Fußball

CL-Spektakel mit sieben Toren Klopps Liverpool überrollt Rom - und hadert

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Roberto Firmino bereitete zwei Tore vor und schoss zwei selbst - genau wie sein Sturmkollege Mohamed Salah.

(Foto: AP)

In einem völlig verrückten Spiel gegen AS Rom scheint der FC Liverpool schon im Hinspiel den Einzug ins Champions-League-Endspiel perfekt zu machen. Das Klopp-Team brilliert offensiv und demütigt die Gäste mit fünf Toren. Doch die schlagen zurück - und wahren ihre Minichance.

Jürgen Klopp hat nach der nächsten beeindruckenden Tore-Show von Mohamed Salah und Co. beste Aussichten auf das Champions-League-Finale. Mit überragendem Tempofußball verschaffte sich der FC Liverpool beim verrückten 5:2 (2:0) gegen AS Rom eine sehr gute Ausgangslage für das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche in der Ewigen Stadt.

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Diego Perotti erzielte per Elfmeter den 2:5-Endstand - und schenkte Rom damit Hoffnung auf eine Sensation.

(Foto: AP)

Überragend dabei: der Ägypter Salah und der Brasilianer Roberto Firmino. Torjäger Salah erzielte mit seinen Saisontoren Nr. 42 und 43 (36./45.+1) die 2:0-Pausenführung an der Anfield Road. Den dritten Treffer durch Sadio Mané (56.) und das vierte Tor durch Firmino (61.) bereitete Salah vor. Der ehemalige Hoffenheimer Firmino (69.), der beide Salah-Treffer vorbereitet hatte, traf kurze Zeit später erneut. Edin Dzeko (81.) und Diego Perotti (85./Handelfmeter) sendeten aber noch ein für das Klopp-Team ärgerliches Lebenszeichen der Römer.

"Vor dem Spiel hätten wir das Ergebnis genommen. Jetzt fällt es schwer, sich darüber zu freuen. Es ist ein gutes Ergebnis, aber es ist ein Beigeschmack", haderte Liverpools deutscher Torwart Loris Karius bei Sky und warnte: "Rom ist heimstark und wird nochmal alles probieren." Das Ergebnis ist für die Reds und ihren deutschen Trainer Klopp kein Freifahrtschein Richtung Finale am 26. Mai gegen den FC Bayern München oder Real Madrid. Im Viertelfinale hatten die Römer ein 1:4 gegen den FC Barcelona mit einem 3:0 noch aufholen können - nun brauchen sie wieder ein solches Fußball-Wunder.

Bleibt es aus, greifen Klopp und Liverpool in Kiew nach dem ganz großen Coup. Für Klopp wäre es das zweite Königsklassen-Finale nach dem mit Borussia Dortmund gegen die Bayern verlorenen "German Endspiel" 2013. Liverpool könnte erstmals seit 2005 und zum insgesamt sechsten Mal den Henkelpott gewinnen.

Traumkulisse und Fahnen-Fauxpas

Flutlicht, Dauerregen und inbrünstig singende Fans. Die Anfield Road bot alles für einen stimmungsvollen Europapokal-Abend. Bevor die Salah-Show begann, brauchte Liverpool aber reichlich Anlauf. Klopp hatte genau der Startelf vertraut, die Meister Manchester City um Pep Guardiola so eindrucksvoll im Viertelfinale eliminert hatte. Und Rom - im Vergleich zum Barcelona-Coup mit dem jungen Cengiz Ünder in der Anfangsformation - wusste offenbar, wie Sturm und Drang der "Reds" zu bremsen sind. Ein Schuss von Roberto Firmino (5.) aus spitzem Winkel war noch die größte Chance der Startphase.

Für unfreiwillige Unterhaltung sorgte Linienrichter Stefan Lupp. Dem Assistent von Referee Felix Brych war seine Fahne entzwei gegangen. Ein Uefa-Mitarbeiter musste flugs Ersatz besorgen. Glück hatte Liverpools deutscher Torwart Loris Karius, als ihm der Ball nach einem Schuss von Alexander Kolarow durch die Hände flutschte, aber an die Latte klatschte (18.). Kurz zuvor hatte Klopp reagieren müssen. Für den mit Verdacht auf eine Verletzung am rechten Knie ausgewechselten Alex Oxlade-Chamberlain kam Georginio Wijnaldum.

Die Initialzündung für Liverpool war ein Konter mit Abschluss über das Tor von Mané (28.). Anschließend wirbelte Liverpool und hatte mehrere große Chancen. Mané traf auch ins Tor, stand aber im Abseits (34.) - Lupp hob richtigerweise die wieder funktionsfähige Ersatzfahne.  Eine Minute später zauberte Salah den Ball von der Strafraumkante per Lupfer genau in den Winkel. Die Führung war nun hoch verdient. Dejan Lovren mit einem Kopfball an die Latte (38.) und Wijnaldum (40.) hätten schon erhöhen können, für die Tore war aber vorerst Salah zuständig.

Englands Fußballer des Jahres erhöhte nach rasantem Konter nach Zuspiel von Firmino per Lupfer über Roms Keeper Alisson. In der zweiten Halbzeit ließ Liverpool zunächst kein bisschen nach - und Salah glänzte nun als Vorbereiter für seine Sturmkollegen Mané und Firmino. Die Anfield Road feierte ihre Helden. Rom war konsterniert. Aber dann sorgten Dzeko und Perotti für einen Hoffnungsschimmer.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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