Nach erstem Real-Rückschlag

Mourinhos wichtigste Mission startet in brisanter Konstellation

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Im Mai 2027 will Mourinho wieder jubeln, wie er das vor 16 Jahren tat. (Foto: picture-alliance / Pressefoto ULMER/Alberto Lingria)
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08.09.2026 | 10:38 Uhr
"Ausgerechnet" ist im Fußball ein überstrapaziertes Wort - doch diesmal trifft es zu: Nicht gegen irgendwen startet Jose Mourinho mit Real Madrid in die neue CL-Saison - sondern gegen Inter Mailand. Es ist ein Duell mit vielen alten Gefühlen.

José Mourinho weinte. Meister, Pokalsieger - und dann auch noch die finale Krönung mit dem Triumph in der Champions League. "The Special One" war ganz oben angekommen. Die Fans von Inter Mailand trugen Mourinho auf Händen. Doch plötzlich war er weg und erlag dem Werben von Real Madrid.

16 Jahre später kommen all die alten Geschichten wieder hoch, denn: Am Abend (21 Uhr/DAZN und im ntv.de-Liveticker) startet Mourinhos Königsklassen-Mission mit Real. Ausgerechnet gegen seine alte Liebe. Ausgerechnet im Bernabéu. An jenem Ort also, wo er am 22. Mai 2010 mit dem Sieg gegen Bayern München Fußball-Geschichte schrieb und Inters damals 45 Jahre währende Königsklassen-Durststrecke beendete. Mourinho blieb, so besagt es die Legende, seinerzeit direkt in Madrid anstatt die Rückreise mit seinem Team nach Italien anzutreten.

"Während des Spiels will ich gewinnen, sie wollen gewinnen. Da bleibt keine Zeit, über Dinge aus einer wunderbaren Vergangenheit nachzudenken", sagte Mourinho am Montag. Er sei auch deshalb zu Real zurückgekehrt, um mit Madrid ebenfalls die Champions League zu gewinnen. "Natürlich will ich das", betonte er.

"Er weiß, wie man gewinnt"

Nach zwei titellosen Spielzeiten lechzen sie in der spanischen Hauptstadt nach Erfolgen. Das 0:1 am Wochenende bei Betis Sevilla, der erste Rückschlag unter Mourinho, sorgt dafür, dass beim kniffeligen Auftakt nun wirklich alle Augen auf den Star-Trainer gerichtet sein werden. "Er ist ein Mann, der weiß, wie man gewinnt, und die Menschen um sich herum inspiriert", sagte Stürmer Kylian Mbappe am Montag: "Mourinho motiviert den gesamten Verein und sein Team. Und gewinnt Spiele."

Der Henkelpott soll, nein muss, so die einhellige Meinung unter den Madridistas, in dieser Saison über Real gehen. Schließlich hatten sie im Sommer einiges dafür getan. Zunächst war da die Vertragsverlängerung mit Flügelstürmer Vinicius Jr. Die Defensive wurde mit Marc Cucurella und Denzel Dumfries um zwei starke Außenverteidiger verstärkt.

Dazu kam auch noch der Bundesliga-Shootingstar Yan Diomande, der die linkslastige Offensive Madrids ausbalancieren sollte. Beinahe hätte man auch den spanischen Weltmeister Rodri verpflichtet - er hätte das Loch im Mittelfeld stopfen können, das seit dem Karriereende von Toni Kroos klafft. Doch das Transferrennen gewann am Ende der FC Barcelona.

Und, klar, da ist auch die Rückkehr von Mourinho. Seine Worte dieser Tage im UEFA-Interview müssen in den Ohren des königlichen Anhangs geradezu wohltuend klingen. "Ich möchte mich nicht von meiner Arroganz hinreißen lassen und behaupten, dass wir auf jeden Fall weiterkommen werden", sagte der 63-Jährige, er glaube jedoch, "dass wir es schaffen werden, aber ich denke auch, dass es schwer werden wird und wir jedes Spiel einzeln angehen und versuchen müssen, die Punkte zu holen".

Was nur noch wenige auf dem Zettel haben: Mourinho gewann in seiner ersten Real-Amtszeit zwischen 2010 und 2013 zwar drei Titel, der ersehnte Triumph in der Champions League blieb ihm mit den Königlichen jedoch verwehrt. Beim Rendezvous mit der Vergangenheit beginnt am Dienstag der zweite Anlauf mit den Madrilenen. Ausgerechnet dort, wo seine erste ihren Ursprung hatte. Gegen Inter. Im Bernabéu.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses/sid