Mitten im FIFA-Machtkampf

Omar Artans Supercup-Einsatz ist eine Spitze gegen Infantino

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Der für die Fußball-WM vorgesehene Schiedsrichter Omar Artan durfte nicht in die USA einreisen - und pfeift nun den UEFA Supercup
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12.08.2026 | 06:29 Uhr
Vor der WM wurde Omar Artan die Einreise in die USA verweigert, die FIFA zeigte sich machtlos. Jetzt pfeift der somalische Schiedsrichter für die UEFA den Supercup - und wird damit zum Signal gegen Gianni Infantino.

Plötzlich war Gianni Infantino machtlos. "Wir müssen respektieren", sagte der FIFA-Präsident in einem seltenen Anflug von Bescheidenheit, "dass wir nicht die Könige der Welt sind". Ja, was Omar Artan bei seiner versuchten Einreise in die USA widerfahren ist, sei "unglücklich". Aber die FIFA habe nun einmal "nicht alles im Griff". Sie sei, so Infantino, nur "eine Sportorganisation".

Genau zwei Monate sind seitdem vergangen. Zwei Monate, in denen rund um Infantino und die FIFA, nun ja, einiges passiert ist. Die Worte von damals wirken jedenfalls längst wie aus der Zeit gefallen. Vor allem jetzt, da Artan, der somalische Schiedsrichter, dem kurz vor der WM die Einreise in die USA verweigert wurde, wieder in aller Munde ist. Als Figur im immer schmutzigeren Machtkampf zwischen FIFA und UEFA.

Europas Spitze gegen Infantino

Am Abend (21 Uhr/DAZN und im Liveticker auf ntv Sport) leitet der 34-Jährige das Finale im europäischen Supercup zwischen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und Europa-League-Champion Aston Villa. Die Ansetzung hatte die UEFA bereits Mitte Juni, nur wenige Tage nach Artans gescheiterter Einreise, bekannt gegeben. Es war eine erste Spitze aus Europa gegen Infantino - und wahrlich nicht die letzte.

Im wochenlangen Streit um Infantinos geplatzten Investorendeal legten die Europäer am Montag in einem gemeinsam Statement mit den Kontinentalverbänden aus Asien (AFC) sowie Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF) noch einmal nach. Darin unterstellten sie Infantino, in dessen Verteidigung die FIFA am Wochenende zum Rundumschlag gegen Kritiker ausgeholt hatte, ein "tiefgreifendes Versagen im Urteilsvermögen". Sein Verhalten sei nicht das eines "Hüters des Spiels, sondern das eines Menschen, der glaubt, das Spiel sei ihm Rechenschaft schuldig".

Der Ton ist jedenfalls längst gesetzt und dürfte auch beim traditionellen Saisonauftakt der UEFA in Salzburg unüberhörbar sein. Nicht zuletzt dank Artan. Trotz aller laut ihm notwendigen Unterlagen war Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 kurz vor dem WM-Start am Flughafen von Miami abgewiesen worden. Die Begründung der US-Behörden? Artan stehe "mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen in Verbindung". 

"Es war Schicksal"

Der Somalier, der als erster afrikanischer Schiedsrichter ein europäisches Klubfinale leiten wird, zeigte sich seitdem jedoch kaum nachtragend. Als er nach seiner Rückkehr in die Heimat am Flughafen in Mogadischu begeistert empfangen worden war, sagte er: "Was geschehen ist, ist geschehen. Es war Schicksal." Und: "Ich bin jetzt in meinem Land, und es gibt keinen anderen Ort, an dem ich lieber wäre."

In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg, seine öffentlichen Auftritte sieht Artan auch als Verpflichtung. "Ich trage den Stolz von Millionen von Somaliern und die Hoffnung der Jungen, die ihr Vertrauen in mich legen", sagte er: "Dieses Gefühl der Verantwortung lässt mich immer mein Bestes geben." Auch am Mittwoch, allen Nebengeräuschen zum Trotz.

Verwendete Quellen: ntv.de, dbe/sid