Fußball

"Es geht hier um Grundrechte" Liga-Chefs träumen vom ausverkauften Westfalenstadion

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Der Fußball durfte weitermachen, aber die Fans, wie hier im Dortmunder Westfalenstadion, wurden vermisst.

(Foto: imago images/Norbert Schmidt)

Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter. Die EM-Spiele in München sehen 14.000 Zuschauer. In anderen Ländern plant man mit 100 Prozent Auslastung. Die Liga-Bosse Seifert, Rummenigge und Watzke fordern nun Lockerungen für die Fans.

Der Supercup mit dem ewigen Klassiker BVB gegen Bayern vor über 80.000 Fans im voll besetzten Dortmunder Westfalenstadion? Angesichts immer weiter sinkender Corona-Zahlen wünschen sich nicht nur Fußball-Spitzenfunktionäre eine baldige Rückkehr zur Normalität. "Wir setzen uns gern mit allen maßgeblichen Organisationen an einen Tisch und beraten, was möglich und sinnvoll ist", sagte BVB-Boss Joachim Watzke. In einem gemeinsamen "Bild"-Interview mit DFL-Chef Christian Seifert und Münchens Noch-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach er sich damit dafür aus, dass das Duell der Dortmunder gegen den deutschen Meister am 17. August ein Modellversuch mit einem ausverkauften Stadion sein könnte.

Nachdem die deutsche Fußball-Bundesliga in der Corona-Pandemie unter Führung von DFL-Chef Seifert mit ihrem Hygienekonzept als erste Profiliga in Europa wieder in den Spielbetrieb startete und damit internationaler Vorreiter und Ideengeber war, drängt man nun auf eine schnelle Rückkehr der Zuschauer in die Fußball-Stadien. "Es geht hier um Grundrechte von Menschen und Unternehmen. Es gab gute Gründe, diese vorübergehend einzuschränken. Aber es gibt zwischenzeitlich mehr Gründe, diese Einschränkungen schrittweise zurückzunehmen", sagte Seifert. Er sehe "derzeit wenig Gründe, um in der zweiten Jahreshälfte nicht schrittweise zum Normalbetrieb von Großveranstaltungen jeglicher Art zurückzukehren." In der abgelaufenen Saison wurde - abgesehen von wenigen Partien zum Ende der Spielzeit - ohne Zuschauer gespielt.

Bundesliga nicht mehr Vorbild

Dass in anderen Ländern, die deutlich später als Deutschland in der Vorsaison wieder in den Spielbetrieb starteten, aber jetzt bei der Wiederzulassung von Fans offensiver agieren, stört Seifert etwas. "Zu Beginn wurde aus aller Welt nach Deutschland geblickt und unser Re-Start als ein Beleg dafür genommen, wie gut Deutschland die Krise managt. Das ist nicht mehr so", sagte Seifert. So plant Dänemark vom 1. August an mit 100 Prozent Zuschauerauslastung unter Vorlage eines Corona-Passes. "Ich glaube nicht, dass dort weniger verantwortungsvolle Politiker oder Virologen tätig sind als in Deutschland. Aber vielleicht ist man in anderen Ländern weiter hinsichtlich einer gesamthaften Herangehensweise, die eben nicht nur epidemiologisch, sondern auch psychologisch, soziologisch und wirtschaftlich funktioniert", meinte Seifert.

Für ihn spricht nichts gegen ausverkaufte Stadien bei Fußballspielen oder Konzerten, wenn nur Geimpfte, Genesene oder Getestete kommen dürfen. "Es gibt international meines Wissens keinen einzigen Hinweis, dass von einer Großveranstaltung mit Geimpften, Genesenen oder negativ Getesteten eine größere Gefahr ausgeht", sagte Seifert. Es gebe dagegen zahlreiche Hinweise, dass Hygienekonzepte in Stadien, Hallen, Theater, Kinos und Restaurants schon vor dem Lockdown gut funktioniert hätten und "diese Orte gerade nicht Treiber der Pandemie waren. Das wurde aber oft ausgeblendet." Rummenigge wünscht "dem FC Bayern und dem Fußball insgesamt, dass wir alle in unseren Stadien schon sehr bald ohne Risiko mit voller Kapelle, also mit 100 Prozent Zuschauerauslastung, spielen dürfen." Einige Clubs haben bereits mit dem Verkauf von Dauerkarten begonnen, andere warten noch ab.

Rummenigge geht davon aus, dass zum Bundesliga-Start am 13. August die Stadionauslastung höher sein wird als bei der Europameisterschaft, und "dann hoffentlich nach und nach bis zur Vollbesetzung der Stadien gesteigert werden kann." In München sind bei den vier EM-Spielen 14.500 Zuschauer zugelassen.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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