Fußball

BVB verliert wieder gegen Ajax Hummels wütet nach Rot über den Schiri

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Einmal bitte die Hand heben, wer früh mit Rot vom Platz muss.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Schiedsrichter Michael Oliver spielt bei der Partie zwischen Borussia Dortmund und Ajax Amsterdam eine unrühmliche Hauptrolle. Früh schickt er Mats Hummels mit Rot vom Platz. Schwarzgelb geht trotzdem in Führung, aber Ajax schlägt spät und nachhaltig zurück.

Beeindruckender Kampf, bitteres Ende: Borussia Dortmund ist die erhoffte Revanche für eine historische Schmach gegen Ajax Amsterdam in Unterzahl misslungen. Nach einer überzogenen Roten Karte für Mats Hummels verlor der leidenschaftliche BVB das Rückspiel gegen den niederländischen Rekordmeister unglücklich 1:3 (1:0). Am 24. November müssen die Dortmunder somit in ein "Endspiel" bei Sporting Lissabon um den Achtelfinaleinzug in der Champions League.

Hummels kritisierte Schiedsrichter Michael Oliver im Interview nach Abpfiff bei DAZN heftig. "Ich habe keine Ahnung, wie man Rot geben kann. Wie man als Schiedsrichter auf Champions-League-Niveau auf die Idee kommen kann, Rot zu geben." Der Abwehrchef geht davon aus, dass Oliver "das Spiel entschieden hat und dass er das auch weiß". Zudem warf er seinem Gegenspieler Antony Schauspielerei vor, der sich in der Aktion ausdrucksstark über den Rasen gewälzt hatte und kurz danach augenscheinlich beschwerdefrei weiterspielen konnte. "Großartiger Fußballer, vielleicht wird er hoffentlich noch ein guter Sportler."

Borussia Dortmund - Ajax Amsterdam 1:3 (1:0)

Dortmund: Kobel - Meunier, Akanji, Hummels, Wolf (58. Passlack) - Witsel - Brandt, Bellingham - Hazard (33. Pongracic), Tigges (75. Malen), Reus (76. Knauff). -I Rose
Amsterdam: Pasveer - Mazraoui, Timber, Martinez, Blind - Berghuis (67. Kudus) - Alvarez (46. Klaassen), Gravenberch - Antony, Haller, Tadic. - Trainer: ten Hag
Schiedsrichter: Michael Oliver
Tore: 1:0 Reus (37. Elfmeter), 1:1 Tadic (72.), 1:2 Haller (83.), 1:3 Klaassen (90.+3)
Zuschauer: 54.820
Rote Karten: Hummels (29.) -
Gelbe Karten: Knauff - Alvarez (3)

Kampfstark, leidenschaftlich, zeitweise hitzköpfig - der BVB zeigte vor 54.820 Zuschauern in elektrisierender Atmosphäre alles, was er beim 0:4 in Amsterdam vor zwei Wochen hatte vermissen lassen. Marco Reus (37.) brachte den Pokalsieger mit einem Foulelfmeter nach Videobeweis auch in Führung - der Pfiff war ebenso fragwürdig wie kurz zuvor Hummels' Platzverweis wegen groben Foulspiels (29.). Dusan Tadic (72.), der frühere Frankfurter Sebastien Haller (83.) und Davy Klaassen (90. + 3) drehten das Spiel für in Überzahl deutlich überlegene Gäste.

Erling Haaland saß mit schwarzer Pudelmütze in der VIP-Loge, am Mittelpunkt stand ein unwahrscheinlicher Vertreter zum Anstoß bereit: Steffen Tigges, vor kurzem noch Drittliga-Stürmer in der Dortmunder U23, durfte als Spitze ran - nicht Stareinkauf Donyell Malen, nicht Reus, nicht Thorgan Hazard. Die Vorführung in Amsterdam hatte Trainer Marco Rose gewurmt und geärgert, "ein ganz anderes Gesicht" sollte nun zu sehen sein. Der BVB bemühte sich tatsächlich intensiv um Ballbesitz und das Ausstrahlen von Dominanz, der nicht nur kämpferisch herausragende Jude Bellingham hätte nach einem Ausflug des Torhüters Remko Pasveer ins leere Tor köpfen müssen (8.). Der Ball flog vorbei.

Hummels ist fassungslos

Ajax, im Hinspiel eine Leistungsschau in modernem Tempofußball, ließ sich hinten reindrängen und wankte. Rose hatte sich mit Frank Wormuth ausgetauscht, Trainer von Heracles Almelo: Dem war gegen Ajax in der Liga ein überraschendes 0:0 gelungen - er empfahl unter anderem rigorose körperliche Härte. Für die Grätsche von Hummels gegen Antony jedoch wäre Gelb statt Rot angemessen gewesen, entsprechend fassungslos schlich der Abwehrspieler vom Feld.

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Ajax schüttelte sich nach einer schwachen Anfangsphase und wurde aktiver. Daley Blind und Antony fanden auf den Außenpositionen Tiefe, BVB-Torwart Gregor Kobel musste erstmals fliegen (22.). Auf der anderen Seite tauchte Pasveer bei einem Reus-Schuss blitzschnell ab (25.). Das Spiel war attraktiv und offensiv - aber diesmal nicht einseitig. Es änderte sich jedoch die Statik: Marin Pongracic kam für Hazard, um die durch den Feldverweis dezimierte Viererkette wieder zu schließen. Vor dem Elfmeter dann sah der englische Schiedsrichter Oliver sich die Bilder eines vermeintlichen Foulspiels an Bellingham immerhin diesmal selbst an.

Ajax reagierte wütend, mit Großchancen von Lisandro Martinez (44.) und Steven Berghuis (45.+2). Dem BVB gelang es zwar nach der Pause einige Minuten lang gut, den Ball von seinem Tor fernzuhalten. Amsterdam zog die Schlinge jedoch enger und enger, es wurde ein kraftraubender Dortmunder Kampf am eigenen Strafraum. Jeder Ballgewinn wurde vom Publikum stürmisch gefeiert, die Profis warfen sich ohne Rücksicht auf Verluste in die Schüsse. Dann ging ihnen die Kraft aus.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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