Fußball

Gala-Auftritt von Rashford Man United zerlegt Leipzig spät, aber wuchtig

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Anthony Martial und Manchester United waren RB Leipzig nicht nur in Sachen Luftraumbeherrschung überlegen.

(Foto: imago images/Sportimage)

Julian Nagelsmann und RB Leipzig erhalten gegen Manchester United eine Lehrstunde in der Champions League: Nach einer passablen ersten Hälfte geht in Durchgang zwei überhaupt nichts mehr und der eingewechselte Marcus Rashford zerlegt die Sachsen fast im Alleingang.

Bundesliga-Spitzenreiter RB Leipzig hat beim Gala-Auftritt von Marcus Rashford im "Theater der Träume" ein böses Erwachen erlebt. Der Halbfinalist der Vorsaison verlor das zweite Gruppenspiel der Champions League beim englischen Rekordmeister Manchester United mit 0:5 (0:1) und kassierte nach einer insgesamt schwachen Leistung die erste Saisonniederlage. "Mit einem 5:0 nach Hause zu fliegen, ist eine Packung. Wir haben Lehrgeld gezahlt und müssen draus lernen", sagte Trainer Julian Nagelsmann bei Dazn.

"Es ist schwer Worte zu finden, wenn du 0:5 verloren hast", sagte Emil Forsberg, der nach der höchsten Auswärtsniederlage in der Königsklasse gleich in die Analyse überging: "Wir sind gut reingekommen ins Spiel, das Spiel mit dem Ball war erste Halbzeit gut, doch im letzten Drittel müssen wir bessere Lösungen finden. Wir haben auch ihre Verteidigung in der Box zu wenig unter Druck gesetzt."

Manchester United - RB Leipzig 5:0 (1:0)

Manchester: de Gea - Wan-Bissaka (81. Tuanzebe), Lindelöf, Maguire, Shaw - Matic (63. McTominay), Fred - Pogba (81. Cavani) - Greenwood (63. Rashford), Martial, van de Beek (68. Bruno Fernandes). - Trainer: Gunnar Solskjaer
Leipzig: Gulacsi - Henrichs (63. Sabitzer), Konate, Upamecano, Halstenberg - Kampl (76. Kluivert) - Dani Olmo, Forsberg - Nkunku (65. Sörloth), Poulsen, Angelino. - Trainer: Nagelsmann
Schiedsrichter: Matej Jug (Slowenien)
Tore: 1:0 Greenwood (21.), 2:0 Rashford (74.), 3:0 Rashford (78.), 4:0 Martial (87. Foulelfmeter), 5:0 Rashford (90.+2)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Matic - Henrichs (2), Kluivert, Sabitzer

Mason Greenwood (21.), der eingewechselte Rashford (74./78./90.+2) und Anthony Martial (87.) per Foulelfmeter trafen vor leeren Rängen in Old Trafford zum verdienten Sieg für Manchester, das die Gruppe H mit sechs Punkten anführt. Leipzig hatte sich zum Auftakt in der vergangenen Woche gegen den türkischen Meister Basaksehir Istanbul (2:0) durchgesetzt und liegt nun punktgleich mit Paris St. Germain auf dem dritten Tabellenplatz. "Theatre of Dreams - der Name sagt alles" - so ehrfürchtig Trainer Julian Nagelsmann vor dem Spiel vom englischen Traditionsklub und der Kulisse gesprochen hatte, so fehleranfällig agierte seine Mannschaft anfangs auf dem Rasen.

VAR greift mehrfach ein

Zwar verteidigte Leipzig in den ersten Minuten mit aggressivem Pressing und störte Uniteds Spielaufbau weit in der gegnerischen Hälfte. Mit großer individueller Klasse befreiten sich die Red Devils aber immer wieder aus den Drucksituationen, zudem lud Leipzig die Briten bei Ballbesitz mit leichtfertigen Fehlpässen zu gefährlichen Umschaltaktionen ein. Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi musste beim Schuss des Brasilianers Fred (6.) früh eingreifen.

Die aus der Bundesliga gewohnte Offensivstärke ließ Leipzig vermissen. In der Zentrale war für die Kreativspieler um Emil Forsberg kaum ein Durchkommen, auch die offensiven Außenverteidiger Angelino und Benjamin Henrichs kamen nicht zur Entfaltung. Den schnellen, passsicheren RB-Fußball zeigte stattdessen Manchester, das oft spielerische Lösungen in schwierigen Situationen fand und sich mit der Führung belohnte.

Weltmeister Paul Pogba stieß nach einer Balleroberung in den freien Raum und schickte Greenwood, der mühelos vollendete. Den Abseitsverdacht räumte der Videoschiedsrichter nach einer Überprüfung aus. Restzweifel an der Entscheidung blieben.

Nagelsmann wechselt offensiv

RB kam kurz nach dem Gegentor durch Christopher Nkunku (24.) zu einem ersten gefährlichen Abschluss. Bis zur Halbzeitpause wurde Manchesters Torhüter David de Gea aber nicht mehr ernsthaft geprüft. Leipzig kam zu mehr Ballbesitz, machte daraus aber zu wenig. Auch Standards sorgten für keine Gefahr.

Leipzig kam leicht verbessert aus der Kabine. Der Bundesligist spielte seine Stärken besser aus, agierte mit mehr Tempo und direktem Passspiel, die Defensive um Abwehrchef Dayot Upamecano nahm die direkten Duelle besser an. Torchancen und spielerische Höhepunkte hatten auf beiden Seiten dennoch Seltenheitswert. Manchester und Leipzig neutralisierten sich in einem kampfbetonten Spiel im Mittelfeld.

Nagelsmann reagierte und richtete sein Team taktisch offensiver aus, wechselte dafür unter anderem Kapitän Marcel Sabitzer ein - und hätte fast umgehend jubeln dürfen. Nach einer Standardsituation kam Ibrahima Konate vor de Gea zum Kopfball. Der Spanier reagierte jedoch glänzend (65.). Auf der Gegenseite parierte Gulacsi (70.) zunächst stark, hatte dann aber gegen Rashford noch dreimal das Nachsehen. "Wir haben eine große Team-Performance gezeigt. Wir haben uns auch ohne Ball sehr gut bewegt, alle Jungs von der Bank waren heute sofort da", sagte der Dreifach-Torschütze nach der Partie.

Quelle: ntv.de, dbe/sid