Bayer leidet - Alonso wohl auchLiverpools Trainer-Rauswurf kommt für Bundesligisten zur Unzeit
Von Anja Rau
Der Trainer von Bayer Leverkusen heißt Kasper Hjulmand - noch. Denn eine Trennung ist sehr wahrscheinlich. Nun aber könnte der FC Liverpool dem Bundesligisten den Wunschtrainer wegschnappen. Und auch Bayers Ex Xabi Alonso dürfte sich ärgern.
Arne Slot ist nicht länger Trainer des FC Liverpool. Diese Nachricht dürften die Verantwortlichen bei Bayer Leverkusen an diesem Vormittag nicht gerade goutiert haben. Denn es ist möglich, dass der Fußball-Bundesligist davon selbst getroffen ist. Weil nämlich beide Klubs offenbar um denselben Coach buhlen: Andoni Iraola.
Der derzeitige Trainer des AFC Bournemouth ist wohl der Wunschkandidat auf die Slot-Nachfolge beim englischen Meister der Vorsaison. Laut Transferexperte Fabrizio Romano haben sich beide Parteien bereits auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Nach Iraola hatte aber auch Bayer Gerüchten zufolge seine Fühler ausgestreckt.
Zwar ist Kasper Hjulmand offiziell noch Trainer des Bundesliga-Sechsten, doch über eine Trennung gibt es wohl keinen Zweifel. Die Saison war für den Meister von 2023/24 nicht befriedigend verlaufen. In der kommenden Saison wird Bayer nur in der Europa League antreten. Doch es hapert noch an einem Nachfolger des Dänen. Denn Bayer ist Berichten zufolge bereits bei mehreren Kandidaten abgeblitzt.
Glasner zieht es wohl nach Mailand
Zunächst berichtete Sky, Leverkusen wolle Filipe Luis verpflichten. Der Brasilianer, früher Profi bei Atlético Madrid, hatte bei Flamengo mehrere Titel gewonnen und so international auf sich aufmerksam gemacht. Doch Luis soll sich für eine Anstellung bei der AS Monaco entschieden haben, Berichten zufolge wird er einen Vertrag bis 2028 unterschreiben und die Nachfolge von Sebastien Pocognoli antreten.
Dann rückte Iraola in den Mittelpunkt des Werkself-Interesses. Nun aber funkt Liverpool dazwischen. Der Spanier hat sich bei Bournemouth gegen eine Vertragsverlängerung entschieden und ist ab 1. Juli frei verfügbar. Der "Kicker" berichtete sogar bereits von einer bevorstehenden Einigung. Demnach habe sich Iraola gegen den weiteren Kandidaten Oliver Glasner - der am Mittwoch Crystal Palace zum Sieg in der Conference League führte - durchgesetzt.
Iraola ist ein logischer Wunschkandidat bei Bayer, er kommt wie der bei Leverkusen so erfolgreiche Xabi Alonso und Arsenals Meistermacher Mikel Arteta aus der Trainerschmiede Antiguoko in San Sebastian. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen Neustart. Doch Liverpool dürfte im Vergleich mit Bayer die besseren Argumente haben.
Bleibt also doch noch Glasner? Der ist laut "Bild"-Zeitung inzwischen in Gesprächen mit der AC Mailand. Die Rossoneri hatten nach dem Verpassen der Champions League Tabula rasa gemacht und Trainer Massimiliano Allegri sowie Geschäftsführer Giorgio Furlani, Sportdirektor Igli Tare und den Technischen Direktor Geoffrey Moncada rausgeworfen. Milan will der "Gazzetta dello Sport" zufolge nicht nur Glasner, sondern als neuen Sportchef auch Ralf Rangnick verpflichten. Dieser ist allerdings zunächst noch mit Österreich bei der WM im Einsatz.
Unterschrieb Alonso zu früh?
Slots Aus in Liverpool dürfte aber nicht nur Bayer, sondern auch Alonso treffen. Der 44-Jährige hatte Mitte Mai einen Vertrag beim FC Chelsea unterschrieben. Der Spanier wird dort zur neuen Saison der Nachfolger von Interimstrainer Calum McFarlane, der Ende April von Liam Rosenior übernommen hatte. "Chelsea ist einer der größten Vereine im Weltfußball, und es erfüllt mich mit großem Stolz, Trainer dieses großartigen Klubs zu werden", hatte Alonso bei der Verkündung gesagt. Allerdings war er in den vergangenen Monaten auch immer wieder mit seinem Ex-Klub Liverpool in Verbindung gebracht worden.
Die Unterschrift beim Premier-League-Konkurrenten Chelsea erfolgte, nachdem sich die Anzeichen verdichtet hatten, dass die Reds weiter auf Slot setzen. Nun kam die Kehrtwende - zu spät für Alonso, die Fußball-Romantik fortzuführen. Mit Real Madrid hatte Alonso schon zur gerade abgelaufenen Saison bei einem seiner Ex-Klubs angeheuert. Allerdings hatte die Romantik nicht lange gehalten, er war bereits nach einem halben Jahr im Amt freigestellt worden.