Olympia

Nach rassistischer Beleidigung DFB-Team für Olympia bricht Testspiel ab

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Dieses Bild twitterte der DFB zum frühzeitigen Spielende.

(Foto: twitter.com/DFB_Junioren)

Die deutsche Mannschaft für das olympische Fußballturnier in Tokio hat bei einem Testspiel gegen Honduras vorzeitig den Platz verlassen. Auslöser dafür war laut DFB eine rassistische Beleidigung gegen Jordan Torunarigha. Ausgesprochen haben soll diese ein gegnerischer Spieler.

Die Generalprobe der deutschen Olympia-Fußballer ist nach einer rassistischen Beleidigung gegen Abwehrspieler Jordan Torunarigha von Hertha BSC abgebrochen worden. Kurz vor Ende der Begegnung gegen Honduras verließ die Mannschaft von DFB-Trainer Stefan Kuntz beim Stand von 1:1 geschlossen das Spielfeld im japanischen Wakayama.

"Fünf Minuten vor Ende kam es zu einem Gerangel. Ich bin gleich zu Jordan gelaufen, er war sehr aufgelöst und hat gesagt, dass er wiederholt rassistisch beleidigt worden ist", sagte Kuntz und fügte an: "Das verletzt unsere Werte, das können wir nicht dulden. Daher haben wir uns entschieden, dass wir vom Platz gehen und das dem Schiedsrichter und dem Gegner mitgeteilt."

Honduras' Verband sprach nach der Partie auf Twitter von einem "Missverständnis". Laut Kuntz habe die Mannschaft sich nach dem Abbruch beim DFB-Team entschuldigt. "Damit war das Thema für uns gegessen", sagte Kuntz. Aber: ""Wenn einer unserer Spieler rassistisch beleidigt wird, ist es für uns keine Option, weiterzuspielen." Der honduranische Verband bestätigte auf Twitter den Abbruch, sprach jedoch von einer "angeblich rassistischen Beleidigung" und einem "Missverständnis". Der letzte Test fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Das ist die einzig richtige Entscheidung!", twitterte Torunarighas Klub Hertha BSC über den Spielabbruch.

Die Partie war über dreimal 30 Minuten angesetzt, der 23 Jahre alte Torunarigha von Hertha BSC stand sowohl im zweiten als auch im dritten Drittel auf dem Platz. Im DFB-Pokalspiel der Berliner beim FC Schalke 04 im Februar 2020 war der Abwehrspieler bereits mit Affenlauten rassistisch beleidigt worden. Der Revierklub wurde vom DFB mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro belegt.

Im einzigen Testspiel der deutschen Mannschaft vor Olympia war Honduras in den ersten 30 Minuten in Führung gegangen, der Augsburger Felix Uduokhai erzielte im letzten Drittel den Ausgleich. Kuntz nutzte die Partie bis zum Abbruch zum kräftigen Rotieren und setzte alle 18 Spieler des Kaders ein. Zu Beginn baute der Coach auf Marco Richter (FC Augsburg), Max Kruse (1. FC Union Berlin) und Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen) in der offensiven Dreierkette.

Das deutsche Team konnte nach zahlreichen Absagen nur mit 15 Feldspielern und drei Torhütern nach Japan reisen. Erlaubt ist ein Kader von 22 Spielern. Am morgigen Sonntag fliegt die DFB-Auswahl nach Tokio und bezieht ihr Teamhotel in Yokohama.

Dort startet der Silbermedaillengewinner von Rio 2016 am Donnerstag (13.30 Uhr/ARD, Eurosport und im Liveticker bei ntv.de) gegen Olympiasieger Brasilien ins Turnier. Die weiteren Gruppen-Gegner sind am Sonntag kommender Woche Saudi-Arabien und drei Tage später die Elfenbeinküste. Die jeweils ersten beiden Teams der vier Vierergruppen erreichen das Viertelfinale. Honduras trifft in der Gruppe B auf Neuseeland, Südkorea und Rumänien.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/sid

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