Fußball

Trainerkritik beim FC Bayern Kovac stellt Rafinha in den Senkel

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"Niemand darf sich über die Mannschaft, den Verein und die Spieler stellen": Niko Kovac.

(Foto: imago/ActionPictures)

Niko Kovac räumt beim Fußball-Bundesligisten FC Bayern auf und das Thema Rafinha vom Tisch. Dem unzufriedenen Ersatzspieler macht er eine Ansage. Und überhaupt: Kritik am Trainer verbittet er sich. Vor der Partie in Mönchengladbach am Samstag plagen die Münchner massive Personalprobleme.

Niko Kovac ist es leid. Er mag sich nicht mehr ständig zu unzufriedenen Fußballprofis in seinem Luxuskader äußern. "Ab dem heutigen Tag werde ich nur noch über Spieler reden, die gespielt haben. Alle anderen werden, wenn sie spielen, wieder in den Fokus rücken", sagte der Trainer des FC Bayern, als er in der Pressekonferenz zum Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach auf Thomas Müller angesprochen wurde. Der deutsche Nationalspieler steht seit einigen Wochen nicht mehr in der Startelf - ein Aufreger in München. Über einen Bankdrücker, der im Gegensatz zu Müller beim jüngsten 1:0 gegen Hertha BSC auch nicht als Einwechselspieler zum Zuge gekommen war, sprach Kovac dann aber doch. Abwehrspieler Rafinha erteilte er für dessen Trainerkritik eine scharfe Rüge.

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Nicht ganz zufrieden: Rafinha.

(Foto: imago/Schreyer)

"Niemand darf sich über die Mannschaft, den Verein und die Spieler stellen - und nicht so kritisch über den Trainer äußern", erklärte Kovac ruhig, aber sehr bestimmt im Ton. Der Trainer berichtete von einer Aussprache mit dem 33 Jahre alten Abwehrspieler, der sich nach Kovacs Version für die Klage über seine Reservistenrolle auch vor der Mannschaft entschuldigt habe. "Damit ist das Thema vom Tisch."

Allerdings fügte Kovac noch einen Satz hinzu: "In dieser Form darf das nicht passieren." Rafinha hatte nach dem Hertha-Spiel seinen Frust rausgelassen und auch Kovac verbal angegriffen. "In letzter Zeit ist der Trainer nicht korrekt zu mir." Bei Kovacs Vorgängern Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti und auch Josep Guardiola habe er regelmäßig gespielt. "Ich trainiere gut, spiele aber keine Rolle", klagte Rafinha. Der Ärger entlud sich wohl auch, weil er mit einem Einsatz gegen Berlin gerechnet hatte. Schließlich gilt er nach der Sperre von Joshua Kimmich für das Champions-League-Rückspiel im Achtelfinale gegen den FC Liverpool am 13. März in München als programmierter Ersatzmann des Nationalspielers auf der rechten Verteidigerposition.

In Gladbach könnte Rafinha gebraucht werden

Rafinha erhofft sich dementsprechend vorab genügend Spielpraxis. Zwei Möglichkeiten bleiben noch, am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) im Bundesliga-Topspiel beim Tabellendritten Mönchengladbach sowie eine Woche später gegen den VfL Wolfsburg. Mit seiner Trainer-Kritik könnte sich Rafinha jedoch ins Abseits manövriert haben, auch wenn Kovac bemerkte: "In der Emotion nach einem Spiel sagt man manchmal etwas, was man am nächsten Tag bereut." In Gladbach könnte Rafinha durchaus gebraucht werden, womöglich aber auf der linken Abwehrseite. Stammkraft David Alaba droht mit einer Sehnenreizung auszufallen. "Es kann sein, dass wir es bei ihm noch schaffen", sagte Kovac.

Und überhaupt: Die Münchner plagen vor dem Topspiel massive Personalprobleme. Der an einem Magen-Darm-Infekt erkrankte Franck Ribéry wird definitiv ausfallen. Damit muss Kovac den linken Flügel offensiv auf jeden Fall neu besetzen, da auch Kingsley Coman wegen seines Muskelfaserrisses fehlt. Weitere Fragezeichen stehen hinter Torwart Manuel Neuer (Grippe) und Leon Goretzka (Sprunggelenk), die ebenso wie Alaba an diesem Donnerstag nicht trainieren konnten. Immerhin sind Ersatztorwart Sven Ulreich und Innenverteidiger Mats Hummels wieder gesund und einsatzfähig.

Quelle: ntv.de, Klaus Bergmann, dpa