Saisonendspurt vergrößert.

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Die Tür jedenfalls ist zu.

(Foto: imago images / Philipp Szyza)

Zumindest zeigte sich der suspendierte Spieler einsichtig. Seine Bitte an Trainer Hannes Wolf, ihn nicht für das Aufstiegsduell am Sonntag beim 1. FC Union Berlin zu nominieren, "war emotional, geschah im Affekt und war absolut nicht in Ordnung", ließ der dreimalige deutsche Nationalspieler ausrichten. "Nach einer kalten Dusche" habe er seine Entscheidung revidieren wollen, "leider wurde mir die Tür nicht mehr aufgemacht, was ich mir aber unbedingt gewünscht hätte". Die Tür ist für Holtby wohl für immer zu.

Sportvorstand Ralf Becker kündigte unmittelbar nach der 0:2-Pleite in Berlin an, dass der 28-Jährige, dessen hoch dotierter Vertrag Ende Juni ausläuft, kein Spiel und Training mehr für die Profimannschaft bestreiten werde. Holtbys Reaktion sei "Wahnsinn" gewesen. Trainer Wolf klang einen Tag später etwas versöhnlicher: "Schade, dass es so endet, aber wir müssen konsequent sein. Lewis hat aber kein Verbrechen begangen, er ist ein guter Junge." Im Internet musste sich Holtby, der auch nach der Reduzierung seines fürstlichen Erstligagehalts - geschätzt 3,5 Millionen Euro - zu den Bestverdienern der zweiten Liga gehört, viel Kritik gefallen lassen.

"Zu wenig Leute, die vorne weggehen"

Doch manche Fans meinten auch, dass der Fall ein willkommenes Ablenkungsmanöver sei. Denn das Hauptproblem für den einstigen Bundesliga-Dino ist ein anderes: Nach nun sechs Spielen ohne Sieg in Serie und dem Absturz auf Tabellenplatz vier ist die fest eingeplante sofortige Rückkehr ins deutsche Oberhaus in höchster Gefahr. Ein Kurz-Trainingslager vor dem Heimspiel am Samstag gegen den FC Ingolstadt (ab 13 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) soll nun helfen, "dass wir uns auf die neue Rolle einschwören", sagte Wolf: "Wir waren lange die Gejagten, jetzt müssen wir jagen."

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Erst mal ins Traininslager: Hannes Wolf.

(Foto: imago images / Michael Schwarz)

Der Trainer steht trotzdem (noch) nicht zur Disposition. "Ich bin nicht bereit, jemanden zu opfern, nur weil gewisse Dinge nicht so laufen", sagte Becker. Gegen Union schienen die Spieler aber mit den taktischen Vorgaben des Fußballlehrers überfordert zu sein. Verteidiger Rick van Drongelen wollte dies zumindest nicht verneinen: "Schwer zu sagen. Da kann ich jetzt keine Antwort darauf geben."

Individuelle Fehler wie der schwere Patzer von Gideon Jung vor dem 0:1 durch Robert Zulj (46.) kann man aber schwerlich dem Trainer ankreiden. Und dass sich das Team anschließend seinem Schicksal fast wehrlos ergab, wollte Becker auch nicht an der Trainerarbeit festmachen: "Wir haben zu wenig Leute, die vorne weggehen, die die Mannschaft mitziehen."

Seinem Ruf als Chaos-Klub wurde der HSV auch in einer anderen Sache gerecht - wenn auch diesmal unfreiwillig. Während des Spiels in Berlin gab Red Bull Salzburg bekannt, dass Leihspieler Hee Chan Hwang nach der Saison zum österreichischen Meister zurückkehrt. Das Dumme war nur: Der HSV wusste davon noch nichts. "Ich habe erst nach dem Spiel davon erfahren", gab Sportvorstand Becker zu. Gesprochen habe mit ihm in dieser Sache niemand aus Salzburg.

Quelle: n-tv.de, Jörg Soldwisch, sid

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