Karim Adeyemi reißt die Türen so schwungvoll auf, dass sie fast aus den Zargen fliegen. Sein Glamourleben mit der Schweizer Rapperin Loredana breitet der Nationalspieler von Borussia Dortmund derzeit in einer sechsteiligen Amazon-Dokumentation genüsslich aus. Es gibt viel Klatsch und Tratsch zu erfahren, etwa, dass er liebend gerne grüne Badeschlappen trägt, aber auch einiges Interessantes: Der 24-Jährige wohnt in einer kurios anmutenden Luxushaus-Patchwork-WG - und seine Ehefrau würde gerne mal im Ausland leben.
Letzteres wirkt jetzt, da sich sportliche Nachrichten anbahnen, noch einmal besonders spannend. Denn Karim Adeyemi, der in der Doku stets brav seine Liebe zum BVB beteuert, ist sich Medienberichten zufolge mit dem FC Barcelona über einen Wechsel einig. Eine Einigung der Vereine über eine Ablöse allerdings ist noch weit entfernt, Verhandlungen haben begonnen. Ein erstes Angebot Barcas soll laut Sky bei 20 Millionen Euro gelegen haben, der BVB will aber mehr. Dass Adeyemis Berater Jorge Mendes ist, der unter anderem auch Barca-Superstar Lamine Yamal berät, dürfte bei den Gesprächen kein Schaden sein.
Adeyemi, der BVB-Offerten für eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus abgelehnt hat, wäre in Katalonien wieder mit Hansi Flick vereint. Der ehemalige Bundestrainer machte Adeyemi im September 2021 zum Nationalspieler und nahm ihn mit zur missratenen WM 2022, bei der er ohne Einsatz blieb. Für die Heim-EM 2024 und die WM 2026 wurde Adeyemi (jeweils vom inzwischen zurückgetretenen Julian Nagelsmann) nicht nominiert.
Illegaler Waffenbesitz, Bockigkeit
Sein Durchbruch zum Top-Star schien sich in Dortmund manches Mal anzudeuten, auf vereinzelte Weltklasse-Spiele aber folgten wieder Formschwächen, Verletzungen und/oder Eskapaden abseits des Platzes. Adeyemi ist durchaus verletzungsanfällig, auch kurz vor Saisonschluss plagten ihn muskuläre Probleme. Schlimmer wog aber eine Geschichte aus dem Jahr 2025: Adeyemi musste eine Geldstrafe wegen unerlaubten Waffenbesitzes zahlen, laut "Bild" in Höhe von 450.000 Euro. Er hatte eine "Mystery Box" mit illegalen Waffen im Internet bestellt. Es folgte Zoff um bockiges Verhalten, verweigerten Handschlag, Flaschenwurf.
Kehrt er nun zurück zu demjenigen, der ihn für relevant genug fürs DFB-Team befand? Es könnte für Adeyemi ein Wechsel für das eigene Wohlbefinden sein. Adeyemi hat den FC Barcelona vor einigen Jahren mal "einen großartigen Verein genannt". Flick wiederum lobte den Offensivmann vor der WM 2022 als "herausragende Waffe" - ein eher schlecht gealtertes Zitat.
Flick lobt Schnelligkeit und guten Abschluss
Flick sagte aber auch damals schon: "Dortmund hat sich mehr versprochen, er hat sich auch mehr versprochen. Trotzdem ist er ein Spieler, der einer Mannschaft durch seine Schnelligkeit und seinen guten Abschluss oder in der Vorbereitung des letzten Passes in verschiedenen Situationen etwas geben kann." Eine Aussage, die bis heute Bestand hat. In der abgelaufenen Saison brachte BVB-Trainer Niko Kovac Adeyemi meist nur als Joker, von 39 Saisonspielen absolvierte er nur drei über die vollen 90 Minuten.
Angesichts der Restlaufzeit von nur noch einem Vertragsjahr wäre der pfeilschnelle Flügel- und Konterspieler für Barcelona halbwegs erschwinglich. Etwa 40 Millionen Euro könnten es am Ende in etwa werden. So hoch ist in etwa sein Marktwert - im Oktober 2025 hatte der laut transfermarkt.de noch 60 Millionen Euro betragen. Die Kurzeinsätze hauen ins Kontor. Dennoch: Der BVB hätte einen Großverdiener von der Gehaltsliste und gewänne wichtigen Spielraum für Sommertransfers. Besonders im zentralen Mittelfeld sehen Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und der neue Sportdirektor Ole Book Bedarf. Nachwuchsspieler Cole Campbell wechselte jüngst zur SV Elversberg.
Während der große Rivale FC Bayern bereits insgesamt 110 Millionen Euro in Marokkos WM-Star Ismael Saibari und den deutschen WM-Fahrer Nathaniel Brown investiert hat, herrscht in Dortmund noch relative Ruhe. Joane Gadou (19/RB Salzburg), Kaua Prates (18/Cruzeiro Belo Horizonte) und Justin Lerma (18/Independiente del Valle) gelten als Zukunftstransfers. "Für Top-Spieler, die perfekt zu uns passen, würden wir sicher auch kreative Lösungen finden", sagte Ricken schon vor einiger Zeit.
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