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Thomas Tuchel war der einzige Deutsche beim Uefa-Trainerforum.
Thomas Tuchel war der einzige Deutsche beim Uefa-Trainerforum.(Foto: dpa)
Mittwoch, 05. September 2018

Tuchel und Co. beim Uefa-Treffen: Trainer wollen Auswärtstorregel streichen

Europas Klub-Coaches sind sich einig: Die Auswärtstorregel soll überprüft werden, sie ist nicht mehr zeitgemäß. Das ist das Ergebnis des jährlichen Trainertreffens bei der Uefa. Auch die uneinheitlich endenden Transferperioden sollen abgestimmt werden.

Die Trainer mehrerer europäischer Topklubs haben die Europäische Fußball-Union (Uefa) gebeten, die Auswärtstorregel im Europacup zu überdenken. "Sie denken, dass das Erzielen von Auswärtstoren nicht mehr so schwierig ist wie in der Vergangenheit", sagte Uefa-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti nach dem Meeting. "Sie haben sich für eine Überprüfung ausgesprochen und das werden wir tun", so Marchetti weiter.

Die Auswärtstorregel wurde erstmals 1965 im ehemaligen Europapokal der Pokalsieger international angewendet. Haben nach Hin- und Rückspiel beide Teams gleich viele Tore erzielt, erreicht der Verein mit den mehr geschossenen Auswärtstreffen die nächste Runde. Zuletzt hatte die AS Roma im Viertelfinale der Champions League von dieser Regel profitiert: Das Hinspiel beim FC Barcelona verlor das Team zwar mit 4:1, das eine Auswärtstor allerdings war letztlich entscheidend, da das Rückspiel in Rom 3:0 endete. So stand es nach Hin- und Rückspiel 4:4 - der Ehrentreffer in Barcelona katapultierte die römische Mannschaft ins Halbfinale.

Laut Marchetti sehen viele Trainer diese Regel inzwischen als kontraproduktiv an. Heimmannschaften würden vielmehr häufig defensiv spielen, um ein kostbares Gegentor zu vermeiden. Eine Alternative wäre die Verlängerung, die Auswärtstore würden dann keine Rolle mehr spielen. Kritiker bemängeln wiederum, dass dann jene Mannschaften bevorteilt würden, die das Rückspiel zu Hause austragen.

Zeitgleiches Ende der Transferperiode erwünscht

Bei ihrem jährlichen Treffen im schweizerischen  Nyon plädierten die Trainer zudem für ein zeitgleiches Ende der Transferperioden in allen großen Ligen. "Die Coaches sind der Meinung, dass es ein einheitliches Fenster geben sollte, das sich nicht mit dem Beginn der Wettbewerbe überschneidet", sagte Marchetti. Zuletzt hatte das Transferfenster in England bereits vor dem Saisonstart Mitte August geschlossen, in Deutschland und Spanien dagegen erst am 31. August. Auf der Agenda stand außerdem eine Analyse der WM in Russland und ein Bericht über die Erfahrungen mit dem Videoassistenten.

Teilnehmer waren unter anderem Thomas Tuchel (Paris St. Germain), Jose Mourinho (FC Arsenal) und Julen Lopetegui (Real Madrid). Seit 2013 lädt der Verband Trainer ein, die mehr als 100 Mal an der Seitenlinie eines Spiels der Champions League standen sowie Trainer der Champions-League-Achtelfinalteilnehmer und der Halbfinalisten der Europa League. Dennoch war Niko Kovac, Trainer des FC Bayern München, nicht in Nyon dabei. Somit war die Bundesliga nicht bei dem Treffen vertreten.

Quelle: n-tv.de