Wirtschaft

Folgen für 30.000 Jobs Continental schlägt schärferen Sparkurs ein

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Der DAX-Konzern will ab 2023 in der Summe jährlich mehr als eine Milliarde Euro brutto einsparen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auch Continental hat schwer mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Jetzt will der Automobilzulieferer seine Sparziele allerdings noch einmal drastisch erhöhen. 30.000 Arbeitsplätze weltweit stehen nun auf der Kippe- ein Großteil davon in Deutschland.

Der Automobilzulieferer Continental erweitert sein vergangenes Jahr aufgesetztes Strukturprogramm wegen der anhaltend geringen weltweiten Fahrzeugproduktion. Der Dax-Konzern will nun ab 2023 in der Summe jährlich mehr als eine Milliarde Euro brutto einsparen. Damit erhöht Conti das bisherige Einsparziel zusätzlich um etwas mehr als 500 Millionen Euro jährlich. Grund für die zusätzlichen Maßnahmen sei auch die Verschärfung der Konjunkturkrise durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie.

"Die gesamte Autoindustrie hat derzeit gewaltige Herausforderungen zu bewältigen. Keine ihrer Krisen der vergangenen 70 Jahre war größer und schärfer", sagte Konzernchef Elmar Degenhart laut Mitteilung. Die Krise treffe die Zulieferer besonders hart. Nach etwa einem Jahrzehnt des schnellen, profitablen Wachstums und Beschäftigungsaufbaus richte sich Conti nun auf eine neue Art des Wachstums mit Zukunftstechnologien aus.

Zur Strategie zählen - vorbehaltlich der Zustimmung durch den Aufsichtsrat - das Zusammenziehen von Aufgaben aus Produktion, Forschung und Entwicklung an den weltweit wettbewerbsfähigsten Standorten sowie Portfolioanpassungen. Dauerhaft unrentable Geschäftsteile sollen veräußert werden.

30.000 Arbeitsplätze in Gefahr

In der Summe dürften sich die Maßnahmen insgesamt auf weltweit rund 30.000 Arbeitsplätze direkt auswirken. Diese Jobs würden verändert, verlagert oder aufgegeben, so Conti. Rund 13.000 davon befänden sich in Deutschland. Bis 2025 sollen 90 Prozent dieser angestrebten Anpassungen abgeschlossen sein. Derzeit beschäftigt Continental weltweit mehr als 232.000 Menschen, davon in Deutschland rund 59.000. Parallel dazu will Continental jedoch möglichst viele Beschäftigte weiterqualifizieren.

Ursprünglich hatte das Unternehmen im September 2019 Maßnahmen bekannt gegeben, die sich weltweit auf bis zu 20.000 Arbeitsplätze ausgewirkt hätten, davon etwa 7000 in Deutschland. Ein Teil des Transformationsprogramms sei bereits vollzogen worden, was seit Ende September 2019 weltweit bereits rund 3000 Arbeitsplätze direkt betroffen habe. Conti wolle nun bei den Sondierungsgesprächen mit den Arbeitnehmervertretern in die "entscheidende Phase" eintreten.

Quelle: ntv.de, can/DJ/dpa