Fußball

Elferparade bei CL-Niederlage Ideenloser BVB verzweifelt an Inter-Defensive

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Gegen Inter Mailand fehlte dem BVB zu lange die Durchschlagskraft.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Vier Tage nach dem lang ersehnten Liga-Erfolg kassiert Borussia Dortmund wieder einen Rückschlag. Im Champions-League-Spiel bei Inter Mailand fehlt dem BVB zu lange der Spielwitz. Den italienischen Gastgebern indes reicht minimaler Offensivaufwand für den Heimsieg.

Jede Menge Ballbesitz, aber kaum Torgefahr - Borussia Dortmund hat nach einer taktischen Lehrstunde die gute Ausgangslage in der Champions League leichtfertig verspielt. Beim 0:2 (0:1) bei Inter Mailand musste der entthronte Tabellenführer der Gruppe F im dritten Spiel die erste Niederlage hinnehmen und steht vor dem Rückspiel gegen die gnadenlos effektiven Italiener in zwei Wochen unter Zugzwang.

Inter Mailand - Borussia Dortmund 2:0 (1:0)

Mailand: Handanovic - Godin, de Vrij, Skriniar - Brozovic - Candreva, Barella, Gagliardini, Asamoah (80. Biraghi) - Lukaku (62. Esposito), Martinez (90. Valero). Trainer: Conte
Dortmund: Bürki - Akanji (74. Bruun Larsen), Weigl, Hummels - Hakimi, Delaney (65. Dahoud), Witsel, Schulz - Sancho, Brandt, Hazard (84. Guerreiro). Trainer: Favre
Tore: 1:0 Martinez (22.), 2:0 Candreva (89.)
Bes. Vorkommnis: Bürki hält Foulelfmeter von Martinez (82.)
Gelbe Karten: Brozovic, Barella (2), Godin, Candreva - Weigl, Hummels
Schiedsrichter: Taylor (England)
Zuschauer: 60.000

Lautaro Martínez (22. Minute) und Antonio Candreva (89.) besiegelten vor 60.000 Zuschauern im San-Siro-Stadion die vermeidbare Niederlage, die kaum als Mutmacher für das prestigeträchtige Revierderby am Samstag beim FC Schalke taugt.

"Einige Punkte haben gefehlt. Es war trotzdem nicht so, dass wir mit 0:2 hätten verlieren müssen. Wir waren am Ende nicht torgefährlich genug, haben es zu einfach gemacht", sagte Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung. "Beim Tor pennen wir ein bisschen. Ansonsten haben wir wenig zugelassen. Wir waren heute sicherlich nicht zwei Tore schlechter und das macht mich zuversichtlich für das Rückspiel."

BVB-Torwart Roman Bürki, der nach überstandener Kapselverletzung im Knie rechtzeitig fit geworden war, zeichnete sich mit einem gehaltenen Foulelfmeter in der 83. Minute gegen Martínez aus, was aber nichts nutzte.

Inter formiert Bollwerk

Ohne Kapitän Marco Reus, der mit grippalem Infekt in Deutschland geblieben war, sollten Julian Brandt, Thorgan Hazard und der nach seiner Suspendierung zurückgekehrte Jadon Sancho für Gefahr sorgen. Im ungewohnten 3-4-3-System hatten die BVB-Stürmer gegen die dichte Abwehr der Gastgeber aber große Mühe, ihre Schnelligkeit auszuspielen. Der 18-malige italienische Meister agierte dagegen abwartend, abgeklärt und bot kaum Raum an. Ein guter Torschuss in der ersten Halbzeit reichte Inter zur Führung.

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Martínez stellte mit seinem Tor die Zeichen auf Sieg für Inter.

(Foto: imago images/Insidefoto)

Favre, der nach dem Ausfall von Reus zwar auf Rotation verzichtet hatte, aber taktisch Neues wagte, wirkte früh angespannt in seiner Coaching-Zone. 20 Minuten lang hielt seine neue Dreierkette um Mats Hummels den zaghaften Angriffsbemühungen der Nerazzurri mehr oder weniger problemlos stand - ein langer Ball genügte aber, um Martínez entscheidend in Stellung zu bringen. Der Argentinier ließ dem herausstürmenden Bürki keine Chance.

Mit der Führung im Rücken baute Inter vor dem eigenen Strafraum eine Fünferkette auf und blieb auch in der zweiten Halbzeit bei der Taktik, das Spiel zu verschleppen. Der BVB versuchte weiter, über die Flügel mit Achraf Hakimi und Nico Schulz für Überraschungsmomente zu sorgen, was aber selten gelang.

Bürki-Parade weckt neue Hoffnungen

Ein überhasteter Distanzschuss von Axel Witsel ging weit über das Tor (31.), Sancho hatte spät in der ersten Halbzeit die erste wirklich gute BVB-Chance. Der junge Engländer scheiterte aber an Inter-Keeper Samir Handanovic (45.+1). Auch in der 75. Minute blieb Sancho der Ausgleich verwehrt. Gut fünf Minuten später verursachte Hummels mit einem Foul den Strafstoß, den Bürki glänzend parierte.

Brandt, der als zentraler Stürmer den Vorzug vor Mario Götze erhalten hatte, war über weite Strecken kaum zu sehen. Einen eigentlich harmlosen Distanzschuss des Nationalspielers entschärfte Handanovic nur mit Mühe (64.). Die Durchschlagskraft von Reus, der am Wochenende gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach das Siegtor zum 1:0-Erfolg erzielt hatte, fehlte an allen Ecken und Enden. Verzichten musste Favre auch weiterhin auf den verletzten spanischen Torjäger Paco Alcácer.

Kurz vor der Partie hatte der Coach das x-te Treuebekenntnis von der Vereinsführung erhalten. "Wir haben keine Trainerdiskussion", stellte Manager Michael Zorc vor der Partie bei Sky klar, nachdem weiterhin Namen von möglichen Favre-Nachfolgern durch das BVB-Umfeld gegeistert waren. Der Schweizer selbst zeigt sich seit Wochen zumindest äußerlich davon unbeeindruckt.

Quelle: ntv.de, cri/dpa