Wirtschaft

"Es brennt lichterloh" Bankenvorstand sieht EZB an ihren Grenzen

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Die EZB hat in Griechenland schon Brände gelöscht.

(Foto: dpa)

Die Lage der griechischen Banken ist dramatisch. Der Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken, Kemmer, fürchtet, dass die EZB ihr Mandat überdehnt. Die hiesigen Banken seien durch die Turbulenzen nicht in Gefahr.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) blickt mit Sorge auf die griechischen Institute. Derzeit sei die Europäische Zentralbank (EZB) die einzige Refinanzierungsquelle der griechischen Banken, sagte BdB-Vorstand Michael Kemmer. "Für die EZB ist es aber schwierig, denn sie ist schon an der Grenze, ihr Mandat zu überdehnen", warnte er. Wichtig sei, "dass die nächsten fälligen Forderungen gegenüber der EZB bedient werden".

Der nächste Termin für Anleihen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro, die im Bestand der EZB sind, ist der 20. Juli. "Bis dahin müssen die Vereinbarungen unter Dach und Fach sein, damit die ersten Hilfsgelder fließen können", sagte Kemmer. "Denn wenn die EZB nicht bedient wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie in unveränderter Form die Ela-Kredite weiter aufrecht erhalten kann."

Zwar begrüßte Kemmer die Einigung zwischen Griechenland und der Eurogruppe, betonte aber die Verantwortung der griechischen Regierung. Wegen ihres nicht berechenbaren Handels sei es in den vergangenen Wochen zu einem "extremen Vertrauensverlust" gekommen. "Da brennt es schon lichterloh", sagte Kemmer. Um das Vertrauen der Anleger zurück zu bekommen, müsse die griechische Regierung Reformen zügig umsetzen.

Die deutschen Banken sieht der BdB durch die Turbulenzen weiter nicht in Gefahr. Ihre Forderungen in Griechenland wären nicht groß, sagte Kemmer. Insgesamt betragen die deutschen Forderungen 19,1 Milliarden Euro. Davon entfällt auf die KfW der Löwenanteil von 15,2 Milliarden Euro. Die Forderungen der hiesigen Institute an griechische Unternehmen und Banken betragen 3,9 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, wne/DJ