"Haben keine Ahnung"

DFB-Vizepräsidenten schießen gegen Hoeneß zurück

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Uli Hoeneß bekommt Gegenwind für seine Aussagen zum DFB. (Foto: picture alliance / Pressefoto Ulmer)
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20.08.2026 | 17:53 Uhr
Uli Hoeneß lässt kein gutes Haar an der Struktur des DFB und dessen Vizepräsidenten. Seiner Meinung nach sind diese "ahnungslos". Nun melden sich einige der Landesfürsten zu Wort und wehren sich.

DFB-Vizepräsident Hermann Winkler hat die von Uli Hoeneß geäußerte Kritik an der Struktur des DFB entschieden zurückgewiesen. "Man muss nicht jedes Wort von Uli Hoeneß ernst nehmen, aber falsche Dinge schon richtigstellen: Die Landesverbände entscheiden gar nicht über den Bundestrainer. Dies erfolgt im Aufsichtsrat der DFB GmbH. Und dort ist es gut, dass Profis und Amateure vertreten sind", sagte der Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes RTL/ntv.

"Die Zusammenarbeit von Profi- und Amateurvereinen im DFB sehe ich als Erfolgsmodell im deutschen Fußball. Das gilt auch für die Nationalmannschaften. So gehören z. B. Schulbesuche von Nationalspielern oder öffentliche Trainingseinheiten in Amateurvereinen vor Länderspielen zu den absoluten Höhepunkten für junge Kicker." Was Hoeneß Idee zu einer Neustrukturierung des Verbands betrifft, sagte Winkler: "Über Modelle der Ausgliederung kann man immer sprechen. Da kann der FC Bayern ja jetzt mit gutem Beispiel vorangehen im laufenden Prozess bei der Frauenbundesliga."

Hoeneß hatte sich im Interview mit RTL/ntv unter anderem zur Verbandsstruktur des DFB geäußert und sich dabei vor allem die Landesfürsten vorgenommen. Nach Meinung des Ehrenpräsidenten des FC Bayern haben selbige "keine Ahnung", speziell in der Frage, wer Bundestrainer werden sollte.

"Ich bin sowieso der Meinung, dass der DFB die Nationalmannschaften, die Frauen, die Männer, die U23 und die U19 ausgliedern müsste. In eine GmbH, die eine eigene Geschäftsführung hat mit einem Gewinnabführungsvertrag für den DFB. Es kann doch nicht sein, dass Landesfürsten darüber entscheiden sollen, wer Bundestrainer wird. Die haben ja keine Ahnung davon", sagte Hoeneß. "Der Fußball ist so hochprofessionell, da müssen Profis ran. Ich rate dem DFB also dringend, darüber nachzudenken, die Nationalmannschaften auszugliedern. Dann könnte ich mir vorstellen, kriegen wir eine neue Ära."

Schaffert: "Hoeneß kennt weder Struktur noch Prozesse"

Der Präsident des Niedersächsischen Fußball-Verbands (NFV), Ralph-Uwe Schaffert kritisierte die Äußerungen aus Bayern "Die jüngsten Äußerungen von Uli Hoeneß zur Verpflichtung von Jürgen Klopp zeigen deutlich, dass Herr Hoeneß weder die Struktur noch die Entscheidungsprozesse des DFB kennt", so der ebenfalls DFB Vizepräsident.

"Die Nationalmannschaften befinden sich seit Jahren im Bereich der DFB GmbH & Co KG, in der ein Geschäftsführer Sport (zur Zeit Andreas Rettig, ab 01. Januar 2027 Per Mertesacker, Anm. d. Red.) und für den Männerbereich zudem Rudi Völler verantwortlich sind. Genannten Personen kann wohl ernsthaft nicht vorgeworfen werden, dass sie keine Profis im Fußballgeschäft sind. Gleiches gilt für die Aufsichtsratsmitglieder Wehrle (VfB Stuttgart), Watzke (Borussia Dortmund), Leki (FC Freiburg), Göttlich (FC St. Pauli) und Schneekloth (Holstein Kiel). Der Hinweis auf Entscheidungen durch 'Landesfürsten' geht daher ebenfalls an der Realität vorbei."

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Hoeneß bremst die Klopp-Euphorie: "Nicht der Messias"

Und auch zu Hoeneß' Kritik an der Verpflichtung vom ehemaligen Klopp-Berater Marc Kosicke, hatte Schaffert eine Anmerkung. "Soweit Herr Hoeneß den Vertragsschluss mit Marc Kosicke unter Hinweis auf dessen Geschäftsanteile an einer Agentur kritisiert, ist ihm scheinbar entgangen, dass diese von Herrn Kosicke zuvor bereits veräußert worden sind. Die Personalie Kosicke ist im Aufsichtsrat sorgfältig beraten und sodann positiv entschieden worden."

Abschließend legte der Niedersachse nach: "Mitunter könnte es nicht schaden, sich zu Themen sachkundig zu machen, bevor man sich dazu - kritisch oder gar abwertend - äußert."

Hoeneß hatte Kosickes Engagement zuvor hinterfragt: "Was mir in der Geschichte nicht gefällt, ist, dass sein Berater Marc Kosicke mit eingekauft wurde. Ich weiß nicht genau, was er da machen soll. Das halte ich für ein Problem. Mir kommt die ganze Geschichte vor wie ein 'friendly Takeover'. Klopp und Co. haben den DFB übernommen und das halte ich für falsch." 

Verwendete Quellen: ntv.de, mbl