Real-"Bombe" wirkt mächtig nachXabi Alonsos Zitat sorgt für wilde Liverpool-Spekulationen
Xabi Alonso ist als Trainer von Real Madrid Geschichte, aber am Markt direkt ein gefragter Mann. Ein noch nicht ganz so altes Zitat des Basken sorgt für Spinnereien in England. Oder steckt wirklich mehr dahinter?
Das überraschende Trainerbeben bei Real Madrid am Montagabend schickte seine Schockwellen bis nach England. Und es dauerte nicht lange, bis sich auf der Insel jemand an eine Aussage von Xabi Alonso vom 9. Dezember erinnerte. "Das ist sicherlich etwas, was ich (...) in Betracht ziehen würde", sagte der damalige Coach der Königlichen vor einem Monat über eine mögliche Rückkehr zum FC Liverpool: "Man weiß nie, was die Zukunft bringt."
Sie brachte eine Trennung in "gegenseitigem Einvernehmen", wie Real am Montag mitteilte - "ein Erdbeben", "eine Bombe" und das Ende "eines Albtraums", wie die spanische Presse urteilte. "Trainer von Real Madrid zu sein", schrieb Alonso am Dienstag in einem Post auf Instagram, sei dennoch "eine Ehre und eine Verantwortung" gewesen. Ich danke dem Verein, den Spielern und vor allem den Fans für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung", so Alonso: "Ich gehe mit Respekt, Dankbarkeit und dem Stolz, mein Bestes gegeben zu haben." Nur 232 Tage dauerte die Amtszeit des ehemaligen Leverkusener Meistermachers, der plötzlich der gefragteste Mann auf dem stets aufgeregten Trainermarkt ist.
"Gerade als Arne Slot seine Amtszeit in Liverpool zu stabilisieren begann, könnte der Boden unter seinen Füßen ins Wanken geraten sein", kommentierte die Boulevardzeitung "Sun" mit Blick auf die heikle Lage des Teammanagers der Reds. Der frühere Liverpool-Profi Alonso nämlich war schon 2024 beim englischen Rekordmeister der Wunschnachfolger für Jürgen Klopp, damals aber noch an das Bayer-Projekt gebunden.
Auch Klopp reagiert aufs Real-Beben
Stattdessen kam Slot, holte mit Klopps Kader den Titel und durfte danach Unsummen für Alonsos Lieblingsschüler Florian Wirtz und andere Stars ausgeben, nur um Liverpool "viel, viel schlechter zu machen", wie die "Sun" spottete. Kein Wunder also, dass Alonso bei den britischen Buchmachern sofort zum Favoriten auf Liverpools Trainer-Posten aufstieg - übrigens vor Julian Nagelsmann und dem ewigen Klub-Idol Klopp. Der beeilte sich, mit Blick auf das Beben zu betonen: "Das hat mit mir gar nichts zu tun und hat in mir auch nichts ausgelöst." Als Head of Global Soccer von Red Bull, beteuerte der 58-Jährige bei ServusTV, sei er "am richtigen Ort".
"Der Trainermarkt wird durchgemischt und es ist nicht schlimm, das Ganze mal aus der Beobachterrolle mitzubekommen und nicht darüber nachzudenken, was das für einen selbst bedeuten könnte", sagte der 58-Jährige. Alonsos Scheitern wertete Klopp als "Zeichen, dass dort nicht alles zu 100 Prozent richtig ist". Der Spanier sei ein "überragendes Trainertalent", habe es als Nachfolger der "Legende" Carlo Ancelotti, "der eine ganz bestimmte Art hatte, seine Fußballmannschaften zu trainieren", aber nicht leicht gehabt. "Tut mir wirklich leid für ihn", ergänzte Klopp mit Blick auf Alonso, "denn ich halte ihn für einen großartigen Trainer".
Real hat derweil seinen Alonso-Nachfolger ohnehin schon gefunden: Álvaro Arbeloa rückt von der zweiten Mannschaft auf und debütiert am Mittwoch (21 Uhr) im Pokal-Achtelfinale bei Zweitligist Albacete Balompié. Der frühere Mitspieler Alonsos bei Liverpool, in Madrid und der spanischen Nationalmannschaft ist für das Real-Hausblatt "Marca" gar bereits "der neue Zidane", auch mit Starcoach Pep Guardiola wurde er verglichen.
Topstars schweigen zum Alonso-Aus
Er tritt ein schweres Erbe an. Alonso hatte in seinen 34 Spielen bei Real exakt dieselbe Bilanz vorzuweisen wie Hansi Flick zum Start beim FC Barcelona (24 Siege, 6 Niederlagen). Er scheiterte an den Zweifeln des allmächtigen Klubpräsidenten Florentino Pérez und dem launischen Kader.
Immerhin sieben Real-Profis versäumten es, sich am Montagabend via Social Media beim scheidenden Coach zu bedanken, darunter die Topspieler Jude Bellingham und Vinicius jr. Andere wie Kylian Mbappé oder Antonio Rüdiger verabschiedeten ihn mit warmen Worten. Nach England? Auch Manchester United ist auf der Suche, zudem kommt womöglich Manchester City infrage, sollte Guardiola den Klub im Sommer verlassen. Über diese Ziele hatte Alonso im Dezember aber nicht gesprochen.
