"Fünf Spiele verantwortlich"Union-Boss schließt nächste Saison mit Trainerin Eta aus
Ihr Debüt steht noch bevor, da sprießen schon die Spekulationen, ob Marie-Louise Eta längerfristig als Trainerin in der Fußball-Bundesliga bleibt. Doch Dirk Zingler, der Präsident von Union Berlin, erteilt dem eine Absage.
Union Berlins Präsident Dirk Zingler hat eine langfristige Beschäftigung von Marie-Louise Eta als Cheftrainerin des Männerteams in der Fußball-Bundesliga praktisch ausgeschlossen. "Marie-Louise Eta wird für fünf Spiele hier verantwortlich sein und danach wird sie die Frauen übernehmen", sagte der Vereinsboss bei Sky.
Mit der Diskussion über eine Verlängerung des derzeit auf die letzten fünf Saisonspiele vereinbarten Engagements tue man niemandem einen Gefallen, so Zingler. "Wenn sie richtig gut ist, dann bleibt sie bei den Männern, wenn sie nicht so gut ist, geht sie zu den Frauen: Diese Diskussion führe ich gar nicht. Es ist immer eine fachliche, inhaltliche Entscheidung, wer welche Mannschaft trainiert, und sie mit dieser Diskussion zu begleiten, da tun wir ihr und auch dem Frauenfußball insgesamt einen Bärendienst", sagte Zingler.
"Auf jeden Fall noch Trainerin, ja"
Eta feiert am Samstag (15.30 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) mit dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg ihr Debüt als erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der Männer. Die Köpenicker hatten sie eine Woche zuvor als Nachfolgerin von Steffen Baumgart von der U19 zum A-Team befördert. Anfang April hatte Union Eta als künftige Cheftrainerin des Frauen-Teams für die kommende Bundesliga-Spielzeit präsentiert.
"Marie-Louise Eta hat vor zwei Wochen mit ganz großer Überzeugung, wir beide haben mit ganz großer Überzeugung einen Vertrag für die Frauen-Bundesliga unterschrieben", sagte Zingler. Unions Geschäftsführer Horst Heldt hatte zu Wochenbeginn die Zukunftsfrage offen gelassen und damit nicht ausgeschlossen, dass Eta länger Männer-Cheftrainerin bleibt: "Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das nicht sinnvoll, irgendwas auszuschließen. Wir haben grundsätzlich einen Plan, wie es dann auch weitergeht. Aber das werden wir dann sehen." Er hatte aber auch angefügt, dass es noch keine Gespräche mit Frauen-Geschäftsführerin Jennifer Zietz zur neuen Personalsituation gegeben habe. Entweder er oder Zietz müssten sicher einen neuen Chefcoach für die kommende Saison präsentieren.
Eta selbst war bei der Pressekonferenz zum Wolfsburg-Spiel gelassen mit der Frage zu einem längerfristigen Engagement umgegangen und hatte ebenfalls auf ihre geplante Aufgabe bei den Frauen verwiesen. "Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall noch Trainerin, ja", sagte die 34-Jährige und ließ mit dieser Antwort offen, für welche Mannschaft.
