Wirtschaft

Kartellstreit beendet Bahn erhält Schadenersatz von Lufthansa

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Deutsche Bahn und Lufthansa einigen sich auf einen Vergleich.

Ende der 90er Jahre trifft die Lufthansa illegale Preisabsprachen mit anderen Fluglinien - zum finanziellen Leidwesen der Deutschen Bahn. Der Betrug fliegt auf und nach jahrelangem Rechtsstreit erhält die Bahn nun Schadenersatz. Dabei brachte die Lufthansa das Verfahren als Kronzeugin erst selbst in Gang.

Die Deutsche Bahn und die Lufthansa haben ihren jahrelangen Streit um ein Luftfrachtkartell beigelegt. Damit beenden die Unternehmen eine seit 2013 laufende Auseinandersetzung vor dem Landgericht Köln, wie beide Konzerne bestätigten.

Nach Angaben aus Unternehmenskreisen lag die Entschädigungssumme für die Bahn deutlich unter 50 Millionen Euro. Die Deutsche Bahn teilt mit, dass über die genauen Details der Einigung Vertraulichkeit vereinbart worden sei. Man habe eine gute Lösung mit einem Vergleich gefunden, sagte Bahn-Rechtsvorstand Martin Seiler, und "es wäre für alle besser, wenn wir uns auch mit den übrigen Kartellbeteiligten einigen könnten, statt jahrelang kostspielige Gerichtsverfahren zu führen". Offen sind noch Forderungen der Bahn an sechs Fluglinien, darunter British Airways und Japan Airlines.

In dem Streit zwischen der Bahn und Lufthansa ging es um die wirtschaftlichen Folgen von Preisabsprachen, die die Lufthansa zwischen 1999 und 2006 in einem Kartell mit mehreren internationalen Airlines getroffen hat. In diesem Zeitraum hat die Bahn nach früheren eigenen Angaben überhöhte Zuschläge für Treibstoff und Sicherheitsgebühren zahlen müssen. Sie verlangte von den Fluggesellschaften insgesamt 1,76 Milliarden Euro Schadenersatz.

Lufthansa brachte Verfahren selbst in Gang

Das Kartell war vor über zehn Jahren aufgeflogen und hatte in vielen Ländern Strafen der Wettbewerbsbehörden ausgelöst. Die EU-Kommission hat wegen der illegalen Preisabsprachen Geldbußen in Höhe von 776 Millionen Euro gegen elf Airlines verhängt. Hier wurde die Lufthansa verschont, weil sie als Kronzeugin das Verfahren erst in Gang gebracht hatte. Sie musste aber zivilrechtliche Ansprüche begleichen wie jetzt auch gegenüber der Bahn. Die Einigung umfasst die Konzern-Airlines Lufthansa, Lufthansa Cargo und Swiss.

Konkret wurde der Vergleich zwischen der DB Barnsdale AG, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, und mehreren Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns (Lufthansa Cargo AG, Swiss International Air Lines und Deutsche Lufthansa AG) geschlossen.

Quelle: n-tv.de, cpf/dpa/rts/DJ

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