Fußball

"Vernebelungen und Konfusionen" Torwart-Ikone Buffon quälten Depressionen

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"Ein paar Monate lang erschien mir alles sinnlos", sagt Gianluigi Buffon über die Depressionen

(Foto: imago/PanoramiC)

Er ist ein Fußball-Weltstar, beliebt und gefeiert. Doch hinter der Glitzerfassade kämpfte Italiens Torwart-Legende Gianluigi Buffon zwischenzeitlich mit schweren Depressionen und Panikattacken. Nun hat der 40-Jährige über diese Zeit gesprochen - ehrlich und schonungslos.

Plötzlich wollte Gianluigi Buffon, Italiens Superman, Grande Gigi, die ewige Numero Uno, nicht mehr. Es war ihm alles zuviel. Also ging er vor einem seiner 678 Spiele in der Serie A  zu Torwarttrainer Ivano Bordon und sagte: "Ich habe keine Lust zu spielen." Buffon war damals 25 Jahre alt "und ritt auf der Welle des Erfolgs und des Ruhms". Doch was bedeutet das schon, wenn dich Panikattacken und Depressionen quälen?

"Ein paar Monate lang erschien mir alles sinnlos", sagte er nun. Vor seinem 41. Geburtstag am 28. Januar hat Buffon mit der Vanity Fair schonungslos über diese dunklen Stunden seiner Karriere gesprochen. "Es war eine wirklich schwierige Zeit", sagte die Torwart-Ikone: "Es fühlte sich so an, dass andere sich nicht für mich interessieren, sondern nur für das, was ich verkörpere. Alle fragten nur nach Buffon, niemand nach Gigi." Doch der damalige Star von Juventus Turin fand die Kraft, mit seinen Liebsten über seine Ängste zu sprechen.

Weltstar am Scheideweg

"Ich hatte die Klarheit zu verstehen, dass dieser Moment ein Scheideweg zwischen der Kapitulation und dem Umgang mit den Schwächen, die wir alle haben, war", sagte Buffon, Weltmeister von 2006 und jetzt Schützling von Thomas Tuchel bei Paris St. Germain: "Ich hatte nie Angst, sie zu zeigen oder zu weinen - etwas, das mir passiert und wofür ich mich überhaupt nicht schäme." Wenn er "diese Erfahrung nicht gemacht hätte, diese Vernebelungen und Konfusionen mit anderen Menschen nicht geteilt hätte, wäre ich dort vielleicht nicht rausgekommen". Ihn überkam damals diese ungewohnte Hilflosigkeit auch deshalb so überraschend, weil er sich selbst lange für den Größten und Stärksten hielt.

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Buffon überwand die Krankheit auch mit Hilfe seines Umfelds, dem er seine Depressionen offenbarte.

(Foto: imago/Camera 4/International)

Als junger Torwart habe er "ein Gefühl der Allmacht und Unbesiegbarkeit" gehabt: "Ich fühlte mich unzerstörbar". Heute will der Italiener all das nicht mehr missen, was er durchgemacht hat. Auch nicht seine Zeit als Ultra in der Gruppierung "Commando Ultra Indian Tips". Er habe in seiner Jugend insgesamt eine "Menge dummer Dinge" getan und auch "genossen". In gewisser Weise "umarme ich den Wahnsinn" nun, den er vor 20 Jahren angestellt hat.

Sportlich soll seine außergewöhnliche Geschichte in diesem Sommer noch nicht beendet sein, Buffon will noch ein Jahr in Paris dranhängen - wenn Tuchel und PSG ihn lassen. Buffon, der sich selbst als "merkwürdige 40 Jahre alte Figur, die aufs Spielfeld geht, denkt er wäre 20, und mehr Träume und Ehrgeiz hat, als er als Junge hatte" bezeichnete, hat einfach noch Spaß am Fußball.

Quelle: n-tv.de, Kristof Stühm, sid