Der neue Bundestrainer ist erst seit wenigen Tagen im Amt, steht jedoch schon jetzt in der Kritik von Rekordnationalspieler und RTL/Sky-Experte Lothar Matthäus. Der nämlich stört sich an dem Termin der Bekanntgabe des ersten Nationalmannschaftskaders durch Jürgen Klopp. Der neue Bundestrainer wird am 17. September, an einem Donnerstag, bei einer Pressekonferenz auf dem Frankfurter DFB-Campus informieren. Für Matthäus der falsche Tag. Donnerstags würden viele Spieler vor internationalen Einsätzen in der Europa und Conference League stehen.
"Auch wenn sie vom Bundestrainer bereits vorab informiert wurden, könnten die Spieler durch ständige Fragen in ihrer Konzentration gestört werden. Es macht etwas mit der Psyche eines Spielers, wenn man vor einer wichtigen Partie danach gefragt wird", gab der Sky-Experte zu Bedenken. Die Kader-Bekanntgabe an einem Donnerstag habe ihm schon zu Zeiten von Klopps Vorgängern nicht gefallen. "Der DFB wollte doch jeden Stein umdrehen. Das wäre aus meiner Sicht einer dieser Steine gewesen", sagte der 65-Jährige.
Matthäus für Freitag als Nominierungstag
Für ihn wäre der Freitag besser als Nominierungstag geeignet. "Ich würde Jürgen Klopp wirklich bitten, die Nominierungen künftig an einem Freitagvormittag oder Mittag zu machen", sagte Matthäus. Dann hätten die Spieler genügend Zeit zur Verarbeitung. Zudem müsste, falls sich ein Spieler in einem Europapokaleinsatz verletzt, niemand nachnominiert werden. Das sei in diesem Fall für den Bundestrainer ein Vorteil.
Generell wünscht sich Matthäus Seitens des DFB jede mögliche Unterstützung für die deutschen Vereine, die international im Einsatz sind. "Man sollte miteinander arbeiten", meint der 65-Jährige, der als Experte für RTL unter anderem Bayer 04 Leverkusen, den VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den SC Freiburg in der Europa League begleitet hat.
"In den internationalen Partien vertreten die Spieler nicht nur ihre Klubs, sondern den deutschen Fußball. Wir wollen mit dem deutschen Fußball den fünften Champions-League-Platz erreichen. Ich bin der Meinung, man sollte alles dafür tun", sagte Matthäus.
Beispielhaft ist aus seiner Sicht Österreich. Dort habe der Verband die beiden Wiener Vereine und Linz am Wochenende nicht spielen lassen, damit diese sich für die Europacupspiele schonen können. "Der Linzer ASK hat ganz sicher davon profitiert", glaubt Matthäus. Der LASK besiegte nach einem 0:3 im Hinspiel Celtic Glasgow mit 5:1 nach Verlängerung, Österreichs Meister zog damit in die Champions League ein.


